Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zunahme der Unternehmensgründungen in Deutschland - Spitzentechnik bleibt Sorgenkind

17.05.2005


Eine Untersuchung auf Grundlage der aktuellsten verfügbaren Daten zum Gründungsgeschehen in Deutschland zeigt, dass die Anzahl der Unternehmensgründungen in technologie- und wissensintensiven Branchen (vgl. Definition am Textende) im Jahr 2003 um rund vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist.



Das Sorgenkind in der Gründungsbilanz der technologie- und wissensintensiven Branchen bleibt allerdings weiterhin die Spitzentechnik. Hier ist die Anzahl der Gründungen mit einem Minus von ebenfalls vier Prozent im Jahr 2003 weiter rückläufig. Dies geht aus der soeben veröffentlichten halbjährlichen Untersuchung zum Gründungsgeschehen in Deutschland des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, hervor.



Unternehmensgründungen in technologie- und wissensintensiven Bereichen stellen mit elf Prozent nur ein kleines Segment aller Gründungen in Deutschland dar. Dennoch ruhen gerade auf ihnen große Hoffnungen bezüglich der Schaffung neuer, zukunftsfähiger Arbeitsplätze und der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft im globalen Wettbewerb, weil von ihnen Impulse für neue Problemlösungen ausgehen, die zu innovativen, international konkurrenzfähigen Produkten führen.

Eine nähere Betrachtung des Gründungsgeschehens in den technologie- und wissensintensiven Branchen offenbart deutliche Unterschiede. So ist in den technologieintensiven Wirtschaftszweigen des verarbeitenden Gewerbes die Anzahl der Gründungen in der Spitzentechnik, also von Unternehmen mit einer FuE-Intensität (=FuE-Aufwendungen/Umsatz) von mehr als 8,5 Prozent, wie bereits in den vergangenen Jahren auch 2003 wieder zurückgegangen. Gleichzeitig ist bei der hochwertigen Technik, also bei Unternehmen mit einer FuE-Intensität zwischen 3,5 und 8,5 Prozent, mit einem Anstieg um neun Prozent gegenüber dem Vorjahr ein starker Zuwachs bei den Gründungen zu verzeichnen. Mit Blick auf die Gesamtzahl der Gründungen bei technologie- und wissensintensiven Unternehmen wirkt sich dieser beachtliche Zuwachs allerdings deutlich geringer aus als der dreiprozentige Anstieg der Gründungen bei den technologieorientierten Dienstleistungen wie beispielsweise den Datenverarbeitungsdiensten. Denn die Anzahl der technologieorientierten Dienstleister übersteigt um ein Mehrfaches die der in den technologieintensiven Wirtschaftszweigen des verarbeitenden Gewerbes tätigen Unternehmen.

Mit einem Anstieg um vier Prozent haben sich die Gründungen in den wissensintensiven Dienstleistungen, also beispielsweise bei Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern oder Unternehmensberatern, im Jahr 2003 ebenfalls positiv entwickelt. Damit hat auch dieser Bereich erheblich zur Erholung des Gründungsaufkommens in den technologie- und wissensintensiven Branchen beigetragen. Die erhoffte Belebung bei den Gründungen in der Werbewirtschaft, in der 2002 im Vergleich zum Jahr 2000 mehr als 25 Prozent weniger Unternehmen gegründet wurden, blieb indessen aus. Ganz im Gegenteil wurden hier im Jahr 2003 noch einmal sechs Prozent weniger Unternehmen gegründet als im Vorjahr.

Definition:

Technologie- und wissensintensive Unternehmen
Zu den technologie- und wissensintensiven Unternehmen zählen Unternehmen aus Wirtschaftszweigen des verarbeitenden Gewerbes mit einer FuE-Intensität (= FuE-Aufwendungen/Umsatz) von mehr als 3,5 Prozent sowie die technologieintensiven Dienstleistungen (z.B. Fernmeldedienste, Datenverarbeitung, FuE-Dienstleister, Architektur- und Ingenieurbüros) und die wissensintensiven Dienstleistungen (z.B. Rechtsberatung, Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Markt- und Meinungsforschung, Unternehmens- und PR-Beratung sowie Werbung).

Ansprechpartner:

Georg Metzger
Telefon: 0621/1235-185, Fax: -170, E-Mail: metzger@zew.de
Diana Heger
Telefon: 0621/1235-382, Fax: -170, E-Mail: heger@zew.de

Katrin Voss | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de
http://ftp.zew.de/pub/zew-docs/grep/aktuell.pdf -

Weitere Berichte zu: Spitzentechnik Unternehmensgründung Wirtschaftszweig

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index sinkt nach März-Hoch
23.05.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr bleibt niedrig
19.05.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie