Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schwächen und Stärken der Rahmenbedingungen für das Private-Equity-Geschäft in Deutschland

30.05.2005


Bei den Rahmenbedingungen für Private Equity in Deutschland kann im Vergleich zu den wichtigsten Konkurrenzmärkten noch nachgebessert werden. Einige Veränderungen sind allerdings bereits in Angriff genommen worden.



So sind in den vergangenen Monaten insbesondere in der Besteuerung einige wichtige Entscheidungen gefallen, die die Attraktivität des Standorts Deutschland für Private-Equity-Investitionen erhöhen. Dies ist das Ergebnis eines Gutachtens, das das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag des Bundesfinanzministeriums erstellt hat.

Die meist aus den USA und Großbritannien stammenden Private-Equity-Fonds sind seit Mitte der 1990er Jahre verstärkt auch in Deutschland aktiv. Sie beteiligen sich an Unternehmen, die sie auf- oder umbauen und abschließend verkaufen. Das Private-Equity-Geschäft ist zwar riskant, allerdings locken im Erfolgsfall auch hohe Renditen. Rahmenbedingungen, die das Risiko-Rendite-Profil von Private-Equity-Investitionen verbessern, machen einen Standort für diese Art von Finanzinvestoren daher attraktiv.


Die Änderungen in der Besteuerung von Private-Equity-Fonds und ihrer Investoren in Deutschland (insbesondere durch das BMF-Schreiben vom 16. und 23. Dezember 2003 sowie das Gesetz zur Förderung von Wagniskapital vom 30. Juli 2004) sind unter diesem Blickwinkel zu begrüßen. Sie bringen eine höhere Rechtssicherheit für Private-Equity-Fonds und ihre Investoren und verbessern gleichzeitig die steuerlichen Bedingungen für Private-Equity-Investitionen im internationalen Vergleich ganz erheblich: Dies gilt für die Besteuerung des Carried Interest (der erhöhte Anteil der Private Equity-Manager am erzielten Gewinn) und der Management Fee (Verwaltungsvergütung des Fonds) sowie hinsichtlich der Bedingungen für die steuerliche Transparenz der Fonds. Auch die in Deutschland geltende Besteuerung der Veräußerungsgewinne, die von Investoren in Private-Equity-Fonds erzielt werden, ist im internationalen Vergleich als günstig einzustufen.

Handlungsbedarf besteht allerdings weiterhin. Insbesondere wird die Frage, ob der einzelne Private-Equity-Fonds als private Vermögensverwaltung einzustufen ist, bisher erst im Nachhinein entschieden. Es bleibt für die Investoren somit unklar, wie hoch ihre Gewinne in der Zukunft besteuert werden. Bei den steuerlichen Rahmenbedingungen sind ferner die Verlustverrechnung und die Regelungen im Hinblick auf die Gesellschafterfremdfinanzierung in Deutschland als unvorteilhaft im internationalen Vergleich zu bewerten.

Weitere Hindernisse für eine stärkere Verbreitung der Private-Equity-Finanzierung in Deutschland stellen die im internationalen Vergleich deutlich geringere Liquidität der deutschen Kapitalmärkte und das Fehlen eines Segments für Börsengänge junger Unternehmen dar, die eine Veräußerung der Beteiligungen über die Börse erheblich erschweren. Auch ist die überwiegend umlagefinanzierte Altersvorsorge in Deutschland kein guter Nährboden für Pensionsfonds, die Private-Equity-Unternehmen als finanzstarke Investoren benötigen. Darüber hinaus wirken sich auch die Inflexibilitäten an den Arbeitsmärkten, die Regulierung der potenziellen Kapitalgeber (insbesondere hinsichtlich quantitativer Anlagegrenzen für Versicherungen) sowie die verbleibenden bürokratischen Hemmnisse für Unternehmen ungünstig auf die Tätigkeit der Private-Equity-Fonds aus. Allerdings wurden auch in einigen dieser Punkte in jüngster Zeit Verbesserungen auf den Weg gebracht. Hierzu gehören zum Beispiel die Stärkung der zweiten und dritten Säule der Altersvorsorge sowie die Deregulierungsbemühungen im Hinblick auf den Arbeitsmarkt und die bürokratischen Hemmnisse für Unternehmen.

Die Studie kann für 49,-- Euro unter www.zew.de/PE bestellt werden.
Wenn Sie ein Presseexemplar benötigen, wenden Sie sich bitte an die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des ZEW.

Ansprechpartner:
Dr. Tereza Tykvova
Telefon 0621/1235-147, E-Mail tykvova@zew.de
Dr. Peter Westerheide
Telefon 0621/1235-146, E-Mail westerheide@zew.de

Katrin Voss | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Online-Quickcheck »Frugal Innovation Index« macht Unternehmen fit für Entry-Level Produkte
19.04.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht Innovationskraft stärken – IAT untersuchte öffentliche und private Innovationsaktivitäten in NRW
12.04.2017 | Institut Arbeit und Technik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten