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Deutlicher Aufschwung am M&A-Markt in 2005

12.12.2005


Größter Boom in Asien - Spürbare Belebung auch in Deutschland


Der weltweite Markt für Unternehmensfusionen und -übernahmen verzeichnet in diesem Jahr einen deutlichen Aufschwung. Sowohl das Volumen als auch die Anzahl der abgeschlossenen Transaktionen sind im Vergleich zum Vorjahr um jeweils 19 Prozent gestiegen. So kamen in den ersten elf Monaten des Jahres 2005 insgesamt 24.806 M&A-Transaktionen mit einem Gesamtwert von 2.059 Mrd. US$ zum Abschluss. 2004 waren im selben Zeitraum nur 20.888 Übernahmen mit einem Wert von 1.736 Mrd. US$ zu verzeichnen. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Bereichs Corporate Finance von KPMG, die auf Daten des Marktforschungsinstituts Dealogic beruht. (Die halbjährliche Analyse beinhaltet nur abgeschlossene Transaktionen, um eine Darstellung der tatsächlichen Zahlungsströme im Zusammenhang mit Unternehmenstransaktionen zu liefern.)

Thomas Ehren, Managing Partner im Bereich Advisory von KPMG: "Der signifikante Anstieg der Transaktionszahlen zeigt, dass das diesjährige Wachstum auf einer echten Belebung des M&A-Marktes beruht. Dabei fällt auf, dass von den zehn weltweit größten Übernahmen acht rein national waren. Dies lässt darauf schließen, dass die nationalen Marktkonsolidierungen weitergehen."


Boom in Asien - Entwicklung in Japan dynamisch

Einen regelrechten Boom verzeichnet der asiatische Raum. Hier stieg die Anzahl der Fusionen und Übernahmen um 50 Prozent und das Transaktionsvolumen um 39 Prozent. Vor allem in Japan war die Entwicklung dynamisch. Mit einem Transaktionsvolumen von knapp 200 Mrd. US$ belegt Japan auf der weltweiten Rangliste der Zielländer für M&A-Investitionen Platz 3 hinter den USA und Großbritannien.

Thomas Ehren: "Der japanische M&A-Markt nähert sich dem westlichen Modell an. In den letzten Monaten haben sich dort Management-Buy-Outs, Privatisierungen und sogar feindliche Übernahmen zu populären Transaktionsformen entwickelt. Auch die vorherrschenden strategischen Gründe haben sich gewandelt. Während Transaktionen bis vor kurzem vor allem im Zuge von Branchenkonsolidierungen, Konzern-Reorganisationen und Sanierungen stattfanden, spielen inzwischen immer häufiger Überlegungen wie Diversifikation und Integration von Wertschöpfungsketten eine Rolle."

Deutschland weltweit auf Platz 4 der Zielländer für M&A-Aktivitäten

Die Zahl der Transaktionen, an denen deutsche Unternehmen in diesem Jahr (einschließlich November) als Verkäufer beteiligt waren, ging im Vergleich zu 2004 um 16 Prozent zurück. Doch das Volumen stieg um 39 Prozent auf 105 Mrd. US$. Das macht deutlich, dass im Schnitt wesentlich höhere Unternehmenspreise erzielt wurden. Bei den Transaktionsvolumina liegt Deutschland damit weltweit auf Platz 4 der Zielländer für M&A-Aktivitäten, hinter den USA, Großbritannien und Japan.

Thomas Ehren: "Die starke Zunahme des M&A-Volumens auf dem deutschen Markt ist getragen vom Kauf der HypoVereinsbank durch die italienische Unicredit. Er macht mit einem Transaktionswert von über 22 Mrd. US$ knapp 21 Prozent des gesamten diesjährigen M&A-Volumens aus. Aber selbst wenn man die HVB-Übernahme unberücksichtigt lässt, liegt das Finanzvolumen der Fusionen und Übernahmen mit deutschen Zielunternehmen noch um mehr als 10 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Das zeigt, dass sich der Markt auch hierzulande spürbar belebt."

Von den mehr als 105 Mrd. US$, die dieses Jahr bisher in den Kauf deutscher Unternehmen geflossen sind, stammt die Hälfte aus rein nationalen Übernahmen. Die restlichen 50 Prozent wurden im Rahmen von grenzüberschreitenden Transaktionen von ausländischen Käufern gezahlt. Diese Verteilung ist durchgängig festzustellen, sowohl bei den großen Megadeals als auch im mittelständischen Segment.

Deutsche Unternehmen kaufen verstärkt ein

Um 26 Prozent gestiegen ist auch das Volumen der Transaktionen, in denen deutsche Unternehmen als Käufer auftraten. Mit ca. 73 Mrd. US$ belegt Deutschland hinter Großbritannien, Frankreich und Italien den vierten Rang auf der Liste der aktivsten europäischen Kaufländer.

Thomas Ehren: "Noch treten deutsche Unternehmen bei grenzüberschreitenden Transaktionen deutlich häufiger als Übernahmeobjekt denn als Käufer in Erscheinung. Das liegt unter anderem daran, dass sie bislang durch Investitionen in eigene Produktionsstätten im Ausland sehr stark organisch gewachsen sind. Wir glauben jedoch, dass angesichts gesättigter Märkte in der Heimat für viele deutsche Unternehmen die Erschließung neuer Märkte durch externes Wachstum zur Notwendigkeit wird. Gerade mittelständische Unternehmen sehen sich zudem immer stärker genötigt, ihren großen Kunden bei deren Globalisierung mittels Akquisitionen ins Ausland zu folgen. Durch die gerade zu beobachtende Öffnung der asiatischen, aber auch osteuropäischen und russischen M&A-Märkte werden sich zunehmend Möglichkeiten für Zukäufe im Ausland ergeben. In Anbetracht dieser strategischen Überlegungen und der derzeit hohen Bereitschaft von Banken, Akquisitionskredite zu vergeben, erwarten wir für das nächste Jahr einen weiteren Anstieg der M&A-Aktivitäten deutscher Unternehmen im Ausland."

Zuwächse im Banken-, Immobilien- und Baustoffsektor

Zu den Branchen mit den größten Transaktionsvolumina zählen in Deutschland vor allem der Bankensektor (plus 330 Prozent auf ca. 27 Mrd. US$), die Immobilienbranche (plus 45 Prozent auf ca. 21 Mrd. US$) und die Baustoffbranche (plus 534 Prozent auf 9,8 Mrd. US$). Wie der Bankenbereich war auch der Baustoffsektor vor allem durch eine sehr große Transaktion gekennzeichnet: die Übernahme der HeidelbergCement AG durch die Spohn Cement. Mit einem Kaufpreis von 7,9 Mrd. US$ war dies nach der HVB/Unicredit-Übernahme und dem Kauf des Immobilienunternehmens Viterra durch die Deutsche Annington (Kaufpreis 8,8 Mrd. US$) die drittgrößte Transaktion mit deutscher Beteiligung im Jahr 2005.

Fazit und Ausblick

Thomas Ehren: "Der M&A-Markt hat in diesem Jahr einen deutlichen Aufschwung erlebt. Viele angekündigte Großtransaktionen versprechen zudem einen lebhaften Start in das Jahr 2006, beispielsweise der Verkauf der MTU an den schwedischen Finanzinvestor EQT oder das Übernahmeangebot von ThyssenKrupp für den kanadischen Stahl-Herstellers Dofasco. Das weitere Wachstum wird unserer Einschätzung nach zu gleichen Teilen getragen werden von strategischen Käufern, die sich zunehmend wieder auf externes Wachstum konzentrieren, und von Private Equity-Häusern. Durch die Auflage großer Fonds und die günstigen Finanzierungsbedingungen im deutschen Markt verfügen Private Equity-Häuser derzeit über hohe Liquidität und werden deshalb weiterhin eine wichtige Rolle im M&A-Markt spielen."

Marita Reuter | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.kpmg.com

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