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Voraussetzung für mehr Innovationen sind Stärkung der Nachfrage und höhere Gewinne

03.05.2005


Damit die deutsche Wirtschaft ihre Innovationsaktivitäten ausweitet, sind ein Anstieg der Nachfrage in den Absatzmärkten und eine Verbesserung der Gewinnsituation notwendig. Nur unter dieser Voraussetzung können Innovationsprojekte finanziert werden.



Zu diesem Ergebnis kommt die deutsche Innovationserhebung des Jahres 2004, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durchgeführt hat. Für die größte Innovationserhebung in Deutschland hat das ZEW insgesamt 8.000 Unternehmen aus Industrie und Dienstleistungen befragt.



Nach zwei Jahren rückläufiger Innovationsbeteiligung in Deutschland werden im Jahr 2004 voraussichtlich wieder mehr Unternehmen erfolgreich Innovationen eingeführt haben. Für 2005 sind sich viele Unternehmen noch unsicher: Mitte 2004 wussten rund 30 Prozent der Industrieunternehmen und mehr als 40 Prozent der Unternehmen in den unternehmensnahen Dienstleistungen noch nicht, ob sie im Jahr 2005 Innovationsprojekte durchführen werden. In den distributiven Dienstleistungen (Handel, Verkehr, Vermietung) und im Sektor Bergbau/Energie/Baugewerbe lagen diese Anteile mit 50 bzw. 55 Prozent sogar noch deutlich höher.

Gefragt, was notwendig ist, damit die Unternehmen Innovationsaktivitäten aufnehmen bzw. verstärkt Mittel für Innovationen bereitstellen, nennen sie vor allem eine Stärkung der Nachfrage und eine Verbesserung der Gewinnsituation. Dies ist vor dem Hintergrund einer seit 2001 rückläufigen Binnennachfrage und eines rezessionsbedingten Rückgangs der Gewinne bis 2003 nicht weiter überraschend. Mehr als 80 Prozent der Unternehmen sehen eine kräftige Ausweitung der Nachfrage als notwendige Voraussetzung für mehr Innovationen. Diese hohe Bedeutung gilt für alle Branchen und in besonderem Maße für kleine Unternehmen. Da kleine Unternehmen überwiegend im Inlandsmarkt tätig sind, sind sie von der Konjunkturschwäche in Deutschland besonders betroffen.

Dass eine Verbesserung der Gewinnsituation von 73 Prozent der Unternehmen als Bedingung für mehr Innovationsaktivitäten genannt wird, liegt ebenfalls auf der Hand. Risikobehaftete Projekte, wie sie Innovationen von Natur aus darstellen, sind nur eingeschränkt über Fremdkapital finanzierbar, müssen also vorrangig aus eigenen Mitteln bestritten werden. Gleichwohl sieht aber auch jedes zweite Unternehmen die Notwendigkeit, das Fremdkapitalangebot zu verbessern. Allen voran kleine Unternehmen stehen aufgrund von Basel-II und veränderten Kreditvergabestrategien der Banken zunehmend vor dem Problem, überhaupt Kredite zu erhalten, insbesondere wenn es um die Finanzierung von Innovationen geht.

Die Beseitigung konkreter rechtlicher Hemmnisse kann aus Sicht eines großen Teils der Unternehmen (42 Prozent) ebenfalls zu einer Ausweitung der Innovationsaktivitäten beitragen. Vor allem Unternehmen der Branchen Chemie/Pharma, Banken/Versicherungen und technische Dienstleistungen sehen sich durch Regulierungen in ihren Innovationsbemühungen eingeschränkt.

Eine Ausweitung der staatlichen Innovationsförderung erachten 43 Prozent der Unternehmen als notwendige Verbesserung in den Rahmenbedingungen für Innovation. Vor allem Unternehmen aus forschungsintensiven Branchen - Maschinenbau, Fahrzeugbau, Elektroindustrie, Medizintechnik/Messtechnik/Optik, Chemie/Pharma - gewichten diesen Faktor hoch. Dahinter könnten die in den vergangenen Jahren verringerten Fördermittel stehen, die für Teile der direkten Projektförderung, einzelne BMWA-Programme und verschiedene Länderprogramme bereitgestellt worden waren.

Einige der jüngst von der Bundesregierung zur Stärkung der deutschen Wirtschaft angekündigten Vorhaben sprechen direkt zwei der angeführten Punkte an: Die Senkung der Unternehmenssteuern trägt unmittelbar zur Verbesserung der Unternehmensgewinne bei, und mit dem Bürokratieabbau - sofern er nicht nur Schlagwort bleibt - können rechtliche Hemmnisse für Innovationen verringert werden. Offen ist allerdings, ob es zu einer nachhaltigen Belebung der Binnenkonjunktur kommen wird. Bleibt diese aus, dürften auch die anderen Maßnahmen wenig helfen, um wieder mehr Unternehmen in Deutschland zu Innovationsaktivitäten zu bewegen.

Ansprechpartner:
Dr. Christian Rammer
Telefon 0621/1235-184, Fax -170, E-Mail rammer@zew.de

Katrin Voss | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de

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