Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pilotprojekt für arbeitslose Ingenieure an der FH Gießen-Friedberg

17.08.2005


"Wenn es funktioniert, kann das Projekt bundesweiten Modellcharakter bekommen." Hessens Wissenschaftsminister Udo Corts verspricht sich viel von einem Fortbildungsprogramm, das die Fachhochschule Gießen-Friedberg ab Oktober gemeinsam mit der Gießener Agentur für Arbeit anbieten wird.

In dem Pilotprojekt, das Corts gemeinsam mit FH-Präsident Prof. Dr. Dietrich Wendler, Matthias Spieler, Geschäftsführer der Gießener Agentur für Arbeit, und dem Vorsitzenden des VDI-Bezirksvereins Mittelhessen, Prof. Dr. Eckhardt Wiederuh, in Gießen vorstellte, sollen sich arbeitslose ältere Ingenieure gezielt fachlich weiter qualifizieren.

Von herkömmlichen Weiterbildungen unterscheide sich das neue Programm dadurch, dass die Arbeitslosen von Beginn an in einem Betrieb betreut und so fachliche Defizite unmittelbar erkannt würden, erläuterte Wendler. "Jeder Teilnehmer wird individuell durch einen Hochschullehrer beraten und kann sich sein spezifisches Weiterbildungsprogramm aus den Lehrveranstaltungen der FH Gießen-Friedberg zusammenstellen." In der Pilotphase im kommenden Wintersemester stehen zunächst 15 bis 20 Plätze für Maschinenbau- und Elektroingenieure zur Verfügung.



Hintergrund des Projekts ist die Diskrepanz zwischen einer großen Nachfrage nach Ingenieuren einerseits und einer hohen Arbeitslosenquote bei älteren Ingenieuren andererseits. "Ab 40 wird es schwierig", fasst Matthias Spieler die Situation zusammen. Zwei Drittel der 329 im Bezirk Gießen arbeitslos gemeldeten Ingenieure gehören zu dieser Altersgruppe. Projektaufgabe der Agentur für Arbeit ist die Vermittlung von Arbeitslosen an Firmen, die Bedarf an Ingenieuren haben, und die Betreuung während der Trainingsphase in den Betrieben. Erfolg verspreche das Programm auch deshalb, weil die Unternehmen kein Risiko eingingen. Sie können während der halbjährigen Weiterbildung ihren potentiellen neuen Mitarbeiter begutachten und jederzeit entscheiden, ob sie ihn einstellen wollen.
VDI-Vorsitzender Wiederuh, dessen Organisation sich ebenfalls an der Akquisition von Firmen und potentiellen Kursteilnehmern beteiligen wird, nennt sehr spezifische Defizite zum Beispiel im Softwaresektor, die an der FH ausgeglichen werden können: "Wer zehn Jahre in einer leitenden Position in einem mittelständischen Betrieb war und dann seinen Arbeitsplatz verliert, hat sich als Führungskraft nicht mit CAD beschäftigt und muss deshalb Anschluss an die aktuelle Entwicklung finden."

Minister Corts, der betonte, dass die FH Gießen-Friedberg schon auf anderen Gebieten wie zum Beispiel dem dualen Studium eine Vorreiterrolle eingenommen habe, wies auch auf einen gesellschaftspolitischen Aspekt des Projekts hin. Wenn heute Ingenieure ab 45 zum alten Eisen gehörten, so könne man nicht die Hände in den Schoß legen, sondern müsse etwas dagegen unternehmen. Er werde deshalb das Pilotprojekt mit 56.000 Euro aus dem Innovationsfonds seines Ministeriums fördern.

Erhard Jakobs | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-giessen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Rezessionsgefahr nahe null - IMK-Indikator: Deutsche Wirtschaft auf dem Weg in die Hochkonjunktur
16.01.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Mit Schwung ins neue Jahr
28.12.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie