Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Halbjahresbericht 2001 / Bahn steigert Verkehrsleistung und Umsatz / Sanierungsprogramm zeigt Wirkung / Nachfrage steigt

28.08.2001


Deutsche Bahn legt erstmals Halbjahresbericht vor - Verkehrsleistung im Personen- wie Güterverkehr im 1. Halbjahr gestiegen - Umsatz mit 7.664 Mio. Euro um 2,7 % über Vorjahreswert - Betriebliches Ergebnis nach Zinsen auf 66 Mio. Euro verbessert - Erwartung für das Geschäftsjahr 2001 unverändert: Negatives Betriebliches Ergebnis nach Zinsen

Der Geschäftsverlauf des Deutsche Bahn Konzerns war im 1. Halbjahr erfreulich. In allen Bereichen lag die Verkehrsleistung über den Vergleichswerten des Vorjahreszeitraums. Der Unternehmensbereich Personenverkehr konnte die Verkehrsleistung auf der Schiene um 1,8 % auf 35.887 Mio. Personenkilometer (1. Hj 2000: 35.247 Mio. Pkm) steigern. Der leichte Anstieg der Verkehrsleistung im Güterverkehr um 0,4 % auf 39.777 Mio. Tonnenkilometer (1. Hj 2000: 39.609 Mio. tkm) ist angesichts der Tatsache, dass das Vorjahr ein Boom-Jahr für DB Cargo war, ebenfalls eine gute Leistung. Dies gilt umso mehr, als der Güterverkehr in den vergangenen Monaten die sich abschwächende allgemeine Konjunktur zu spüren bekommt. Der Konzernumsatz stieg im Vergleichzeitraum um 2,7 % auf 7.664 Mio. Euro (1. Hj 2000: 7.465 Mio. Euro). Das Wachstum ist in erster Linie auf die positive Entwicklung im Personen- und Güterverkehr zurückzuführen; die höchsten Wachstumsraten erzielten der Unternehmensbereich Fahrweg durch die stärkere Nachfrage konzernfremder Kunden und der Unternehmensbereich Personenbahnhöfe in Folge höherer Vermarktungserlöse. Bei jeweils im Vergleich zum Vorjahr geringeren Bestandsveränderungen und aktivierten Eigenleistungen lag die Gesamtleistung mit 8.368 Mio. Euro um 108 Mio. Euro über dem Vergleichszeitraum (1. Hj 2000: 8.260 Mio. Euro)

Mit der Umsetzung von Effizienzverbesserungen konnten die Aufwendungen insgesamt weiter gesenkt werden. Die bisherigen Fortschritte im Sanierungs-programm Fokus entsprechen den Erwartungen. Insgesamt konnte das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (entspricht dem Ergebnis vor Steuern) auf 28 Mio. Euro gesteigert werden (1. Hj 2000: -17 Mio. Euro).

Die Kennziffern für die Beurteilung der operativen Entwicklung - das EBITDA, das EBIT und das Betrieblichen Ergebnis nach Zinsen - zeigen eine positive Tendenz. Das EBITDA stieg deutlich um 114 Mio. Euro oder 11,0 % auf 1.150 Mio. Euro (1. Hj 2000: 1.036 Mio. Euro). Die rein operative Verbesserung, d.h. die Fortschritte unter Bereinigung des Effekts der um 187 Mio. Euro geringeren Erstattungen für Altlasten der früheren Deutschen Reichsbahn, beträgt dabei sogar 301 Mio. Euro. Das EBIT stieg um 77 Mio. Euro auf 206 Mio. Euro (1. Hj 2000: 129 Mio. Euro); das Betriebliche Ergebnis nach Zinsen erreichte 66 Mio. Euro (1. Hj 2000: 20 Mio. Euro). Der Cash Flow vor Steuern erhöhte sich vor allem durch die Ergebnisverbesserung um 9,0 % auf 972 Mio. Euro (1. Hj 2000: 892 Mio. Euro).

"Den Herausforderungen der Märkte setzten wir unsere Sanierungs-, Leistungs- und Wachstumsoffensiven entgegen. Unsere Maßnahmen beginnen zu greifen, die ersten Ergebnisse sind sehr erfreulich. Jedoch lässt sich die positive Ergebnisentwicklung nicht auf das Gesamtjahr fortschreiben. Allerdings bestärkt uns die positive Kundenresonanz darin, an unserem Modernisierungskurs konsequent festzuhalten. Schritt für Schritt schaffen wir so eine zukunftsfähige Bahn." zeigte sich Bahnchef Hartmut Mehdorn mit dem Verlauf des ersten Halbjahres sehr zufrieden. "Die Verbesserung unserer Wirt-schaftlichkeit ist und bleibt das oberste Gebot für alle Bereiche", so Mehdorn.

Mit Blick auf die im Vergleich zum Vorjahr entfallenden EXPO-Verkehre, die Optimierung der Angebote im Rahmen der Konzepte MORA P und MORA C sowie die den Güterverkehr betreffende konjunkturelle Eintrübung ist aber nicht davon auszugehen, dass sich bei der Verkehrsleistung die positive Entwicklung im 2. Halbjahr fortsetzen wird. Durch die konzernweite Moderni-sierungsoffensive, insbesondere das erheblich intensivierte Instandhaltungs-programm im Schienennetz und Investitionen in den Fahrzeugpark ergeben sich zudem weitere Belastungen im Aufwand. Auf Grund der Tatsache, dass erst im März Planungssicherheit über die öffentlichen Infrastrukturmittel erzielt wurde, ist in den kommenden Monaten mit deutlich höheren Mittelabflüssen für Investitionen bzw. Ergebnisbelastungen aus Instandhaltungsmaßnahmen als im 1. Halbjahr zu rechnen. Geprüft wird derzeit zudem, ob für die bekann-ten Kostenrisiken der Neubaustrecke München - Ingolstadt - Nürnberg zusätzliche Rückstellungen zu bilden sind. Für das 2. Halbjahr und das Gesamtjahr 2001 ist deshalb mit einem deutlich negativen Betrieblichen Ergebnis nach Zinsen zu rechnen. Insgesamt entspricht der Verlauf des Geschäftsjahres weitgehend den bereits im Mai auf der Bilanzpresse-konferenz genannten Erwartungen.

Die Bilanzsumme hat sich gegenüber dem Geschäftsjahresende 2000 nur leicht um 0,6 % auf 39,7 Mrd. Euro erhöht. Die Brutto-Investitionen waren mit 2.878 Mio. Euro um 3,1 % geringer als im Vorjahreszeitraum. Während dabei die Brutto-Investitionen des Unternehmensbereichs Fahrweg sogar über dem erwarteten Wert lagen, führten Verzögerungen und zeitliche Verschiebungen beim Zugang von neuen Fahrzeugen zu niedrigeren Brutto-Investitionen der Transportbereiche und damit zu einem Rückgang des Gesamtinvestitions-volumens im ersten Halbjahr.

Im Zuge weiterer Produktivitätsverbesserungen sank die Zahl der Beschäf-tigten seit dem Jahresende 2000 um 3.317 auf 219.339 Mitarbeiter. Im Vergleich zum 30. Juni 2000 entspricht dies einem Rückgang um 12.503 Mitarbeiter.

Die Bahn folgt mit dem erstmals vorgelegten Zwischenbericht bereits dem neuen Deutschen Rechnungslegungsstandard für Zwischenberichte (DRS 6). Der Zwischenbericht wurde dabei vom Abschlussprüfer einer prüferischen Durchsicht unterzogen.

Dieter Hünerkoch | ots
Weitere Informationen:
http://www.bahn.de

Weitere Berichte zu: Brutto-Investition Güterverkehr

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitslosigkeit sinkt verhaltener
27.07.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index bleibt aufwärts gerichtet
20.07.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie