Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auszubildende - im Osten bald Mangelware, im Westen wieder steigende Zahlen

29.08.2001


Dem Ausbildungsstellenmarkt in den neuen Bundesländern droht eine dramatische Entwicklung: Mangelt es heute noch an betrieblichen Ausbildungsplätzen, so werden in nur wenigen Jahren die Auszubildenden Mangelware sein. In den alten Ländern wird die Entwicklung eine andere Richtung nehmen: Hier werden wieder mehr Jugendliche als heute eine Lehrstelle nachfragen. Ein vorausschauendes Engagement der Berufsbildungspolitik und der Wirtschaft ist deshalb schon jetzt unerlässlich. Ihr Ziel muss es in den neuen Ländern sein, den für den wirtschaftlichen Aufschwung wichtigen Fachkräftenachwuchs zu sichern. In den alten Ländern muss dagegen in Zukunft ein höheres Ausbildungsplatzangebot als heute bereit gestellt werden, wenn alle an einer Lehrstelle interessierten Jugendlichen versorgt werden sollen.

Das sind die Ergebnisse der neuesten Vorausberechnungen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Basis dieser Berechnungen sind die Bevölkerungsprognose des Statistischen Bundesamtes und die aktuelle Schulabgängerprognose der Kultusministerkonferenz. In den neuen Ländern und Berlin sinkt die Nachfrage in den kommenden Jahren zunächst nur leicht. Spätestens 2005 aber wird sich die Abnahme dramatisch beschleunigen und erst 2012 ihren Tiefpunkt erreichen. Zu diesem Zeitpunkt werden nur noch halb so viele Jugendliche als heute eine Lehrstelle nachfragen. In den alten Ländern werden die Nachfragerzahlen vom kommenden Jahr an wieder steigen; erst ab 2008 kann dann mit einem kontinuierlichen Rückgang gerechnet werden. Bis zum Jahr 2015 wird die jährliche Nachfrage allerdings immer noch höher liegen als heute.

Analysen und Vorausschätzungen der Nachfrage nach Ausbildungsplätzen gehören zu den grundlegenden Forschungsaufgaben des BIBB. In der Veröffentlichung "Nachfrage Jugendlicher nach Ausbildungsplätzen. Analysen und Prognosen 2000-2015" stellt das Institut in drei Beiträgen seine aktuellen Arbeitsergebnisse zu diesem Thema vor.

  • Im Beitrag "Rückblick auf den Ausbildungsstellenmarkt 2000" wird dem überraschenden Rückgang der Nachfrage nach Ausbildungsplätzen ebenso wie dem Rückgang des Angebots an Ausbildungsplätzen im Jahr 2000 nachgegangen.
  • Der Beitrag "Vorausschätzung der Nachfrage nach Berufsausbildungsstellen 2001 bis 2015" setzt sich mit den Daten der Bevölkerungsprognose des statistischen Bundesamtes sowie den Schüler- und Absolventenzahlen von 1999 bis 2015 der Kultusministerkonferenz auseinander und behandelt auf dieser Basis die Entwicklung der Ausbildungsplatznachfrage bis zum Jahr 2015.
  • Im dritten Beitrag " Bewerberstatistik der Bundesanstalt für Arbeit und Nachfragerstatistik des Bundesinstituts für Berufsbildung: Zwei Seiten ein- und derselben Medaille oder voller Widersprüche?" wird u.a. erläutert, warum die Zahl der Ausbildungsstellenbewerber, die von der Bundesanstalt für Arbeit herausgegeben wird, zur Zeit deutlich höher liegt als die Zahl der Ausbildungsstellennachfrager, die das BIBB veröffentlicht.

Die Veröffentlichung von Walter Brosi, Klaus Troltsch und Joachim Gerd Ulrich: "Nachfrage Jugendlicher nach Ausbildungsplätzen. Analysen und Prognosen 2000-2015" ist zum Preis von 9,20 Euro/18,00 DM zu beziehen beim W. Bertelsmann Verlag GmbH & Co. KG, Postfach 10 06 33, 33506 Bielefeld, Tel. 0521/911 01-11, Fax: 0521/911 01-19, E-Mail: bestellung@wbv.de

Dr. Ilona Zeuch-Wiese | idw

Weitere Berichte zu: Ausbildungsplatz Lehrstelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index tritt auf der Stelle
24.11.2016 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Lemgoer Wissenschaftler wollen smarte Banknote realisieren
08.11.2016 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie