Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unternehmenskultur internationalisierungsgerecht gestalten

15.12.2005


Forschungsprojekt INT-KULT mit kleinen und mittleren Unternehmen angelaufen



"Entwicklungswege zur internationalisierten Unternehmenskultur" heißt ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Projekt, das Sozialwissenschaftler des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung - ISF München in Zusammenarbeit mit kleinen und mittleren Unternehmen sowie Beratungsfirmen durchführen. Es werden verallgemeinerbare personalpolitische und arbeitsorganisatorische Lösungen für eine internationalisierte Unternehmenskultur entwickelt und erprobt, die an den Entwicklungspotenzialen der heimischen Belegschaften ansetzen. Die Ergebnisse werden der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Die Homepage dieses Projekts ist nunmehr ans Netz gegangen: http://www.int-kult.de.



Viele kleine und mittlere Unternehmen haben es in den vergangenen Jahren geschafft, ihre Geschäftsprozesse international auszuweiten und internationale Marktchancen aufzugreifen. Im Zentrum dieser Aktivitäten stehen die internationalen Fachkräfte, die für die Kontakte mit ausländischen Kunden, den Aufbau von Vertriebsstätten und Produktionskooperationen zuständig sind. Die internationalen Fachkräfte gehören demnach heute ebenso zur betrieblichen Realität kleiner und mittlerer Unternehmen wie die Mitarbeiter, die keinen direkten Kontakt mit dem internationalen Umfeld haben und ihre fachlichen Aufgaben weiterhin im Sinne der traditionellen, inländisch orientierten Unternehmens- und Arbeitskultur erfüllen.

Dieses traditionell inländische Orientierungsmuster wird jedoch für kleine und mittlere Unternehmen zunehmend zum Problem, denn sie verbrauchen viel Energie, um die vorhandenen Unvereinbarkeiten zu überwinden: Einerseits versuchen die internationalen Fachkräfte im Ausland möglichst viel für das Unternehmen zu erreichen. Andererseits ziehen wesentliche Teile der heimischen Belegschaften bei der Umsetzung der Strategie nicht richtig mit. Die Hauptgründe dafür sind: Es fehlen gemeinsame Leitvorstellungen für die neue länderübergreifende Arbeit und es setzten sich die verfestigten Handlungsmuster trotz der veränderten Rahmenbedingungen fort.

"Unsichtbare Barrieren" sind die Folge: Den internationalen Fachkräften wird das erfolgreiche Agieren im Ausland enorm erschwert, da die Kollegen zuhause nicht die nötige Unterstützung geben. Wichtige Informationen und Erfahrungen aus dem Ausland laufen ins Leere, da sie im Stammwerk nicht gleichwertig behandelt und weitervermittelt werden. Die mangelnde Passfähigkeit von neuen Strategien und überkommenen Arbeitsweisen macht sich folglich in kostenträchtigen Verzögerungen der internationalen Abläufe, in aufwendigen Nachbesserungen und "unerklärlichen" Misserfolgen bemerkbar. So führt der weiche Faktor der Arbeitsorientierung zu harten ökonomischen Fakten, die den Erfolg kleiner und mittlerer Unternehmen auf internationalen Märkten nachhaltig gefährden können.

Weil kleine und mittlere Unternehmen aber die internationalen Chancen für ihre Existenzsicherung nutzen müssen, können sie sich Misserfolge kaum erlauben. Sie haben einen hohen Bedarf an Orientierungswissen, wie sich die Hemmnisse überwinden lassen, die im verhaltensbestimmenden Rahmen der heimischen Belegschaften liegen. Daher fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung gegenwärtig im Schwerpunkt "Innovationsförderliche Unternehmenskulturen" (Projektträger im DLR, Innovative Arbeitsgestaltung und Dienstleistungen) ein Verbundvorhaben, das sich mit dem Thema "Entwicklungswege zur internationalisierten Unternehmenskultur" befasst.

Beteiligt sind die Unternehmen Rohde & Schwarz GmbH & Co KG, Produktionsstandort Teisnach, und SITEC GmbH, Chemnitz. Die ConMoto Consulting Group GmbH, München, entwickelt einen Handlungsleitfaden zur Umsetzung einer internationalisierten Unternehmenskultur, die Prorec Produktion und Recycling Gesellschaft für Ingenieurdienstleistungen mbH, Chemnitz, einen Qualifizierungsbaustein.

Das ISF München ist ein unabhängiges, seit 1965 bestehendes Sozialforschungsinstitut mit gut 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und spielt eine führende Rolle auf den Gebieten der Arbeits- und Industriesoziologie. Verantwortlich für das Projekt sind die Sozialwissenschaftler Dr. Marhild von Behr und Dr. Wolfgang Dunkel.

Rückfragen bitte jederzeit an Frank Seiß, Lektorat und Öffentlichkeitsarbeit am ISF München, Telefon 089/272921-78, frank.seiss@isf-muenchen.de

Frank Seiss | idw
Weitere Informationen:
http://www.isf-muenchen.de
http://www.int-kult.de
http://pt-ad.pt-dlr.de/438_498_DEU_Live.htm

Weitere Berichte zu: Sozialwissenschaft Unternehmenskultur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Mittelstand 4.0-Kompetenz­zentrum Stuttgart gestartet
29.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten