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Die wirtschaftliche Lage in der Bundesrepublik Deutschland im September 2005

16.09.2005


Nachdem sich im Juli wichtige Indikatoren wie Auftragseingang und Produktion erneut deutlich verbessert haben, spricht vieles dafür, dass sich die wirtschaftliche Dynamik im zweiten Halbjahr beschleunigt. Bereits im ersten Halbjahr 2005 war die gesamtwirtschaftliche Leistung sowohl im Vergleich zum letzten Halbjahr 2004 als auch gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum angestiegen.



Diese positive konjunkturelle Entwicklung schlägt sich wie erwartet mehr und mehr auch auf dem Arbeitsmarkt nieder: Die Beschäftigung nimmt deutlich zu, die Arbeitslosigkeit ist weiter rückläufig. Dieser Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt wird sich fortsetzen.

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Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) hatte sich im Verlauf nach dem saison- und kalenderbereinigten kräftigen Anstieg im ersten Quartal dieses Jahres (+0,8 %) im zweiten Quartal erwartungsgemäß nicht weiter erhöht (+0,0 %). Die Entwicklung des BIP im zweiten Quartal wurde maßgeblich durch den Anstieg der Konsumausgaben des Staates und der Ausrüstungsinvestitionen getragen. Den größten Wachstumsimpuls lieferten darüber hinaus die Vorratsveränderungen. Insgesamt ging von der inländischen Verwendung im zweiten Quartal ein positiver Wachstumsbeitrag aus. Das zweite Quartal wies dabei zwei Arbeitstage mehr auf als das erste Quartal. Es ist nicht auszuschließen, dass die konjunkturelle Dynamik durch die Kalenderbereinigung im zweiten Quartal etwas unterzeichnet wurde.

Betrachtet man das gesamte erste Halbjahr 2005, ergibt sich gegenüber dem zweiten Halbjahr 2004 ein Anstieg des BIP um saison- und preisbereinigt 3/4 %. Diese längerfristige Betrachtung zeigt, dass die konjunkturelle Grunddynamik in Takt ist. Die Wirtschaft befindet sich weiterhin in einer Phase der konjunkturellen Erholung.

Die aktuellen Konjunkturindikatoren signalisieren eine Fortsetzung dieser Entwicklung in den nächsten Monaten. Wichtige Indikatoren wie Auftragseingang und Produktion sprechen dafür, dass sich die wirtschaftliche Dynamik zuletzt beschleunigt hat.

Im Produzierenden Gewerbe hat sich der in der ersten Hälfte dieses Jahres sichtbare Aufwärtstrend fortgesetzt.

Die Gesamterzeugung ist gegenüber dem Vormonat im Juli saisonbereinigt erneut gestiegen (+1,2 %). Getragen wurde diese Entwicklung vor allem durch den spürbaren Anstieg der Industrieproduktion. Gemäß der Umsatzentwicklung in der Industrie kamen dabei die stärksten Wachstumsimpulse aus dem Ausland. Die gleichzeitige Zunahme der Inlandsumsätze signalisiert aber auch Impulse aus der Binnenwirtschaft. Angesichts der regen Nachfrage nach industriellen Erzeugnissen dürfte sich der Aufwärtstrend der Industrieproduktion fortsetzen. Im Juli wurde der in diesem Jahr kräftigste Zuwachs an Auftragseingängen verbucht (+3,7 %). Auch in der Tendenz sind die Auftragseingänge in der Industrie nun wieder deutlich aufwärts gerichtet. Die kräftigeren Nachfragezuwächse kommen dabei aus dem Ausland. Daneben ziehen auch die inländischen Bestellungen spürbar an.

Wichtige Stimmungsindikatoren entwickelten sich zuletzt eher uneinheitlich. Während sich das ifo-Geschäftsklima im August etwas eintrübte, stiegen die ZEW-Konjunkturerwartungen erneut deutlich an. Im Rückgang des ifo-Indikators dürfte allerdings auch ein Stück Normalisierung nach dem kräftigen Anstieg im Juli zum Ausdruck kommen. Darüber hinaus war die leichte Abschwächung des Geschäftsklimas ausschließlich auf eine kritischere Beurteilung der Geschäftslage zurückzuführen, während die Geschäftserwartungen zum dritten Mal in Folge angehoben wurden.

Im Bauhauptgewerbe ist die Erzeugung nach dem kräftigen Anstieg im Juni im August erneut, wenn auch nur geringfügig, angestiegen. Auch die Bestellungen im Bauhauptgewerbe wiesen im Mehrmonatsvergleich kräftige Zuwächse auf.

Der private Verbrauch entwickelte sich nach der leichten Erholung im zweiten Halbjahr 2004 in der ersten Hälfte dieses Jahres wieder schwächer. Dem gegenüber waren die Umsätze im Einzelhandel preisbereinigt in den letzten Monaten tendenziell wieder aufwärts gerichtet. Auch andere Indikatoren für die Entwicklung des privaten Verbrauchs wie die Neuzulassungen für Personenkraftwagen, die Inlandsaufträge und die Inlandsumsätze der Hersteller von Konsumgütern tendierten nach oben. Die Stimmungsindikatoren zeigten sich zuletzt hingegen uneinheitlich. Während sich das GfK-Konsumklima im August erstmals seit April dieses Jahres wieder leicht gebessert hatte, trübte sich das ifo-Geschäftsklima im Einzelhandel wieder ein.

Die maßgeblichen Impulse für die deutsche Konjunktur kamen bislang aus dem Ausland. Dies hatte sich vor allem in einer ausgesprochen dynamischen Exportentwicklung niedergeschlagen. Ergebnis war ein Ausfuhrüberschuss in der Rekordhöhe von 84,8 Milliarden Euro für das erste Halbjahr 2005. Vorleistungs- und Investitionsgüter bzw. insbesondere Kraftwagen, Maschinen und chemische Erzeugnisse hatten hieran den größten Anteil. Binnen Jahresfrist beträgt der Exportzuwachs 5,5 %. Angesichts der robusten Weltkonjunktur, der regen Auslandsnachfrage in der deutschen Industrie und der nach wie vor hohen ifo-Exporterwartungen ist auch in den kommenden Monaten von anhaltenden Ausfuhrzuwächsen auszugehen. Die Entwicklung der Einfuhren war in den letzten Monaten durch ein zum Teil kräftiges Auf und Ab gekennzeichnet. Hier schlagen sich derzeit sowohl Preiseffekte aufgrund der gestiegenen Öl- und Rohstoffpreise als auch Mengeneffekte durch die wieder etwas bessere binnenwirtschaftliche Entwicklung nieder. Seit Beginn dieses Jahres haben sich die Einfuhren gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum insgesamt um 6,6 % erhöht.

Im August wurden 4,728 Millionen Arbeitslose registriert. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat fiel der Anstieg der Arbeitslosigkeit geringer aus als in den Monaten zuvor. Auch gegenüber dem Vormonat hat sich die Zahl der Arbeitslosen stärker verringert als sonst im August üblich. Neben den üblichen saisonalen Einflüssen war dies erneut vor allem auf den geringeren Umfang der Arbeitslosmeldungen von Schulabgängern, Studenten und Lehrlingen zurückzuführen. Die weitere Zunahme von Arbeitsgelegenheiten und die Aktualisierung der vermittlungsrelevanten Daten von Arbeitslosengeld II-Empfängern trug ebenfalls zur günstigeren Entwicklung der Arbeitslosenzahlen bei. Saisonbereinigt sank die Arbeitslosigkeit von Juli auf August um 12.000 Personen. Die Arbeitslosenquote in nationaler Abgrenzung hat sich von Juli auf August leicht auf 11,4 % verringert. Im früheren Bundesgebiet betrug die Quote zuletzt 9,6 %, in den neuen Ländern 18,2 %. Die international vergleichbare Erwerbslosenquote lag bundesweit im Juli bei 9,2 % (letztes verfügbares Ergebnis). Die Zahl der Erwerbstätigen (Inlandskonzept) hat sich im Juli zum Vorjahr um 83.000 Personen erhöht. Saisonbereinigt stieg die Erwerbstätigkeit von Juni auf Juli um 30.000.

Die Entwicklung an den Weltrohölmärkten hat auch im August die Preisentwicklung in Deutschland maßgeblich beeinflusst. Die Verteuerung von Mineralölerzeugnissen und Energie führte sowohl bei den Einfuhr- und Erzeugerpreisen, als auch auf der Verbraucherstufe zu einer gewissen Beschleunigung des Preisauftriebs. Im Vorjahresvergleich erhöhten sich die Verbraucherpreise im Juli um 2,0 %. Unter Ausschluss der Sonderfaktoren blieb das allgemeine Preisklima aber ruhig. Die Kerninflation erhöhte sich binnen Jahresfrist wie bereits im Monat zuvor lediglich um 0,9 %.

Den Monatsbericht finden Sie in Kürze auf unserer Homepage unter:
www.bmwa.bund.de

| BMWA - Pressemitteilung
Weitere Informationen:
http://www.bmwa.bund.de

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