Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eigen- und Risikokapital: Trend hin zu weniger, dafür aber größeren Beteiligungen

10.09.2001


  • Beteiligungsmarkt in Europa konsolidiert sich

  • Kein Kapitalmangel zu befürchten

  • Vorwiegend Technologiebranche profitiert

  • Zentral- und Osteuropa bieten Investitionsanreize

Der Markt für Eigen- und Risikokapitalbeteiligungen (Private Equity- und Venture Capital) wird in 2001 das hohe Niveau der vergangenen Jahre nicht halten können. Finanzreserven bei den Investoren und eine Verschiebung in den Größenordnungen der einzelnen Transaktionsvolumina lassen dennoch ein positives Ergebnis erwarten. Zu diesem Ergebnis kommt die von PricewaterhouseCoopers und dem Venture Capital-Unternehmen 3i durchgeführte Untersuchung Global Private Equity Report - A Review of the Global Private Equity and Venture Capital Markets. "Auch wenn das Wachstum in diesem Jahr rückläufig ist und die Zeiten des ,Internet-Goldrausches’ vorüber sind, haben die Investitionen in 2001 bereits das Niveau von 1998 überschritten", erläutert Dr. Theo Weber, verantwortlich für den Bereich Venture Capital bei der Corporate Finance-Beratung von PricewaterhouseCoopers.

Der Report Global Private Equity 2001 untersucht sechs Regionen: Nordamerika, Westeuropa, Asien, den Mittleren Osten und Afrika, Mittel- und Südamerika sowie Zentral- und Osteuropa. In allen Regionen hat sich der Schwerpunkt der Investitionsaktivitäten im letzten Jahr verschoben. Der Anteil der Geschäftsübernahmen durch das eigene Management eines Unternehmens (Management-Buy-Outs) hat sich verringert, während Investitionen in einer frühen Unternehmensphase kontinuierlich zunahmen.

Höchste Investitionen in den USA - Deutschland auf Platz vier

Die USA liegen mit Investitionen von rund 134 Milliarden Euro sowie aufgebrachten Finanzmitteln von rund 168 Milliarden Euro an der Spitze. Auch wenn die Entwicklung im Jahr 2000 leicht rückläufig ist, so stellt die Höhe der Investitionen immer noch das Vierfache der Summe dar, die in Westeuropas investiert wurde. Zweitgrößte Investorennation ist Großbritannien mit rund 13 Milliarden Euro - einem Zehntel des Volumens von Nordamerika. Frankreich hat Deutschland im Jahr 2000 mit 5,4 Milliarden Euro den dritten Rang streitig gemacht. In Deutschland wurden 4,8 Milliarden Euro investiert. "Dies wird sich mit der Unternehmenssteuerreform, die ab 1. Januar 2001 in Kraft tritt, jedoch aller Voraussicht nach ändern", folgert Andrew Richards, 3i". "Da der Verkauf von Unternehmensbeteiligungen dann steuerfrei sein wird, rechnen wir im kommenden Jahr mit höheren Eigenkapital-Investitionen in Deutschland".

Westeuropa: vorwiegend Technologiebranche profitiert

Die Summe von Eigen- und Risikokapital wuchs im vergangenen Jahr in Westeuropa auf ein Volumen von rund 35 Millionen Euro. Dieser Rekord ist vorwiegend Investitionen im Technologiebereich zuzuschreiben, auf die über 14 Milliarden Euro entfielen. Die aufgebrachten Finanzmittel stiegen im Vergleich zu 1999 um 61 Prozent auf 48 Millionen Euro.

Beteiligungsmarkt in Europa konsolidiert sich

"Auch Europa ist nicht vom Abschwung verschont geblieben. Eine Konsolidierung war für 2001 jedoch insbesondere bei den Erstinvestitionen zu erwarten. Die Risikokapitalgeber sind vorsichtiger, wählerischer und disziplinierter in ihrer Investitionsentscheidung geworden," führt Andrew Richards aus. "Der gesamte Beteiligungsmarkt wird sich konsolidieren. Die Starken werden stärker, die Schwachen schwächer. Nur die Kapitalgeber, die ihren Investitionen tatsächlichen Wert hinzufügen, werden bleiben."

Aufschwung bei Unternehmensübernahmen in Europa

Entgegen dem weltweiten Trend ist in 2001 für die europäischen Länder im Bereich der Unternehmensübernahmen ein starkes Beteiligungswachstum zu verzeichnen. Dieses beruht allerdings auf wenigen, großen Transaktionen. Privatisierungen, die im Jahr 2000 den größten Teil der Übernahmen (Buy-Outs) machten, halten auch im Jahr 2001 auf hohem Niveau an: Ihr Anteil hat mit zahlreichen Transaktionen in Höhe von mindestens einer Milliarde Euro bereits jetzt das Gesamtergebnis von 2000 übertroffen. "Die Grenzen des Risikokapitalmarktes haben sich verschoben. Während in der Vergangenheit eine Übernahme in Höhe von 300 - 500 Millionen Euro bereits als großer Deal galt, gibt es inzwischen Potenzial für Investitionsvolumina um drei bis vier Milliarden Euro, so Theo Weber, PricewaterhouseCoopers.

Zentral- und Osteuropa bieten Investitionsanreize

Länder in Zentral- und Osteuropa profitieren von der zunehmenden Öffnung zum Westen. Ihr weiteres Wirtschaftswachstum sowie die Investitionsanreize der Regierungen in Osteuropa ermutigen ausländische Investoren und private Beteiligungsunternehmen, sich in den ehemaligen Ostblock-Staaten anzusiedeln.

Internationaler Trend: Technologiemärkte steigern den Umsatz

Im Jahr 2000 stieg das weltweit investierte Eigenkapital (Private Equity) um 30 Prozent auf rund 194 Milliarden Euro. Die aufgebrachten Finanzmittel wurden um 67 Prozent auf eine neue Rekordmarke von rund 246 Milliarden Euro erhöht.

Der Technologieboom hat dazu geführt, dass die Werte für 1999 und 2000 stark gestiegen sind. Entsprechend floss der Löwenanteil aller Investitionen im vergangenen Jahr in den Technologie-Sektor. Mit rund 124 Milliarden Euro machten diese Investitionen 64 Prozent des gesamten Volumens aus - im Vergleich zu 36 Prozent in 1999. Dies zeigt sich insbesondere im signifikanten Anstieg der Frühphasen- und Wachstumsinvestitionen.

Kein Kapitalmangel für künftige Investitionen zu befürchten

Insgesamt liegt den meisten Regionen ein gesundes Wachstum zugrunde. Künftige Investitionen haben keinen Kapitalmangel zu befürchten: In allen Ländern übersteigen die eingesetzten Beträge die getätigten Investitionen. Die Summe der weltweit aufgebrachten Finanzmittel stieg in den vergangenen sechs Jahren durchschnittlich um 41 Prozent, die Investitionen um 35 Prozent. "Die Frage ist, ob das Wachstum auf diesem hohen Investitionsniveau und die Menge der Mittel vorläufig anhalten," führt Theo Weber, PricewaterhouseCoopers, aus. "Der aktuell hohe Stand nicht investierten Fondsvolumens bietet hervorragende Chancen für Unternehmen, die Risikokapital oder privates Beteiligungskapital suchen."

Die Studie Global Private Equity Report - A Review of the Global Private Equity and Venture Capital Markets können Sie kostenlos herunterladen unter: www.pwcglobal.com/de

Nicole Susann Roschker | ots
Weitere Informationen:
http://www.pwcglobal.com/de

Weitere Berichte zu: Beteiligungsmarkt Finanzmittel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Hohes Niveau, aber leichter Rückgang
28.06.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index setzt Anstieg fort
22.06.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive