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Rekordergebnis im Export ohne Wirkung auf den Arbeitsmarkt

10.02.2005


Selbst mit einem überdurchschnittlich hohen Exportwachstum von 10 Prozent in 2004 - einem dauerhaften Konjunkturprogramm - lässt sich die lahmende deutsche Binnenkonjunktur nicht ankurbeln. Der Exportweltmeister Deutschland bleibt wachstumsschwach, die Rekordzahlen ohne Wirkung auf den anhaltenden schwachen Arbeitsmarkt." Dies erklärt Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes des deut-schen Groß- und Außenhandels e. V. (BGA), heute in Berlin.


Zuvor hatte das Statistische Bundesamt die aktuellen Zahlen zum deutschen Außenhandel bekannt gegeben. Demnach stiegen die Ausfuhren im Dezember 2004 um 8,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat bei allerdings zwei zusätzlichen Arbeitstagen. Saisonbedingt stiegen die Einfuhren im Dezember relativ stark um 10,6 Prozent. Für das Gesamtjahr 2004 ergibt sich ein Exportwachstum von 10 Prozent auf 730,9 Milliarden Euro und ein Importwachstum von 7,4 Prozent auf 574,2 Milliarden Euro. Der Außenhandelsüberschuss erreichte mit 156,7 Milliarden Euro ein neu-es Rekordniveau; er hat sich damit innerhalb von 5 Jahren mehr als verdoppelt.

"Das Wachstum vor allem im Drittlandshandel (+ 11,2 Prozent bei den Exporten, + 10 Prozent bei den Importen) trotz rund zehnprozentiger Aufwertung des Euro ge-genüber dem Dollar in 2004 konzentriert sich auf China und Südostasien sowie den osteuropäischen neuen EU- Staaten. In der Alt-EU hingegen blieb das Wachstum schwach und damit auch das deutsche Exportwachstum in 2004. Für 2005 erwarten wir ein weiteres Exportwachstum, allerdings abgeschwächt auf etwa 5 Prozent. Dies aufgrund nachlassenden Wachstums in den Hauptabsatzländern in Übersee, vor allem im Dollarraum, angeführt von den USA; hier sind aufgrund der Wechselkurs-wirkungen kaum Steigerungen zu erwarten", so Börner.


"Die in 2004 leicht angezogenen Importergebnisse (+ 7,4 Prozent) haben gegen Jahresende im Dezember mit plus 10,6 Prozent (jeweils gegenüber Vorjahr) aufgezeigt, dass für die deutschen Exporte Vormaterialien verstärkt aus dem Ausland bezogen werden. Allerdings verbergen sich in diesen Zahlen auch die gestiegenen Rohstoff- preise. Es fällt daher schwer, den Importanstieg als ein Anziehen der Konjunktur in Deutschland zu bewerten", betonte Börner. "Im Ergebnis steht Deutschland vor einer anhaltend gespaltenen Konjunktur: Während sich die deutschen Unternehmen als fit am Weltmarkt erweisen, stagniert das Wachstum bei Konsum und den Investitionen in Deutschland. Die Exportunternehmen haben offensichtlich ihre Hausaufgaben gemacht, die Anstrengungen zur An- kurbelung der Binnenkonjunktur müssen hingegen fortgesetzt und gesteigert werden. Der eingeleitete Reformprozess in Deutschland muss energisch vorangetrieben werden", so BGA-Präsident Börner abschließend.

Hans-Jürgen Müller | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.bga.de

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