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Aktienmarkt: Konsolidierung als Einstiegschance

16.08.2005

Fast 20 Prozent hat das deutsche Börsenbarometer DAX seit Ende April an Wert gewonnen. Der steile Aufwärtstrend überraschte nicht nur aufgrund seiner Dynamik sondern auch hinsichtlich seiner Robustheit gegenüber Störfaktoren wie Terroranschlägen oder Ölpreisrekorden. Gleichzeitig stellten deutsche Dividendenpapiere auch im Relativvergleich zuletzt insbesondere die US-Titel in den Schatten. Die günstige Bewertung, eine per saldo erfreuliche Quartalsberichtssaison, sowie Übernahme- und Wahlphantasien lieferten den Treibstoff für diesen Aufschwung.

Anfang August konnten dann jedoch erste Ermüdungserscheinungen ausgemacht werden, und die Rede von der längst überfälligen Konsolidierung machte erstmals unter den Börsenakteuren die Runde. Hält die Sommerrally an oder steht getreu dem historischem Muster der saisonal eher schwachen Börsenmonate August und September ein raueres Börsenklima bevor?

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In der aktuell optimistischen Stimmung am Aktienmarkt werden eine Reihe von Risikofaktoren ausgeblendet, die durchaus das Potenzial haben, in den nächsten Wochen an Bedeutung zu gewinnen. Der auf Rekordhoch notierende Ölpreis und die im Gefolge anziehenden Benzinpreise könnten wieder verstärkt in das Blickfeld der Anleger rücken, zumal damit insbesondere dem US-Konsumenten deutlich Kaufkraft entzogen wird. Die partiell schwächer ausgefallenen Unternehmensausblicke aus dem US-Technologiesektor (Dell, Cisco) wirkten zwar bisher in erster Linie auf Einzeltitelebene, könnten bei Fortsetzung dieses Trends aber stärkere Gesamtmarktrelevanz entfalten. Mit Blick auf Deutschland könnte zudem der zunehmend unsicher werdende Wahlausgang in den kommenden Wochen das Sentiment belasten.

Perspektivisch zeichnet sich allerdings auf Basis aktueller Prognosen sowohl für das laufende Jahr als auch für 2006 ein weiterhin aufwärts gerichteter Gewinntrend bei den DAX-Unternehmen ab. Zudem notiert der DAX speziell gegenüber den US-Indizes unverändert mit einem deutlichen Bewertungsabschlag. Die Differenz der Kurs-Gewinn-Verhältnisse hat sich trotz der jüngsten Outperformance im Jahresverlauf nicht signifikant eingeengt, da die überproportionalen Kursgewinne auch von entsprechenden Gewinnsteigerungen flankiert wurden. Die Kombination aus niedrigerer Bewertung einerseits und höherem Gewinnsteigerungspotenzial andererseits spricht weiterhin für den deutschen Aktienmarkt.

Nach dem signifikanten Anstieg der letzten Monate würde eine Konsolidierung an den Aktienmärkten zwar nicht überraschen, vor dem Hintergrund der intakten fundamentalen Trends erscheint aber das Drohpotenzial der Störfaktoren begrenzt. Gewinntrend und konjunkturelles Gesamtszenario lassen auf Sicht durchaus noch Spielraum für weitere Kursavancen, so dass Kursrücksetzer eher temporärer Natur sein sollten und eine gute Einstiegsgelegenheit bieten dürften.

Dr. Stefan Steib | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.lrp.de

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