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Deutsche Exporte in die EU-Länder stark zurückgegangen

11.07.2001


"Die Konjunktur in Europa, unserem wichtigsten Absatzmarkt, hat sich für den deutschen Außenhandel spürbar abgekühlt. Der deutsche Außenhandel muss sich in einem zunehmend schwierigeren Umfeld behaupten", erklärte der Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), Anton F. Börner, zu den Mai-Daten des Statistischen Bundesamtes heute in Berlin.

"In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben wir im Mai 2001 Waren im Wert von 57,6 Mrd. DM ausgeführt. Gegenüber dem Vorjahresmonat stiegen die Exporte in die EU-Länder damit lediglich um 0,7 %."

Zuvor hatte das Statistische Bundesamt die neuesten Zahlen zum Außenhandel bekanntgegeben. Demnach wurden im Mai 2001 von Deutschland Waren im Wert von 106,9 Mrd. DM (54,7 Mrd. Euro) ausgeführt und Waren im Wert von 92,1 Mrd. DM (47,1 Mrd. Euro) eingeführt. Die deutschen Ausfuhren lagen damit im Mai 2001 um 4,8 % höher und die Einfuhren um 1,5 % niedriger als im Mai 2000. Die Außenhandelsbilanz schloss im Mai 2001 mit einem Überschuss von 14,8 Mrd. DM (7,6 Mrd. Euro) ab.

"Der passable Außenhandelsüberschuss erklärt sich allein aufgrund der nach wie vor guten Absatzzahlen in unseren Überseemärkten, insbesondere den USA. Momentan profitieren wir noch von den Auftragseingängen des ersten Quartals 2001. Es ist aber mit einem weiteren Rückgang der Absatzzahlen im Zuge der ebenfalls nachlassenden amerikanischen Binnennachfrage zu rechnen", so Börner weiter.

Die BGA-Konjunkturprognose wollte Börner aber nicht weiter nach unten korrigieren: "Wir rechnen mit einem Wirtschaftswachstum von unter 2 Prozent. Entscheidend sind jetzt endlich mutige Maßnahmen zur Belebung der Konjunktur. Die Deregulierung der Arbeitsmarkt- und Sozialsysteme wird viel zu zögerlich angegangen. Auch muss es bei der im November in Katar stattfindenden neuen Welthandelsrunde zu substantiellen Liberalisierungsfortschritten für den Welthandel kommen. Eine Festung Europa, die Agrarprodukte aus Entwicklungsländern fernhält, darf es nicht weiter geben. Ebenso gehören die Themen "Öffnung der Arbeitsmärkte" und "staatliche Deregulierung" auf die Agenda", so Börner weiter.

Dirk Falke | ots

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