Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Produktionsanforderungen ändern sich - aber anders als gedacht

02.11.2005


Entwicklung des Umsatzanteils neuer Produkte in der Metall- und Elektroindustrie


Produkte würden immer schneller auf den Markt geworfen und obendrein immer kompakter, heißt es. Zumindest für die deutsche Metall- und Elektroindustrie trifft das so pauschal nicht zu, sagt das Fraunhofer ISI.


Was heute neu ist, gehört morgen schon zum alten Eisen. Doch so schnell wie es den Anschein hat, dreht sich das Produktkarussell gar nicht. Eine Umfrage des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung unter 1.157 Betrieben der deutschen Metall- und Elektroindustrie zeigt eher das Gegenteil: Die dramatische Verkürzung der Produktlebenszyklen betrifft erst einen kleinen Teil der Fertigungsindustrie. Ein Beleg: Nur 15 Prozent der Produkte der Branche sind jünger als drei Jahre, ein Drittel sogar älter als zehn Jahre. Auch die Abmessungen der Produkte nehmen derzeit eher zu und folgen nicht dem oft propagierten Trend zur Miniaturisierung. Außerdem konnten die Karlsruher Forscher auch die These entkräften, wonach die Losgrößen in der Produktion immer weiter schrumpfen.

Dagegen konnten die Experten des Fraunhofer ISI den Trend zu immer mehr Produktvarianten bestätigen. Vorreiter beim Variantenzuwachs ist die Automobilindustrie. Ein Drittel der Betriebe gab an, dass die Zahl der Produktvarianten stark gestiegen sei. Dennoch hat es die Branche durch Modulbauweise und einheitliche Plattformen geschafft, weiterhin große Losgrößen zu erzielen, also möglichst große Fertigungseinheiten ohne Unterbrechung herzustellen. ",One piece flow’ - die Steuerung der Produkte in ,Losgröße eins’ durch die Produktion - ist damit noch in weiter Ferne", sagt Projektleiter Steffen Kinkel.


Dennoch sei der Trend zur Individualisierung von Produkten nicht aufzuhalten, glaubt Kinkel. Für die Maschinenhersteller hat dies Konsequenzen: Die Fertigungsanlagen und flankierenden Dienstleistungen müssen so flexibel sein, dass sich die Produktion schnell anpassen lässt. Außerdem werden die Anforderungen an die Fertigungsgenauigkeit weiter steigen, auch wenn ein Trend zur Miniaturisierung der Produktabmessungen noch nicht feststellbar ist.

Kontakt:
Dr. Steffen Kinkel
Telefon: (0721) 6809 - 311
E-Mail: steffen.kinkel@isi.fraunhofer.de

Bernd Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.isi.fraunhofer.de/i/dokumente/pi37.pdf
http://www.isi.fraunhofer.de
http://www.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Elektroindustrie Miniaturisierung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index tritt auf der Stelle
24.11.2016 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Lemgoer Wissenschaftler wollen smarte Banknote realisieren
08.11.2016 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flüssiger Wasserstoff im freien Fall

05.12.2016 | Maschinenbau

Forscher sehen Biomolekülen bei der Arbeit zu

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungsnachrichten