Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Handbuch: Psychologische Tests vermeiden Fehlentscheidungen

01.08.2001


Im jetzt erschienenen "Handbuch wirtschaftspsychologischer Testverfahren" geben Prof. Dr. Werner Sarges (Universität der Bundeswehr, Hamburg) und Prof. Dr. Heinrich Wottawa (Fakultät für Psychologie der RUB) Personalmanagern eine übersichtliche Darstellung der bekanntesten wirtschaftspsychologischen Testverfahren an die Hand.

Durchblick im Dschungel der Testverfahren
Neues Handbuch hilft Personalmanagern

Eine übersichtliche Darstellung der bekanntesten wirtschaftspsychologischen Testverfahren geben Prof. Dr. Werner Sarges (Universität der Bundeswehr, Hamburg) und Prof. Dr. Heinrich Wottawa (Fakultät für Psychologie der RUB) Personalmanagern an die Hand: Qualitätsmerkmale, Zeitaufwand, Kosten und Anwendungsgebiete stellen sie allgemeinverständlich im jetzt erschienenen "Handbuch wirtschaftspsychologischer Testverfahren" (Pabst Verlag) zusammen. Bisher kapitulierten viele Personalverantwortliche vor dem Dschungel des qualitativ sehr unterschiedlichen Überangebots und verzichteten lieber ganz auf Persönlichkeits- und Leistungstests. Richtig angewandt können sie jedoch Fehlentscheidungen bei der Bewerberauswahl verhindern und so Geld und unnötigen Ärger ersparen.

Deutschland ist Entwicklungsland

"Was die Anwendungshäufigkeit psychologischer Tests in Bewerbungsverfahren angeht, ist Deutschland immer noch Entwicklungsland", stellt Prof. Wottawa fest. Psychologische Testverfahren, die Aufschluss über Persönlichkeits- und Leistungsmerkmale geben können, werden z. B. in Spanien zehn Mal so häufig eingesetzt wie hierzulande. Vor allem von den so genannten "Soft Skills" eines Bewerbers, wie etwa Arbeitshaltung, Motivation und Teamfähigkeit, müssen sich Personalverantwortliche zu oft überraschen lassen - diese Merkmale gehen aus den Bewerbungsunterlagen und Zeugnissen nicht hervor. Die Folge ist eine suboptimale Bewerberauswahl. "Experten schätzen, dass in bis zu 90 Prozent der gescheiterten Arbeitsverhältnisse die Persönlichkeit des Arbeitsnehmers ausschlaggebend war - ein geeigneter Test hätte das vermeiden können", so Wottawa.

Skepsis vor dem Überangebot

Grund für die Skepsis der Personalmanager gegenüber psychologischen Tests ist vermutlich, dass sie zu wenig über die Testverfahren wissen. Das Angebot ist riesig, die Qualität äußerst unterschiedlich, die Auswahl entsprechend schwierig. Um nichts falsch zu machen, verzichten viele lieber ganz.

Drei Register erlauben gezielte Suche

Diesem Missstand will das Buch abhelfen: Die Autoren haben die bekanntesten und verbreitetsten etwa 120 Testverfahren für Eignungsdiagnostik und Personalauswahl zusammengestellt und ihre Charakteristika allgemeinverständlich beschrieben. Die wichtigsten Qualitätskriterien und für die Auswahl relevanten Aspekte jedes Verfahrens haben sie übersichtlich aufgelistet, etwa Zeitaufwand, Kosten und Validitätsnachweise. Ein Schwerpunkt der Zusammenstellung liegt auf computergestützten Tests, die die Durchführung auch ohne geschultes Personal ermöglichen. Drei verschiedene Register erlauben die gezielte Suche nach Merkmalen, Inhaltsgruppen oder vorgesehenen Einsatzbereichen der Tests, z. B. Zweck, Zielgruppe oder Inhalt.

Titelaufnahme

Sarges, Werner; Wottawa, Heinrich: Handbuch wirtschaftspsychologischer Testverfahren. Pabst Science Publishers Lengerich 2001, ISBN 3-935357-55-9

Weitere Informationen

Prof. Dr. Heinrich Wottawa, Fakultät für Psychologie der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-22676, Fax: 0234/32-14564, E-Mail: heinrich.wottawa@ruhr-uni-bochum.de

Dr. Josef König | idw

Weitere Berichte zu: Personalmanager Psychologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitslosigkeit sinkt verhaltener
27.07.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index bleibt aufwärts gerichtet
20.07.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher entwickeln zweidimensionalen Kristall mit hoher Leitfähigkeit

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein neuer Indikator für marine Ökosystem-Veränderungen - der Dia/Dino-Index

21.08.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Kieler Wissenschaft entwickelt exzellentes Forschungsdatenmanagement

21.08.2017 | Informationstechnologie