Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Betrug mit gestohlenem Plastikgeld kostet den Einzelhandel 54 Millionen Euro

01.09.2005


Kredit-, ec- und Zahlungskarten werden bei Langfingern immer beliebter: Die Zahl der Kartendiebstähle stieg im vergangenen Jahr um neun Prozent. 11.125-mal wurde der Diebstahl von Plastikgeld angezeigt. Damit wurden fast doppelt so viele ec-, Kredit- und Zahlungskarten gestohlen wie Autos. Die Folge: Allein der Einzelhandel verlor rund 54 Millionen Euro durch Forderungsausfälle. Außerdem zählten die Händler 1,7 Millionen Euro Bearbeitungsgebühren für geplatzte Lastschriften, schätzt die Unternehmensgruppe Steria Mummert Consulting.



Gerade mit gestohlenen ec-Karten machen Diebe dank des Lastschriftverfahrens leichte Beute. Auf sie entfiel fast die Hälfte aller Betrugsfälle beim bargeldlosen Bezahlen. Jeder Kartenmissbrauch kostet den Handel mehr als 25 Euro, so die Experten der Unterneh-mensgruppe Steria Mummert Consulting. Die Ladenbesitzer müssen eine Gebühr an ihre Bank entrichten, wenn eine Lastschrift nicht eingelöst wird. Zusätzliche Kosten fallen an, weil die Adresse des Käufers ermittelt und der Betrug angezeigt werden muss.

... mehr zu:
»PIN


Das Problem: Die Zahlung per ec-Karte mit PIN-Eingabe dauert dem Handel zu lange. Das Lastschriftverfahren ist für den Handel günstiger und schneller als die elektronische Zah-lung mit PIN-Eingabe. Zudem benötigt der Handel mehr Informationen über sichere und schnelle Zahlungsmethoden wie das Offline-Cash per ec-Karte mit Geldchip. Bisher nutzen die Einzelhändler diese Technologie nicht ausreichend. Die Folge: Obwohl die Kartenzahlung mit PIN sicherer ist, wird sie seltener genutzt. Fast jeder fünfte Kauf wurde 2004 per ec-Lastschrift bezahlt. Bei lediglich neun Prozent aller Einkäufe ging das Geld hingegen per ec-Karte mit PIN-Eingabe über den Ladentisch.

Für jeden 20. Einkauf zückten die Kunden 2004 ihre Kreditkarte. Im vergangenen Jahr waren mit rund 21,26 Millionen Kreditkarten 3,9 Prozent mehr im Umlauf als noch ein Jahr zuvor. Der große Vorteil ist die Sicherheit: Nur jede 2.000. Kreditkarte wird in Deutschland für Betrügereien benutzt. Im Vergleich zu 2003 ging die Zahl der erfassten Betrugsfälle sogar um 21 Prozent auf 17.057 Fälle zurück. Zum Vergleich: Mit ec-Karten wurde mehr als 100.000-mal betrogen. Dadurch liegen Debit- und Kreditkarte beim finanziellen Schaden, der pro gestohlener Karte anfällt, wieder gleichauf: Je Kreditkarte betrug dieser 2004 42 Cent, für ec-Karten-Betrug 40 Cent. „Ein Grund für den Rückgang der Schadenfälle bei Kreditkarten ist, dass die Kreditkarteninstitute Betrugsfälle zentral erfassen und dadurch die Strategien und bevorzugten Geschäfte der Betrüger besser kennen“, sagt Mummert Consulting-Experte Johannes Prinz. Somit werden viele Kartendiebe bereits beim Zahlvorgang entlarvt. Mit einem solchen so genannten „Fraud-Monitoring“ können auch Banken die Zahl der ec-Karten-Missbräuche senken. Das Problem: Da die deutsche Bankenlandschaft viel zerfaserter ist, müssten sich die Banken zunächst auf ein gemeinsames Erfassungssystem einigen.

Kreditkarten sind das sicherste Plastikgeld (Schadenvolumen in Euro)

Kreditkarten: 8.060.263 (2004), 11.178.916 (2003)
Debitkarten mit PIN: 26.294.895 (2004), 24.047.304 (2003)
Debitkarten ohne PIN: 20.110.122 (2004), 22.579.611 (2003)

Diese Presseinformation basiert auf Expertenschätzungen der Unternehmensgruppe Steria Mummert Consulting sowie auf der polizeilichen Kriminalstatistik 2004.

Joerg Forthmann | Steria Mummert Consulting
Weitere Informationen:
http://www.mummert-consulting.de

Weitere Berichte zu: PIN

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht RWI erhöht Konjunkturprognose für 2017 leicht auf 1,3 Prozent
15.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise