Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Keine gravierenden Auswirkungen der Terroranschläge auf die Weltwirtschaft

13.09.2001


Von Prof. Dr. Klaus-Dieter John, Professur Wirtschaftspolitik, TU Chemnitz

Vor dem Hintergrund der momentan vorliegenden Fakten ist eine gravierende Auswirkung der Terroranschläge in den USA auf die Weltwirtschaft mehr als unwahrscheinlich. Allerdings wird es sowohl in den USA als auch in Deutschland zu einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums kommen. Insbesondere die massive Beeinträchtigung des Luftverkehrs wird zwangsläufig zu Produktionsausfällen führen, die sich bis Jahresende nicht vollständig ausgleichen lassen werden. Daher wird das ohnehin schwache Wachstum des US-Bruttoinlandsproduktes noch geringer sein als bislang erwartet. Mit einer tiefgreifenden Rezession in den Vereinigten Staaten ist aber nicht zu rechnen.

Für Deutschland bedeutet der Wachstumsrückgang in den USA eine Erschwerung der Exporte, die aufgrund eines voraussichtlich anziehenden Euro-Kurses noch verstärkt wird. Daher wird es auch in Deutschland zu einer Verringerung des Wirtschaftswachstums kommen, wobei der auf die Terroranschläge zurückzuführende Effekt aber insgesamt deutlich weniger als einen halben Prozentpunkt ausmachen dürfte. Auch wenn dies ein vergleichsweise geringer Wert ist, muss jedoch bedacht werden, dass diese Beeinträchtigung die deutsche Wirtschaft in einer schwierigen Ausgangssituation trifft und es sich um einen Durchschnittswert handelt. Die einzelnen Branchen werden in sehr unterschiedlichem Ausmaß durch die Anschläge berührt. Unmittelbar betroffen ist der Luftverkehrssektor, vor allem also die Lufthansa, die mit einem erheblichen Einbruch ihres Umsatzes rechnen muss. Daneben sind vor allem Versicherungen, Banken und die Automobilindustrie betroffen - vor allem die Hersteller, die einen großen Anteil ihrer Produkte in die USA exportieren. Weiterhin sind direkte Auswirkungen auf Branchen zu befürchten, die stark auf Vorleistungen aus den USA angewiesen sind, also z. B. die Elektronikindustrie.

Als Zeichen dafür, dass insgesamt nicht mit dramatischen Entwicklungen gerechnet werden muss, lässt sich die Reaktion der internationalen Finanz- und Rohstoffmärkte werten. So standen zwar die Kurse der Luftfahrtgesellschaften unter massivem Druck, die anfänglich hohen Verluste der Versicherer und Banken sind aber zum Teil schon wieder korrigiert worden. Auch am Rohölmarkt hat sich der Preis nach einem anfänglichen starken Anstieg auf einem leicht erhöhten Niveau stabilisiert. Hierbei war sicherlich die Erklärung der OPEC entscheidend, dass sich diese Organisation ihrer Verantwortung für die Weltwirtschaft wohl bewusst sei.

Insgesamt ist daher zwar von einer leichten Beeinträchtigung der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland und auch weltweit zu rechnen, Ängste vor einer Weltwirtschaftskrise sind aber völlig unbegründet. Entscheidend für die weitere Entwicklung ist vor allem, in welcher Form die Vereinigten Staaten auf die Terroranschläge reagieren werden.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Klaus-Dieter John, Telefon (03 71) 5 31 - 41 98, E-Mail k.john@wirtschaft.tu-chemnitz.de

Dipl.-Ing. Mario Steinebach | Pressemitteilungen
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de

Weitere Berichte zu: Terroranschlag Weltwirtschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Trotz Dämpfer auf gutem Niveau
25.04.2018 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index auf hohem Niveau deutlich rückläufig
24.04.2018 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Impfstoff-Kandidat gegen Malaria erfolgreich in erster klinischer Studie untersucht

25.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Erkheimer Ökohaus-Pionier eröffnet neues Musterhaus „Heimat 4.0“

25.04.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

25.04.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics