Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ITK-Branche verliert Milliarden durch Insolvenzen von Geschäftspartnern

28.07.2005


  • Zahlungsausfälle belasten die Unternehmen


  • BITKOM empfiehlt aktives Risikomanagement

Die schlechte Zahlungsmoral der öffentlichen Hand und vieler gewerblicher Kunden führt in der Informations- und Telekommunikationswirtschaft (ITK) im laufenden Jahr in Deutschland zu einem Umsatzausfall von mehr als einer Milliarde Euro. Das ergab eine Studie des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) zum Zahlungsverhalten im ITK-Markt. "Die schwache Entwicklung der Gesamtwirtschaft beeinträchtigt die Zahlungsmoral", sagt BITKOM-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Fast 30 Prozent der befragten ITK-Anbieter gaben an, dass sich das Zahlungsverhalten ihrer gewerblichen Kunden in den vergangenen zwölf Monaten verschlechtert hat; 21 Prozent bemerkten dies bei ihren öffentlichen Kunden. Im Durchschnitt dauert es 37 Tage ab Rechnungsausgang, bis staatliche Auftragnehmer zahlen. Private Kunden begleichen ihre Rechnungen zwei Tage früher. Als Zahlungsziel gewähren die Anbieter im Schnitt 27 Tage. "Im Vergleich zu anderen Branchen sind die Kunden von ITK-Unternehmen aber zuverlässiger", sagt Rohleder. Im Mittel wird erst nach 42 Tagen gezahlt.

... mehr zu:
»ITK-Branche »Insolvenz

Grund für Zahlungsausfälle ist häufig die Insolvenz von Geschäftspartnern eines Unternehmens. Der Wirtschaftsinformationsdienst Creditreform verzeichnete im ersten Halbjahr 2005 rund 14.300 Insolvenzen von Unternehmen und 29.200 von Privatpersonen. Während die Zahl der Privatinsolvenzen erneut drastisch gestiegen ist, gab es zum ersten Mal seit fünf Jahren in diesem Zeitraum etwas weniger Firmenpleiten. "Die schlechte Zahlungsmoral oder gar der Zusammenbruch von Unternehmen bringen deren Geschäftspartner häufig in große Schwierigkeiten", sagt Rohleder. Daher rät der BITKOM den Unternehmen, für wichtige Vertragsbeziehungen ein aktives Risikomanagement einzurichten, um finanzielle Schäden im Fall einer Insolvenz zu vermeiden.

"Die meisten Firmen wachen erst auf, wenn es bereits zu spät ist", sagt Rohleder. Verschlechtert sich das Zahlungsverhalten der Kunden, reagieren laut BITKOM-Studie 81 Prozent der Unternehmen mit einer Verbesserung ihres Mahnwesens. Besser sei es jedoch, bereits vor dem Vertragsschluss aktiv zu werden. Grundlage für ein erfolgreiches Risikomanagement ist die Sammlung von Informationen über den Geschäftspartner. Daten im Handelsregister sind öffentlich zugänglich und geben Auskunft über die Eigenkapitalquote oder die Liquiditätslage eines Unternehmens. Als Alternative können Firmen bei einem Wirtschaftsauskunftsdienst eine Bonitätsprüfung in Auftrag geben. Sicherheit vor finanziellen Schäden bieten auch eine entsprechende Vertragsgestaltung und die Wahl der Zahlungsmodalitäten. Vorauskasse, Anzahlungen oder Teilzahlungen nach Fortschritt der Leistungserbringung minimieren das Risiko.


Ein Sonderfall ist die Insolvenz von Software-Herstellern. Insbesondere betriebswirtschaftliche Programme sind für die Kunden überlebensnotwendig und lassen sich in der Regel nicht einfach ersetzen. Die Pleite eines Anbieters kann daher fatale Folgen haben. Eine Lösung bieten so genannte Escrow Agreements, bei denen der Software-Anbieter den Quellcode der Anwendung bei einem neutralen Agenten hinterlegt. Im Fall einer Insolvenz darf er den Quellcode an den Kunden übergeben. Der hat dann die Möglichkeit, die Software selbst zu pflegen oder einen Dienstleister damit zu beauftragen.

Cornelia Kelch | BITKOM
Weitere Informationen:
http://www.bitkom.org

Weitere Berichte zu: ITK-Branche Insolvenz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Rückgang, aber noch keine Tendenzwende
21.11.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Praktisch keine Rezessionsgefahr, Wirtschaft auf stabilem Aufschwungpfad
15.11.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Zellen auf Wanderschaft: Falten in der Zellmembran liefern Material für nötige Auswölbungen

23.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Magnetfeld-Sensor Argus „sieht“ Kräfte im Bauteil

23.11.2017 | Physik Astronomie

Max-Planck-Princeton-Partnerschaft in der Fusionsforschung bestätigt

23.11.2017 | Physik Astronomie