Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Exportschlager aus England macht der GmbH zu schaffen

16.03.2005


Englische Limited jetzt auch bei FuE auf dem Vormarsch



Seit exakt zwei Jahren boomt die britische Limited in Deutschland quer durch alle Branchen. Ein Urteil des Bundesgerichtshofes vom 13. März 2003 hatte dafür gesorgt, dass auch im Ausland gegründete Firmen in Deutschland voll rechtsfähig sind. Seitdem wurden mit Schwerpunkt Handel, Dienstleistungen, Handwerk 12.000 bis 15.000 dieser unkonventionellen und nahezu bürokratiefreien Kapitalgesellschaften gegründet. Inzwischen gibt es hierzulande doppelt so viele Limiteds wie Aktiengesellschaften.

... mehr zu:
»Unternehmensmodell


Marktführender Limitedanbieter mit derzeit mehr als 9.000 Neugründungen ist das Consultingunternehmen Go Ahead mit Sitz in Birmingham/Wiesbaden. Zwei Jahre nach Firmenstart gehen inzwischen zwei von drei Limited-Gründungen auf das Konto der von Michael Silberberger gegründeten Agentur. Der heute 32-jährige Hesse hat in Zusammenarbeit mit britischen Kanzleien ein Online-Antragsverfahren unter www.go-limited.de entwickelt, dass Unternehmensgründungen binnen Wochenfrist möglich macht; ganz ohne Notar und zu einem Fünftel der sonst üblichen GmbH-Gründungskosten. Erstmals hat das britische Unternehmensmodell jetzt auch im FuE-Bereich Furore gemacht. Ein Ingenieur aus Niedersachsen gründete eine Ltd., um kundenspezifische Elektronik entwickeln und fertigen zu können. Den Tipp dazu hatte er – was vor Jahren absolut noch nicht denkbar gewesen wäre – von seiner Steuerberaterin bekommen.

Was motiviert bundesweit mittlerweile jeden vierten potenziellen GmbH-Gründer, seine Firma lieber in England anzumelden, die Steuern jedoch weiterhin in Deutschland zu bezahlen? Aus Sicht der Magdeburger Steuerberaterin Karin Franek ist die Limited „eine wohltuend einfache und unbürokratische Unternehmensform für den Mittelstand“. Die Chefin der GSP-Steuerberatungsgesellschaft sieht in der Sonderform Ltd. & Co. KG gar ein „ideales Instrument, um unerwünschte Steuerbelastungen bei Unternehmensnachfolgen zu vermeiden“.

Silberberger sieht den Hauptgrund für den Siegeszug des innovativen Unternehmensmodells in seiner besonderen Bedürfnisnähe zum deutschen Mittelstand. „Für umgerechnet nicht einmal 1,50 Euro im Minimum (ein britisches Pfund) wird via Ltd. der gleiche Rechtsstatus wie bei der GmbH erreicht, nur dass der persönliche Haftungsausschluss dort mit 25.000 Euro erkauft werden muss“, betont der Experte. Existenzgründer, Selbständige und bestehende Unternehmen, die Geschäftsfeldrisiken in eine neue Firma auslagern wollen, profitieren vom Exportschlager aus UK..

Für den Service von Go Ahead Ltd. zahlt der Gründer einmalig 259 Euro, zusätzlich 49 Euro für die Übersetzung und die englische Beglaubigung. Jährlich fallen weitere 98 Euro an, die Gebühren für das englische Handelsregister sind hier schon mit inbegriffen. Anders als immer wieder behauptet, ist die Erstellung und pünktliche Abgabe der jährlichen Ltd.-Bilanz in englischer Sprache unproblematischer als gedacht, weil bei guten Anbietern von Anfang an Vertragsbestandteil.

Michael Silberberger rechnet für die Zukunft mit einer weiter steigenden Nachfrage nach der weltweit bekanntesten Unternehmensform besonders im Osten Deutschlands und durch international tätige Geschäftsleute. Für ihn und viele seiner Kunden ist die Limited die „bessere GmbH“. Jörg H. Fischer, Gastprofessor am Institut für Ökonomie und Management, Essen: "Die Limited ist eine Möglichkeit, schnell und mit weniger Aufwand ein Unternehmen zu gründen. Einen Nachteil bei der Bankenfinanzierung im Gegensatz zur klassischen GmbH und AG gibt es nicht. Auf eine Gesellschaftsform gibt es keine Kredite.“

Hans-Werner Oertel | InnoMedia Berlin
Weitere Informationen:
http://www.go-limited.de

Weitere Berichte zu: Unternehmensmodell

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitslosigkeit sinkt verhaltener
27.07.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index bleibt aufwärts gerichtet
20.07.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie