Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Lage auf dem deutschen Stahlmarkt: Abschwächung auf hohem Niveau

17.08.2001


Mit der Abschwächung des Wachstums der Weltwirtschaft im Verlauf des Jahres 2000 hat auch die starke Dynamik der Stahlnachfrage, die temporär zu einer globalen Angebotsknappheit geführt hatte, nachgelassen. Dennoch erreichten sowohl die Walzstahl- als auch die Rohstahlproduktion neue Höchststände: Erstere ist um 7,9 vH auf rund 769 Mill. t, letztere um 7,5 vH auf 847 Mill. t gestiegen. An diesem Anstieg waren alle großen Erzeugerländer beteiligt. So erhöhte sich die Rohstahlerzeugung z.B. in der ehemaligen Sowjetunion um 14,4 vH oder in Japan um 13,0 vH; selbst in den Vereinigten Staaten (4,2 vH) bzw. in den Ländern der EU (5,3 vH) wurden noch beachtliche Zuwächse erreicht.

Die deutschen Stahlproduzenten lieferten im Jahr 2000 39 Mill. t Walzstahlerzeugnisse, 8,6 vH mehr als 1999; hierzu wurden 46,3 Mill. t, also 10,3 vH mehr Rohstahl gegossen als im Vorjahr; auch dies waren neue Höchststände. Der Außenhandelsüberschuss ist trotz stark zunehmender Einfuhren - insbesondere aus Drittländern - weiter gestiegen. Als Folge der günstigen Mengenkonjunktur auf dem europäischen Stahlmarkt ließen die Stahlpreise ihren Tiefpunkt vom vierten Vierteljahr 1998 weit hinter sich und erreichten vorübergehend sogar wieder das hohe Niveau von Anfang 1997. Bei weniger starken Kostensteigerungen verbesserten sich die Geschäftsergebnisse der Unternehmen erheblich: Der Umsatz stieg im Jahre 2000 auf knapp 37 Mrd. DM (1999: 31 Mrd. DM); damit wurde das Niveau von 1998 wieder erreicht.

Die deutsche Stahlindustrie wird in diesem Jahr wie die meisten anderen Branchen eine nur vorübergehende Abkühlung der Konjunktur - wir gehen von einem BIP-Wachstum von 1,5 vH für 2001 und 2,3 vH für 2002 aus - spüren. Im März 2001 erfolgte die schon lange erwartete Anpassung des Angebots an die schwächere Nachfrage; dies hat den Lagerabbau beschleunigt. Bis zur Jahresmitte ist gerade so viel Rohstahl produziert worden wie im ersten Halbjahr 2000. Insgesamt wird für 2001 eine Erzeugung von knapp 45,5 Mill. t und für 2002 von 47 Mill. t erwartet. In Westdeutschland dürfte sie wegen des rascheren Lagerabbaus vermutlich stärker gedrosselt werden als in Ostdeutschland. Gleichwohl stehen die Stahlunternehmen weiter unter hohem Anpassungsdruck, da im übrigen Europa nach wie vor Überkapazitäten bei Flachstahl bestehen. Der Abbau der Belegschaften wird sich mittelfristig - wenn auch immer langsamer - fortsetzen: Bis zum Jahresende 2002 dürften in der Spitze weitere 6 000 Arbeitsplätze wegfallen.

Ihre Ansprechpartner dazu:
Klaus Löbbe, Tel.: (0201) 81 49-280
Hans-Karl Starke, Tel.: (0201) 81 49-265
Joachim Schmidt (Pressestelle), Tel.: (0201) 81 49-292

Joachim Schmidt | idw

Weitere Berichte zu: Lagerabbau Rohstahl Stahlmarkt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr steigt nur geringfügig
14.02.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Früherkennung von Innovationsfeldern
09.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung