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KfW erschließt sich bei ihren Kapitalmarktaktivitäten durch hohe Flexibilität und Innovationsfreude weltweit neue Investoren

08.12.2005


Mit einer Rekordanzahl von 570 Einzeltransaktionen in insgesamt 15 verschiedenen Währungen hat die KfW von Januar bis Ende November 2005 Mittel in Höhe von 47,8 Mrd. EUR zur Refinanzierung ihres diesjährigen Geschäfts aufgenommen. Die für einen der größten Emittenten in Europa so wichtige Diversifizierung der Investoren konnte die KfW durch ihre Bereitschaft zu Flexibilität und Innovationen erneut ausbauen.


Innerhalb der Ersten Refinanzierungssäule - den Benchmark-Programmen in EUR und USD - wurden jeweils drei Anleihen begeben, die mit 18,6 Mrd. EUR einen Anteil von insgesamt 39 % an der Refinanzierung ausmachen. Die angekündigte Flexibilisierung der Benchmark-Programme hinsichtlich der Volumina einzelner Emissionen führte zu sehr erfolgreichen Transaktionen: "Das für Benchmark-Anleihen bis dahin noch ungewohnte, aber sehr genau an die jeweiligen Marktverhältnisse angepasste Volumen hat zu einer sehr positiven Resonanz bei Investoren und Intermediären geführt, und die Performance der Anleihen stark unterstützt", erklärte der Treasurer der KfW, Dr. Frank Czichowski, in einem Pressegespräch zu den Kapitalmarkt-Aktivitäten der KfW. Während die Euro-Anleihen insbesondere in Europa platziert wurden, war bei den USD-Anleihen die Nachfrage aus Asien dominierend.

Auch innerhalb der Zweiten Refinanzierungssäule - anderen öffentlichen Anleihen - hat die KfW äußerst flexibel auf den Wunsch der Investoren nach Währungsdiversifizierung und attraktiven Renditen reagiert. Von diesen Emissionen sind besonders die in Neuseeländischen, Australischen und Kanadischen Dollar sowie Anleihen in Isländischen Kronen, Mexikanischen Peso und Türkischen Lira auf große Nachfrage gestoßen. "Im NZD war die KfW in diesem Jahr mit einem Emissionsvolumen von 3,8 Mrd. NZD Weltmarktführer, und dem Wunsch der Anleger nach attraktiven Renditen sind wir auch in anderen Währungen nachgekommen", hob Czichowski hervor. Besonders spektakulär waren zwei der in diesem Jahr von der KfW begebenen Uridashi: im Januar wurde eine Umtauschanleihe auf Aktien der Deutsche Post AG über 1,1 Mrd. EUR im Uridashi-Format in Japan platziert, und im August wurde mit einem Emissionsvolumen von 1,43 Mrd. NZD der größte jemals emittierte NZD-Uridashi auf den Markt gebracht. Insgesamt machten die Anleihen der Zweiten Säule 45 % des Refinanzierungsvolumens aus.


Innerhalb der Dritten Refinanzierungssäule - dies sind vor allem Privatplatzierungen in unterschiedlichen Währungen - konnte die KfW in Japanischen Yen sowohl das emittierte Volumen (300 Mrd. JPY) als auch die Transaktionszahl (über 300 Anleihen) gegenüber dem Vorjahr in etwa verdoppeln.

Für 2006 erwartet die KfW Bankengruppe einen Refinanzierungsbedarf in Höhe von 50-55 Mrd. Euro.

Die bei den Benchmark-Programmen eingeführte und erfolgreiche Flexibilisierung wird beibehalten: Bei Euro-Anleihen strebt die KfW ein Mindestvolumen von 3 Mrd. an, für US-Dollar-Anleihen ist ein Mindestvolumen von 2 Mrd. bei Laufzeiten bis einschließlich 5 Jahren und von 1 Mrd. bei längeren Laufzeiten vorgesehen. Im Vordergrund der Benchmark-Emissionsstrategie steht die Performance für die Investoren.

Innerhalb der Zweiten Säule wird die KfW ab 2006 ein USD-MTN-Programm anbieten, um sich das Investorenpotenzial in den USA weiter zu erschließen. Infolge stärkerer Nachfrage aus Italien sind ferner vor wenigen Wochen die Voraussetzungen dafür geschaffen worden, KfW-Anleihen unter italienischem Recht mit einer Notierung an der Mailänder Börse begeben zu können. Nach einer ersten in diesen Tagen abgeschlossenen Emission sollen im kommenden Jahr weitere folgen. Im Übrigen erwartet die KfW auch in 2006 ein anhaltend hohes Interesse an Anleihen außerhalb der Kernwährungen EUR und USD.

Schließlich prüft die KfW Emissionsmöglichkeiten an bestimmten lokalen Kapitalmärkten in Asien; dies betrifft Malaysia, Thailand und die VR China. Während die Bank damit rechnet, die erforderlichen Abstimmungen für Emissionen in Malaysischen Ringgit und Thai Baht im ersten Quartal 2006 abschließen zu können, wird für den Vorbereitungsprozess in der VR China mehr Zeit eingeplant.

Ihr Bestreben, als transparente Emittentin am Kapitalmarkt aufzutreten, wird die KfW im nächsten Jahr fortsetzen. Um ihren Status als Benchmark-Emittentin zu festigen, wird sie nicht nur ein breites Produktangebot, sondern auch erstklassige Investoreninformationen anbieten. Diesem Anliegen dienen auch die Pflege der direkten Kontakte zu Investoren weltweit, regelmäßige Publikationen und spezielle Veranstaltungen für diese Zielgruppe.

Seit 2000 mehr als 50 synthetische Verbriefungstransaktionen mit über 80 Mrd. EUR - dynamische Entwicklung des ABS-Marktes erwartet

Der Verbriefungsmarkt hat sich in diesem Jahr dynamisch entwickelt. "Es zeichnet sich ab, dass wir das Jahr mit synthetischen Verbriefungen über rund 20 Mrd. EUR abschließen werden - damit werden unsere Erwartungen übertroffen" fasste der Leiter des Bereichs Kreditverbriefung, Dr. Dieter Glüder, die Aktivitäten bei dem Pressegespräch zusammen.

Seit dem Start der KfW-Verbriefungsplattformen PROMISE (Mittelstandskredite) und PROVIDE (private Wohnungsbaukredite) in 2000 bzw. 2001 wurden mehr als 50 Transaktionen mit über 80 Mrd. EUR am Finanzplatz Frankfurt und nach deutschem Recht durchgeführt.

"Damit dürften unsere beiden Programme die größten standardisierten Plattformen in Europa darstellen, die von einer Vielzahl von Banken genutzt werden können", ergänzte Glüder. "Gerade das Programm PROMISE hat Deutschland mit zum führenden Markt in der Verbriefung von Mittelstandskrediten in Europa gemacht."

Mit diesen Kapitalmarkt-Aktivitäten zielt die KfW auf eine Verbesserung der Kreditversorgung ihrer Zielgruppen durch einen effizienten Zugang zum Kapitalmarkt. Deshalb ist es erfreulich, dass sich der Investorenkreis kontinuierlich ausgeweitet hat. Im Rahmen ihrer Verbriefungen beobachtet die KfW eine zunehmende Nachfrage von Investoren aus Europa, zum Teil werden die aus den Transaktionen resultierenden Wertpapiere auch in Asien platziert.

Beim Ausblick auf das kommende Jahr verwies Glüder auf die derzeit noch nicht festgelegten Pläne der Banken, was eine zahlenmäßige Einschätzung der synthetischen Verbriefungsvolumina nicht ermöglicht. Er erwartet allerdings, dass die hohe Dynamik im ABS-Markt weiter anhält.

Deutsche Post AG seit Juni 2005 mehrheitlich in Privatbesitz - Weitere Privatisierung von Post und Telekom orientiert sich an Kapitalmarktsituation

Die Privatisierungsaktivitäten der KfW waren in 2005 durch zwei herausragende Transaktionen die Deutsche Post AG betreffend gekennzeichnet: Die bereits erwähnte Uridashi-Umtauschanleihe wurde bei rund 32.000 Privatpersonen in Japan platziert und würde bei vollständigem Umtausch den Free-Float-Anteil an Post-Aktien um weitere 5,1 % erhöhen. Mit dieser Transaktion - der ersten Uridashi-Umtauschanleihe dieser Art - hat die KfW ihre Innovationsbereitschaft erneut deutlich demonstriert.

Die im Juni erfolgte Platzierung von 126,5 Mio. Post-Aktien (ca. 11,4 % des Grundkapitals) im Volumen von 2,4 Mrd. EUR bei institutionellen Investoren wurde vom Markt außerordentlich positiv aufgenommen. Denn seither befindet sich die Deutsche Post AG erstmals mehrheitlich in Privatbesitz.

Auch in 2006 wird die KfW bei ihrer Privatisierungsstrategie die jeweilige Kapitalmarktsituation als ausschließliches Entscheidungskriterium für weitere Verkäufe von Post- und Telekomaktien betrachten.

Nathalie Drücke | KfW
Weitere Informationen:
http://www.kfw.de

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