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Währungsumstellung - Die Bahn ist fit für den Euro

14.08.2001

Bei der Bahn läuft derzeit die Euroumstellung auf Hochtouren. Bereits seit 1996 koordiniert ein eigens eingerichtetes Projektteam konzernübergreifend alle Aktivitäten, die mit der neuen Währung zu tun haben. Oberstes Ziel: Die reibungslose und termingerechte Umstellung aufs neue Geld am 1. Januar 2002. Eine umfangreiche Aufgabe, da nahezu der gesamte Konzern betroffen ist.

Insgesamt bereiten rund 2.000 Mitarbeiter die Euroumstellung vor. Darüber hinaus werden allein im Personenverkehr 4.000 Mitarbeiter in den Reisezentren und 14.000 Zugbegleiter intensiv geschult. Hartwig Schneidereit, Europrojektleiter bei der Bahn, zum Countdown für den Euro:

O-Ton Hartwig Schneidereit, Europrojektleiter

"Ich glaube, wir haben zwei heiße Phasen. Einmal die Datenverarbeitungsphase, die im Augenblick sehr heiß ist, die Umstellungsarbeiten sind passiert, aber wir müssen natürlich sehen, ob alles erfolgreich gewesen ist. Die zweite, wirklich heiße Phase wird natürlich in den drei Umstellungsmonaten, sprich dem Dezember 01 und Januar/ Februar 02 erfolgen. Das ist das Thema Bargeld."

Bereits im Dezember wird ein Drittel der Fahrscheinautomaten auf Euro umgestellt. Übrigens nur dort, wo mehrere Automaten zur Verfügung stehen. Denn diese Automaten stehen nach dem Umbau einige Tage nicht zur Verfügung, weil sie dann nur noch Euro annehmen. Für den Betrieb mit D-Mark wird also an allen Bahnhöfen mindestens noch ein Gerät zur Verfügung stehen. Am Schalter und im Zug kann der Kunde natürlich auch noch mit Mark und Pfennig zahlen.

Schrittweise folgen dann bis Februar 2002 die restlichen Fahrscheinautomaten - eine technisch wie personell besonders aufwendige Aufgabe:

"Man muss ’ran an circa 10.000 Ticketautomaten. Wir haben knapp sechstausend Bahnhöfe - dort befinden sich rund 24.000 Schließfächer, jedes einzelne muss angefasst werden. Wir haben 13.000 Kofferkulis, wir haben Parkuhren jede Menge."

Jede Menge Automaten, die alle mit dem Euro ausgestattet werden wollen.

"Wir brauchen für unsere Bargelderstversorgung circa 350 Tonnen Geld. Davon gehen rund 200 Tonnen in die Automaten rein als Füllung, als Vorfüllung sozusagen. Und da können Sie erst rangehen, wenn Sie das Geld wirklich haben, also das können sie im Augenblick noch nicht machen. Wir bereiten die Maschinen vor, wir testen sie, wir haben bereits Testmünzen im Haus. Und dann kann es erst losgehen, wenn wirklich diese 350 Tonnen dann auf dem Hof des Hauses stehen."

Als große Herausforderung hat sich auch die Berechnung der neuen Fahrpreise erwiesen. Denn die alten Preise können nicht 1:1 in Euro umgerechnet werden. Grund: Die Europreise müssen immer durch zwanzig Cent teilbar sein, um automatenfähig zu bleiben. Außerdem sollen die Fahrpreise künftig auf volle Euro lauten. Mittlerweile ist eine praktikable Lösung gefunden worden: Die Preise werden bei der Umrechnung zunächst minimal angehoben, anschließend nach unten auf einen durch 20 Cent teilbaren Wert geglättet. Für die Kunden ändern sich die Preise dadurch kaum spürbar um einen Wert im Promillebereich. Und: Die Bahn wird diese geringen Mehreinnahmen einem gemeinnützigen Zweck zur Verfügung stellen.

Hartwig Schneidereit zieht denn auch ein positives Fazit der Euroumstellung bei der Bahn:

"Ich bin sehr glücklich, dass wir dieses Europrojekt mit der Priorität 1 im Konzern versehen konnten. Wir haben Vorrang. Wir haben bisher alle Probleme, die sich abzeichneten, in den Griff bekommen. Also, bis jetzt läuft es eigentlich wirklich prima."

Hartwig Schneidereit | ots / ors

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