Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Konjunkturumfrage des Instituts für Marktberatung der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Japan (DIHKJ) im Juli 2001

14.09.2001


Deutsche Unternehmen erzielen gute Ergebnisse in Japan. Diese Einschätzung gilt auch für die zweite Jahreshälfte 2001.

Positive Geschäftsentwicklung Zahlreiche Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung sehen trotz der Stagnation in Japan eine zufriedenstellende bis sehr gute Auftragslage (45,7%).

Im Zeitraum von Januar bis Juli 2001 stellten 36,4% der Unternehmen (51) eine positive Umsatzentwicklung fest. Bemerkenswert ist, dass insbesondere in der Investitionsgüterbranche Umsatzsteigerungen von bis zu 20% erzielt werden konnten.

Für 18,6% der Unternehmen (26) blieb die Umsatzentwicklung unverändert. 26,4% der Unternehmen (37) verzeichneten rückläufige Umsatzzahlen. Die Umsatzeinbrüche bewegten sich zwischen -1,4% und -7,9%.

Beim Blick auf die Entwicklung des Betriebsergebnisses stellt sich die Situation ähnlich dar. 22,1% der Unternehmen haben in den ersten sechs Monaten des Betrachtungszeitraums einen verbesserten Betriebsgewinn erzielt. Für 30% der Unternehmen (42) stellte sich die Entwicklung des Betriebsergebnisses unverändert dar. Hingegen sprachen 28,6% der Unternehmen von einem verschlechterten Betriebsergebnis.

Die Entwicklung des Gewinns vor Steuern stellt ein Spiegelbild des Betriebsergebnisses dar. So haben 20% der befragten Unternehmen eine Steigerung des Vorsteuergewinns erwirtschaftet, für 30% der Unternehmen veränderte sich das Ergebnis nicht. Eine Reduzierung des Gewinns im Vergleich zum Dezember 2000 stellten 29,3% bzw. 41 Unternehmen fest.

Aussichten bis Ende 2001 Auf die Umsatzziele für das Jahr 2001 hin gefragt, gehen 45,7% der Unternehmen (64) von einer Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahr aus. 17,1% der Befragten (24) erwarten eine stabile Entwicklung. Somit sehen 62,8% der Unternehmen einer unveränderten bis wachsenden Umsatzentwicklung entgegen. Demgegenüber stehen 22,1% der Unternehmen (31), welche einen Umsatzrückgang erwarten.

Bis Ende des Jahres geht die Mehrheit der befragten Unternehmen von einer zufriedenstellenden bis positiven Geschäftsentwicklung aus.

So erwarten 61,4% der Unternehmen (96) eine stabile bis positive Entwicklung des Betriebsergebnisses; einer pessimitischen Entwicklung sehen 21,4% der Unternehmen (30) bis Ende des Jahres entgegen.

Die Entwicklung der Vorsteuergewinne verzeichnet eine ähnliche Tendenz. 60% der befragten Unternehmen (84) gehen von einer gleichbleibenden bis positiven Gewinnentwicklung aus. Demgegenüber stehen 23,6% der Unternehmen (33), welche mit einem Gewinnrückgang rechnen.

Unternehmen investitionsbereit Über die Hälfte der befragten Unternehmen (52,1%) planen Investitionen bis zum Jahresende. Bis zum Ende des Jahres stehen bei 27,1% der Unternehmen (38) Erweiterungsinvestitionen bis zu über 50 Mio. Yen (ca. 1 Mio. DM) im Vordergrund, gefolgt von 25% der Unternehmen (35), welche Rationalisierungsvorhaben oder Ersatzinvestitionen in Höhe von bis zu 50 Mio. Yen vorsehen.

Zahlungsmoral positiv Mögliche finanzielle Engpässe in der derzeitigen Marktschwäche haben die Zahlungsmoral nicht beeinflusst. Die deutschen Unternehmen bewerten die Zahlungsmoral ihrer japanischen Kunden im Untersuchungszeitraum insgesamt positiv. Mit dem Prädikat "sehr gut" bis "gut" bewerteten 45% der Unternehmen die Zahlungsmoral ihrer Kunden. 68,6% der Unternehmen (96) bestätigen eine hohe Zahlungspünktlichkeit. Sofern Unternehmen von Zahlungsverzug betroffen sind, so beträgt dieser durchschnittlich 5 bis 20 Tage.

Das Risiko von Zahlungsausfällen wird gering eingeschätzt: über 80% der befragten Unternehmen stellten keinen Zahlungsausfall fest. Nur 17,9% der Unternehmen (25) verbuchten einen Zahlungsausfall in Höhe von 1% des Vorjahresumsatzes.

Fazit Ohne Zweifel befindet sich Japan in einer Phase der tiefgreifenden wirtschaftlichen Neuorientierung. Die Auswirkungen dieses Prozesses und derzeitige wirtschaftliche Situation Japans scheinen bisher nur zum Teil auf die in Japan ansässigen deutschen Unternehmen auszustrahlen.

Festzuhalten bleibt, dass Japan ein unverändert hochinteressanter Markt ist, in dem nicht nur Umsätze, sondern auch Gewinne erzielt werden können. Gerade in der Phase einer Umstrukturierung der japanischen Wirtschaft bieten sich deutschen Unternehmen gute Chancen, antizyklisch zur Wirtschaftslage zu investieren. Es gilt, jetzt in den Markt zu einzutreten, um mittelfristig an einem wieder wachsenden japanischen Markt zu partizipieren.

_______________

Anhang zur Methodik der Datenerhebung Die Fragebögen wurden in englischer Sprache an 520 Unternehmen mit Sitz in Japan und deutscher Kapitalbeteiligung versandt. Antworten erhielt die DIHKJ von 152 Unternehmen (hiervon waren 12 Rückmeldungen nicht verwertbar). Dies entspricht einer Rücklaufquote von 30,1%. Kontaktiert wurden Unternehmen der Branchen Investitionsgüter, Handel, Konsumgüter und Dienstleistungen.

Für die Bewertung der unternehmensinternen wirtschaftlichen Situation wurde der Zeitraum Januar bis Juni 2001 im Vergleich zum Dezember 2000 herangezogen.

Die Umfrage der DIHKJ zur Einschätzung der Konjunktur wurde in dieser Form erstmalig durchgeführt. Daher sind Vergleiche noch nicht möglich und die Darstellung hat auf Basis kumulierter Ergebnisse beschreibenden Charakter. Die Umfrage soll dazu beitragen, eine tendenzielle Einschätzung der wirtschaftlichen Situation aus Sicht deutscher Unternehmen in Japan zu erhalten.

Marcus Schürmann | ots
Weitere Informationen:
http://www.dihkj.or.jp

Weitere Berichte zu: DIHKJ Kapitalbeteiligung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Rezessionsgefahr nahe null - IMK-Indikator: Deutsche Wirtschaft auf dem Weg in die Hochkonjunktur
16.01.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Mit Schwung ins neue Jahr
28.12.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Projekt "HorseVetMed": Forscher entwickeln innovatives Sensorsystem zur Tierdiagnostik

17.01.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Seltsames Verhalten eines Sterns offenbart Schwarzes Loch, das sich in riesigem Sternhaufen verbirgt

17.01.2018 | Physik Astronomie

Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

17.01.2018 | Physik Astronomie