Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Informationstechnik: Karriere ohne Uni

12.07.2001


Viele deutsche Firmen suchen händeringend gut ausgebildete IT-Spezialisten. An dieser Situation konnte auch die viel diskutierte Greencard nichts ändern. Grund genug, im IT-Bereich neue Wege einzuschlagen: Die vom Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST entwickelte Arbeitsprozessorientierte Weiterbildung (APO) verhilft interessierten Mitarbeitern mit abgeschlossener Berufsausbildung auch ohne Studium zur IT-Karriere. Der Clou: Sie lässt sich in den normalen Arbeitsablauf integrieren.

Viele Firmen haben ein Problem: Junge Mitarbeiter, die ihre IT-Berufsausbildung abgeschlossen haben, verabschieden sich aus dem Betrieb. Um im Job weiter zu kommen, entschließen sich viele, doch noch die Hochschulbank zu drücken. Ein Fernstudium der Informatik, das parallel zur normalen Berufstätigkeit läuft, ist den meisten zu wenig praxisorientiert. Mit APO können Mitarbeiter ihren IT-Traumjob jetzt auch ohne Universitätsabschluss erreichen. Eine Initiative des Zentralverbands Elektrotechnik und Elektronikindustrie (ZVEI) e.V., der Deutschen Post Gewerkschaft, der IG-Metall und der Deutschen Telekom AG hat schon 1999 für die IT-Branche einen anerkannten Karriereweg gemäß dem Motto »Master statt Meister« gefordert. Die Initiative ist vor allem für Absolventen der neuen IT-Berufsausbildungen gedacht. Aber auch Quereinsteiger und Studienabbrecher haben so die Möglichkeit, 34 anerkannte Abschlüsse - zum Beispiel den Netzwerkadministrator - zu erreichen.

Seit wenigen Wochen läuft bei der Deutschen Telekom AG ein erstes Pilotprojekt. 15 Mitarbeiter im Alter von 25 bis 45 Jahren erproben das Konzept in der Praxis. Sie wollen sich zu Netzwerkadministratoren weiter qualifizieren. »Learning by doing«, heißt die Devise. »Jeder Teilnehmer hat sich hier ein konkretes Projekt - in der Regel einen Kundenauftrag - ausgesucht, das den Vorgaben des Referenzprojekts entspricht. Beim Netzwerkadministrator müssen zum Beispiel die Netzwerkmanagementbereiche Change-, Fault-, Performance- und Security-Management abdeckt sein«, erklärt Stefan Grunwald vom ISST. Dahinter steckt eine einfache Idee: Kann der Teilnehmer ein bestimmtes Projekt selbstständig verwirklichen, so hat er auch die dafür notwendigen Kompetenzen. Rat und Hilfe findet er dabei bei seinem persönlichen Ansprechpartner, dem Lernbegleiter oder Coach, der den Arbeits- und Lernprozess mitplant und auswertet. Das kann ein Ausbilder oder Teamleiter, aber auch ein Bildungsbeauftragter des Unternehmens sein. Fachexperten - Kollegen, andere Teilnehmer oder auch benannte Fachberater - stehen ihm ebenfalls zur Seite. Dazu kommt der APO-Pilot, eine Anwendungssoftware, mit deren Hilfe Lern- und Informationsmaterialien abgerufen werden können. Auch am Ende der Weiterbildung, die etwa ein Jahr dauert, geht APO neue Wege. So wird auf eine schriftliche Abschlussprüfung ganz verzichtet. Statt dessen wird das Projekt dokumentiert. Dabei sollen der gesamte Prozess, die eigenen Lernfortschritte und Probleme dargestellt werden.

Kernstück der Arbeitsprozessorientierten Weiterbildung ist ein vom ISST im Auftrag des Bundesforschungsministeriums entwickeltes Lernkonzept, das sowohl eine arbeitsprozess- als auch arbeitsplatzorientierte Weiterbildung ermöglicht. Neben dem Netzwerkadministrator gibt es derzeit schon Referenzprojekte zum Datenbankentwickler, Softwareentwickler, IT Manager und IT-Kundenbetreuer. An der Entwicklung der neuen Referenzprojekte sind unter anderen die Deutsche Telekom, die Software AG, die Dekra Akademie, die Oracle Deutschland, die Deutsche Private Akademie für Wirtschaft, das bfw Berufsfortbildungswerk und das bbw Bildungswerk der Wirtschaft beteiligt.

Ansprechpartner:
Stefan Grunwald
Telefon: 0 30/2 43 06-4 27, stefan.grunwald@isst.fhg.de
Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST
Mollstraße 1
10178 Berlin

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.apo-it.de/
http://www.fraunhofer.de/german/press/pi

Weitere Berichte zu: APO ISST Referenzprojekt Systemtechnik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht RWI erhöht Konjunkturprognose für 2017 leicht auf 1,3 Prozent
15.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE