Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Technik-Deutschland vor dem Aufschwung

11.04.2005


- Wachstumserwartungen für Produktion und F&E-Ausgaben
- Steigender Bedarf an technischen Fachkräften

... mehr zu:
»Fahrzeugbau

- Erhebliche Unterschiede zwischen West und Ost


Eine mittelfristige Umsatz- und Produktionssteigerung wird von großen Teilen der deutschen Technikbranche erwartet, teilte Dr. Willi Fuchs, VDI-Direktor, heute auf der Hannover Messe mit. Nach einer im Auftrag des VDI vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) erstellten Analyse, in der 1.000 Unternehmen mit Aufgabenbereichen für Ingenieure befragt wurden, rechnet die Hälfte aller forschenden Unternehmen mit steigenden Ausgaben für Forschung und Entwicklung innerhalb der nächsten beiden Jahre. Obwohl die Erwartungen im Personalbedarf insgesamt ausgeglichen sind, befürchtet ein Viertel der Unternehmen einen Ingenieur-Fachkräftemangel. "Die Aussagen der Unternehmen lassen den lang ersehnten Aufschwung in Kürze erwarten. Die mittelfristig erwartete Produktionserhöhung, die F&E-Steigerung und der Fachkräftebedarf sprechen eine klare Sprache", so Fuchs. Die Schere zwischen alten und neuen Bundesländern drohe aber immer weiter auseinander zu gehen. "Trotz allen Optimismus sehen wir dringenden Handlungsbedarf in Ostdeutschland. Aufgrund des hohen Gewichts der Bauwirtschaft gehen dort Produktion und Beschäftigung in der Technikbranche kontinuierlich zurück. Beschäftigungswirksame Vergünstigungen für Wachstumsbranchen sollten hier so schnell wie möglich umgesetzt werden", forderte Fuchs Politik und Wirtschaft zur raschen Hilfe auf.


Deutlich positive Erwartungen für Steigerungen in Produktion und F&E-Ausgaben

Von den befragten Unternehmen erwarten rund 40 Prozent eine Zunahme der Produktion in den kommenden zwei Jahren, etwa jedes siebte einen Produktionsrückgang. Die einzige Branche, in der per saldo mit einem Produktionsrückgang gerechnet wird, ist die Baubranche. In Forschung und Entwicklung prognostizieren sogar 55 Prozent der forschenden Unternehmen steigende Ausgaben gegenüber fünf Prozent, die sinkende Ausgaben erwarten. Besonders positiv sieht es in der Information & Kommunikation (P: 58%, F&E: 54%), der Bio-/Medizintechnik (P: 56%, F&E: 57%), Chemie/Pharma (P: 56%, F&E: 54%), im Fahrzeugbau (P: 56%, F&E: 54%) und im Maschinen-/Anlagebau (P: 55%, F&E: 54%) aus. "Unsere Untersuchung zeigt deutlich, dass Deutschland ein Produktionsstandort ist und von seinem Know-How lebt. Ein Ende der Industriegesellschaft sehen wir in naher Zukunft nicht", erläuterte Dr. Hans-Peter Klös, IW-Geschäftsführer, die Zahlen.

Ein Viertel aller Befragten sehen Ingenieur-Fachkräftemangel

Aufgrund der positiven Voraussagen sehen knapp 27 Prozent einen steigenden Ingenieurbedarf in ihrem Unternehmen, nur sieben Prozent erwarten weniger Ingenieureinstellungen. Aber ein gutes Viertel der Befragten sehen heute oder in Zukunft Probleme bei der Besetzung offener Ingenieurstellen. Etwa jedes vierte Unternehmen in den Branchen Chemie/Pharma, Elektrotechnik, Fahrzeugbau und Maschinen-/Anlagenbau ist heute bereits von Engpässen betroffen. Gründe für die Engpässe seien fehlende Branchenkenntnisse bei den Bewerbern (57%), zu hohe Lohnforderungen (24%), eine zu theorielastige Ausbildung (22%) und fehlende Bewerber für offene Stellen (19%). "Besonders vor dem Hintergrund des demographischen Wandels dürfen wir den Fachkräftemangel nicht unterschätzen. Der internationale Wettbewerb um qualifizierte Menschen ist in vollem Gang und Deutschland muss hier attraktiver werden, um einerseits unsere Absolventen im Inland zu halten und andererseits Spitzenkräfte aus dem Ausland für uns zu gewinnen", mahnte Fuchs.

Wachstum und Qualifikation regional ungleich verteilt

Ein Vergleich der Entwicklung der beschäftigten Ingenieure zeigt dramatische Veränderungen zu Ungunsten der neuen Bundesländer auf: Zwischen 1996 und 2004 ging hier die Anzahl der angestellten Ingenieure zwischen 23 und 35 Prozent zurück. Auch für die kommenden Jahre ist zu erwarten, dass die Ingenieurbeschäftigung eher in den alten Ländern wie Baden-Württemberg und Bayern zunimmt, da dort die Branchen mit steigender Ingenieurbeschäftigung, wie Maschinenbau, Chemie, Fahrzeugbau, I&K und Elektrotechnik, einen hohen Beschäftigtenanteil haben. In den neuen Ländern dominieren eher die bezogen auf den Ingenieurbedarf stagnierenden Branchen Bau und Ernährung.

"Das Humankapital der Ingenieure ist wichtig für die Innovationskraft und das Wirtschaftswachstum am Standort Deutschland", betonte Klös. Trotz einer gegenüber 1996 steigenden Ingenieurbeschäftigung, insbesondere in den südlichen Bundesländern ist dort die Zahl der absolvierenden Ingenieure an den Hochschulen eingebrochen. In den neuen Ländern hingegen ist sie in den letzten Jahren erheblich gestiegen. "Die neuen Länder leisten somit trotz sinkender Ingenieurbeschäftigung einen wichtigen Beitrag für den Technikstandort Deutschland." Für die neuen Länder sieht Klös eine Chance durch deren Stärke bei der Ingenieurausbildung: "Die wachsenden Branchen treffen in den neuen Ländern an den Hochschulen vor Ort auf eine Vielzahl gut ausgebildeter Ingenieure und sollten diesen Vorteil bei zunehmender Knappheit an Ingenieuren für sich nutzen können."

Michael Schwartz | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.vdi.de

Weitere Berichte zu: Fahrzeugbau

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Wert fest „im grünen Bereich“ - IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr sinkt auf nur 5,1 Prozent
14.09.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Konjunkturprognose: Deutsche Wirtschaft nähert sich der Hochkonjunktur
07.09.2017 | Institut für Weltwirtschaft (IfW)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie