Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mittelstand will beim Stromverbrauch sparen

10.03.2005


Projekt "EnergieEffizient in der mittelständischen Industrie" unterstützt innovative Unternehmen

... mehr zu:
»Einsparpotenzial »GKV »TEGEWA

In vielen Betrieben der mittelständischen Industrie könnten bis zu 30 % elektrische Energie weniger verbraucht werden. Das würde nicht nur der Umwelt helfen, sondern den Betrieben auch immense Kosten sparen. Allein bei der Nutzung von Elektromotoren, Druckluft und Pumpen belaufen sich deutschlandweit die wirtschaftlichen Einsparpotenziale für die gesamte Industrie auf 20 - 25 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr - das entspricht dem Energieverbrauch von etwa sieben Millionen Haushalten. Das hier brachliegende CO2-Minderungs-Potenzial könnte maßgeblich dazu beitragen, die Klimaschutz-Verpflichtungen der Bundesrepublik im Rahmen des Kyoto-Abkommens zu erfüllen.

Einsparpotenziale sind in Unternehmen zahlreich vorhanden, werden jedoch von vielen Betrieben selbst noch nicht ausreichend erkannt und genutzt. "Mit dem Projekt ’EnergieEffizient in der mittelständischen Industrie’ werden Energiespar-Potenziale aufgezeigt und praktische Maßnahmen zum Energiesparen vorgestellt", erläutert Dr. Christoph Zschocke, Geschäftsführer der ÖKOTEC Energiemanagement GmbH, "dabei geht es primär um einen Beitrag zur Schließung der vielfach zu beobachtenden Lücke zwischen Wissen und Handeln." In einer Branchenumfrage bei Mitgliedern des Gesamtverbandes Kunststoffverarbeitender Industrie (GKV) und dem Verband von Spezialchemieanbietern TEGEWA erwarteten über 75 % der beteiligten Unternehmen große Einsparpotenziale, 65 % wünschten sich mehr Informationen und Hilfestellung bei der Verringerung ihrer Energiekosten.


Das Modellprojekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert. "Die DBU unterstützt seit vielen Jahren umweltentlastende Innovationen für den Mittelstand. Die mit Unterstützung zweier Branchenverbände erzielten Ergebnisse sollen auch auf weitere Branchen der mittelständischen Industrie übertragen werden", so Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.

"Die Deutsche Wirtschaft kann schon heute durch hochprofitable Investitionen in Energieeinspartechnik und intelligente Abläufe Milliardenbeträge sparen - und der Mittelstand kann sich hiervon eine veritable Scheibe abschneiden. Wir unterstützen jetzt alle Unternehmen, die diese Chancen nicht verpassen wollen, denn Energieintelligenz ist gut für das Klima und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen", betont Stefan Bundscherer, Energieexperte der Deutschen Umwelthilfe (DUH), "Zukunftsfähige Unternehmer wissen: Wer jetzt handelt, den belohnt der Wettbewerb, denn Klimaschutz senkt Kosten und fördert Innovationen".

Die zu erwartenden ökologischen und ökonomischen Verbesserungen für die Unternehmen haben auch die beiden am Projekt beteiligten Branchenverbände, TEGEWA (Verband der Hersteller von Textil-, Papier-, Leder und Pelzhilfsmitteln, Tensiden, Komplexbildnern, Antimikrobiellen Mitteln, Polymeren Flockungsmitteln, Kosmetischen Rohstoffen und Pharmazeutischen Hilfsstoffen oder verwandter Produkte e.V.) und GKV (Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie) zu ihrem Engagement veranlasst: "Wir merken, dass seitens der Industrie Angebote wie Energiemanagement, Controlling und Contracting noch viel zu wenig wahrgenommen werden", erläutert Dr. Alex Föller, Geschäftsführer des Unternehmensverbandes TEGEWA, "hier liegen in der Tat große Einsparpotenziale vor. Diese Potenziale müssen jedoch zunächst identifiziert werden. Wir freuen uns deshalb sehr, dass dieses Projekt ins Leben gerufen wurde, um mittelständischen Unternehmen entsprechende Hilfestellung zu geben."

"Die Energiekosten sind im letzten Jahr um 10 - 20% gestiegen, 2005 werden in vielen Fällen sogar Zuwächse von 20 - 30% erwartet", ergänzt Wilhelm Crößmann, Geschäftsführer des Gesamtverbandes Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV), "Kosteneinsparungen im Energieverbrauch gewinnen für die Unternehmen unseres Verbandes deshalb immer mehr an Bedeutung. Ein guter Grund, uns an diesem Erfolg versprechenden Projekt zu beteiligen" Mit Hilfe einer Verbrauchs- und Kostenerfassung für die eingesetzten Energiemedien (Dampf, Druckluft, Wärme, Kälte) werden die teilnehmenden Unternehmen zunächst über den Ist-Zustand informiert. Häufig werden die Kosten für die Energieerzeugung und -verteilung zu gering eingeschätzt und deshalb Möglichkeiten zur Einsparung zu wenig beachtet.

In einem zweiten Schritt erhalten die teilnehmenden Unternehmen Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung von Energie-Effizienz-Maßnahmen zur Senkung der Energiekosten. ÖKO-TEC stellt den Unternehmen vorgefertigte Checklisten zur Verfügung und hilft bei der Datenerfassung. Anschließend besuchen ÖKOTEC-Experten die Betriebe, besichtigen die Versorgungstechnik und erörtern mögliche Einsparmaßnahmen. Den Abschluss bildet schließlich ein von ÖK-TOEC erstellter Bericht zur Energiesituation der Unternehmen mit Vorschlägen zur Energieeinsparung für das Unternehmen. Das Unternehmen kann die aufgezeigten Maßnahmen selbst durchführen oder einen Dienstleister beauftragen.

Darüber hinaus werden in Zusammenarbeit mit den Branchenverbänden Workshops zum Erfahrungsaustausch über die Energiemedienversorgung organisiert und regionale Energietische für die Unternehmen initiiert, die auch über die Projektlaufzeit hinaus zum Erfahrungsaustausch über Kosteneinsparung in der Energiemedienversorgung dienen. Die Workshops werden regional bei jeweils einem der Vorreiter-Unternehmen stattfinden, um so in diesem Rahmen auch Betriebsbesichtigungen zu ermöglichen. Das Projekt "EnergieEffizient in der mittelständischen Industrie" wird geleitet von der ÖKOTEC Energiemanagement GmbH und gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe, meid. meid. + partner und dem Institut für Organisationskommunikation (IFOK) durchgeführt. Unterstützt wird das Projekt von den Branchenverbänden TEGEWA (Verband der Hersteller von Textil-, Papier-, Leder und Pelzhilfsmitteln, Tensiden, Komplexbildnern, Antimikrobiellen Mitteln, Polymeren Flockungsmitteln, Kosmetischen Rohstoffen und Pharmazeutischen Hilfsstoffen oder verwandter Produkte e.V.) und GKV (Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e.V.).

Albert Wotke | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.energieeffizient.com
http://www.duh.de

Weitere Berichte zu: Einsparpotenzial GKV TEGEWA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index bleibt aufwärts gerichtet
20.07.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Frühwarninstrument zeigt „grün“ - IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr bleibt gering
19.07.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Blattkäfer: Schon winzige Pestizid-Dosis beeinträchtigt Fortpflanzung

26.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Akute myeloische Leukämie (AML): Neues Medikament steht kurz vor der Zulassung in Europa

26.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biomarker zeigen Aggressivität des Tumors an

26.07.2017 | Biowissenschaften Chemie