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Langfristig lohnt sich die Förderung der beruflichen Weiterbildung

06.06.2005


Die Förderung der beruflichen Weiterbildung lohnt sich. Während der Weiterbildung sinkt zwar die Wahrscheinlichkeit, dass die Teilnehmer(innen) eine neue Stelle antreten, da sie sich in dieser Zeit seltener bewerben. Längerfristig überwiegen jedoch die positiven Effekte: Umschulungen beispielsweise erhöhen die Beschäftigungswahrscheinlichkeit nach mehreren Jahren um durchschnittlich 10 bis 15 Prozent, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).



Kürzere Fortbildungen zeigen ebenfalls positive, wenn auch etwas geringere Beschäftigungswirkungen: Die Wahrscheinlichkeit, Arbeit zu haben, ist in Westdeutschland bei ehemaligen Teilnehmern 4 Jahre nach der Weiterbildung immerhin um 5 bis 9 Prozent höher als bei vergleichbaren Personen, die keine Fortbildung absolviert haben.



Etwas andere Ergebnisse zeigen sich, wenn die Netto-Beschäftigungseffekte kumuliert betrachtet werden. Dabei wird - differenziert nach Weiterbildungsteilnehmern und Nicht-Teilnehmern - die Dauer der Beschäftigung bzw. der Arbeitslosigkeit über den gesamten Untersuchungszeitraum hinweg addiert ("kumuliert"). Hier schneiden die kürzeren Fortbildungen zunächst besser und die längeren Umschulungen erst einmal ungünstiger ab. Wegen des anfänglichen Effekts der verringerten Suchintensität werden nämlich die positiven Beschäftigungseffekte insbesondere bei längeren Maßnahmen erst im Laufe von durchschnittlich 4 Jahren sichtbar. Bei früheren Studien waren die untersuchten Zeiträume noch zu kurz, um die positiven Beschäftigungswirkungen von längeren Maßnahmen auch bei dieser Betrachtungsweise zu erfassen.

Im Auftrag des IAB haben Michael Lechner, Ruth Miquel und Conny Wunsch von der Universität St. Gallen jetzt erstmals einen Zeitraum von bis zu acht Jahren analysiert. Danach erhöhen Weiterbildungen langfristig die Beschäftigungsaussichten.

Bei ostdeutschen Frauen zum Beispiel führten Umschulungen dazu, dass bei den Teilnehmerinnen die Wahrscheinlichkeit, eine Beschäftigung zu finden, um 25 Prozent höher lag als bei vergleichbaren Nichtteilnehmerinnen.

Bei ostdeutschen Männern wurde der positive Effekt allerdings dadurch überlagert, dass in der ersten Hälfte der 90er Jahre viele Arbeitslose in Bauberufe umgeschult wurden. Mitte der 90er Jahre kam der Bauboom in Ostdeutschland zum Erliegen. Die Arbeitslosenquoten in den Bauberufen, die 1993/1994 noch deutlich unterdurchschnittlich waren, stiegen bis zum Jahr 2002 auf über 30%, so dass sich dort die Beschäftigungschancen rapide verschlechtert haben.

Die Studie für Westdeutschland ist unter doku.iab.de/discussionpapers/2005/dp0305.pdf im Internet veröffentlicht. Die Studie für Ostdeutschland hat die Internetadresse doku.iab.de/discussionpapers/2005/dp1405.pdf.

Wolfgang Braun | idw
Weitere Informationen:
http://www.iab.de

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