Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Strukturpolitik zwischen Wachstum und Ausgleich

31.08.2005


Aktueller IAT-Report 2005-06 diskutiert Perspektiven des Clusteransatzes



Mit der Neuausrichtung der europäischen Strukturpolitik nach 2006 wird sich für die Bundesländer die Frage nach einer Neujustierung von Wachstum und Ausgleich stellen. Dabei geht es weniger um die Frage nach den vermutlich geringeren finanziellen Mitteln, sondern um die Frage nach einer effektiven strategischen Ausrichtung. Sollen die strukturpolitischen Mittel wie bisher - oder womöglich noch stärker - auf die strukturschwachen Regionen konzentriert werden, oder soll sich die Strukturpolitik an international herausragenden Wachstumsfeldern unabhängig von regionalen Grenzen ausrichten?



Mit dieser Frage befasst sich der jetzt online erschienene Report 2005-06 des Instituts Arbeit und Technik (IAT/Gelsenkirchen), der die "Perspektiven des Clusteransatzes" untersucht. Die Orientierung an Clustern - regionalen Wachstums- und Innovationskernen - kann einen Schwerpunkt im Rahmen einer derartigen Neuausrichtung bilden, eignet sich aber nicht als flächendeckender Ansatz, meint PD Dr. Dieter Rehfeld, Leiter des Forschungsschwerpunktes Innovative Räume am IAT. Angesichts der anhaltenden Probleme in strukturschwachen Regionen werden ergänzend immer auch ausgleichspolitische Instrumente notwendig sein.

Bisher war die europäische Strukturpolitik konsequent an Problemregionen gebunden. Künftig werden die strukturpolitischen Mittel der EU sich zwar auch weiterhin an den strukturschwachen Regionen orientieren, die regionale Verteilung der Mittel innerhalb der Bundesländer wird aber nicht mehr von der EU-Kommission sondern von den Ländern festgelegt. Vor allem die künftigen Ziele 2 und 3 der europäischen Strukturpolitik werden für die deutschen Förderregionen besonders wichtig: Das künftige Ziel 2 stellt Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung in den Mittelpunkt, das geplante Ziel 3 setzt auf grenzüberschreitende und transnationale Kooperation. In beiden Fällen wird die Orientierung an Clustern eine deutlich größere Rolle spielen als bisher.

Clusterpolitik muss in ein umfassendes strukturpolitisches Konzept eingebettet werden, wobei regionale Schwerpunkte und thematische Wachstumsfelder auszubalancieren sind. Um das Potenzial des Clusteransatzes realistisch zu nutzen, bedarf es eines professionellen Clustermanagements in den Regionen, stellt Rehfeld fest.

Wenn die strukturpolitische Strategie allerdings gerade in den Regionen mit den größten wirtschaftlichen Problemen darin besteht, dass man es sich nicht leisten kann, irgendein Wachstumspotenzial auszulassen, dann ist Clusterpolitik fehl am Platz. "Dann ist weiter die Gießkanne angebracht, wobei aber offensichtlich ist, dass das zu verteilende Volumen immer geringer wird", so Rehfeld. Wenn es darum geht, trotz immer bleibender Unsicherheit über wirtschaftliche Entwicklungen die knappen Ressourcen strategisch auszurichten, dann ist eine Clusterorientierung, konsequent und professionell umgesetzt, ein sinnvolles Element einer modernen Strukturpolitik.

Claudia Braczko | idw
Weitere Informationen:
http://www.iatge.de

Weitere Berichte zu: Clusteransatz Strukturpolitik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Online-Quickcheck »Frugal Innovation Index« macht Unternehmen fit für Entry-Level Produkte
19.04.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht Innovationskraft stärken – IAT untersuchte öffentliche und private Innovationsaktivitäten in NRW
12.04.2017 | Institut Arbeit und Technik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung