Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unternehmensberater: Bei Terrorismusbekämpfung auch EU-Exportpraxis überdenken

18.09.2001


Auch Wirtschaft trägt besondere Verantwortung - im Zweifel von sensiblen Geschäften ganz absehen

Im Zuge der notwendigen breitangelegten Terrorismusbekämpfung schlägt der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater BDU e.V., Rémi Redley, die weitere Harmonisierung des Außenwirtschaftsrechts in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union vor. Es müsse insbesondere über eine einheitliche europäische Überwachung nachgedacht werden, die alle EU-Exporte erfassen könne. Um langfristige Erfolge zu erzielen, gelte es, neben einer erhöhten Kontrolle von Waffenlieferungen, den Export von "dual-use Gütern", also Waren mit dem Risiko eines doppelten - zivilen, aber auch militärisch-terroristischen - Verwendungszwecks, besser zu registrieren.

"Gerade vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Freizügigkeit im EU-Binnenmarkt und dem damit verbundenen grenzenlosen und kaum kontrollierbaren Warenaustausch, muss eine einheitliche EU-Exportkontrolle sichergestellt sein", so Redley. So würde beispielsweise der Anreiz für Firmen sinken, die immer noch unterschiedlichen Ausfuhrpraxen der Mitgliedstaaten durch Produktionsverlagerungen oder durch Einschaltung von Drittstaaten zu umgehen. Dieses gelte vor allem im Hinblick auf die Staaten, deren Beitritt zur Europäischen Union bevorstehe. Denn dort sei die nationale Kontrolldichte oft noch nicht auf dem erwünschten Standard.

So müsse vor allem im Bereich von "dual-use Gütern" - beispielsweise der Internet-Verschlüsselungstechnik und anderer Software - "genauer hingeschaut" werden, meint Redley. Es sei genau zu überlegen, an wen und zu welchem weiteren Zweck in Zukunft derartige Güter geliefert werden. So gelänge es terroristischen Strukturen doch erst mit einer wirksamen Verschlüsselung ihrer Kommunikation, sich weltweit unbemerkt auszutauschen und ein unabhängiges Netzwerk zu unterhalten.

Redley fordert auch die Wirtschaft auf, ihrer besonderen Verantwortung beim Export "sensibler Waren und Dienstleistungen" gerecht zu werden. Nicht jede Lieferung, die erlaubt sein möge, sei auch im Hinblick auf die weitere Verwendung harmlos. Die Unternehmen könnten aber - auch über Firmenbeteiligungen - sehr viel besser den Zweck erkennen, zu dem die Güter tatsächlich importiert würden. "Hier gebietet es die unternehmerische Verantwortung, Geschäfte ganz zu unterlassen oder Verdachtsmomente den zuständigen Behörden frühzeitig mitzuteilen."

Im Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. sind zur Zeit rund 16.000 Unternehmensberater und Personalberater organisiert, die sich auf über 540 Management-, IT- und Personalberatungsfirmen verteilen. Die Mitgliedsunternehmen erzielten 2000 einen Gesamtumsatz von ca. sechs Milliarden DM (1999: 5,3 Milliarden DM). Der Marktanteil konnte in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut werden und liegt inzwischen bei 25 Prozent.

Klaus Reiners | ots

Weitere Berichte zu: Mitgliedstaat Terrorismusbekämpfung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Der Dauerläufer: Starke Binnennachfrage macht diesen Aufschwung robuster als seine Vorgänger
17.10.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Positiv für die Volkswirtschaft: Die Zahl der Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen steigt weiter
12.10.2017 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik