Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Januar 2005

02.02.2005


  • Jahreszeitliche Zunahme der Arbeitslosigkeit im üblichen Rahmen
  • Statistische Effekte durch Einführung des Sozialgesetzbuch II lassen Arbeitslosenzahlen zusätzlich steigen
  • Arbeitslosigkeit wird jetzt umfassender ausgewiesen

"Die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen war im Januar 2005 nicht nur von saisonalen Faktoren geprägt, sondern auch von der Einbeziehung ehemaliger Sozialhilfebezieher in die Arbeitslosenstatistik. Damit ist die Arbeitslosigkeit nicht größer geworden. Sie ist lediglich umfassender abgebildet und transparenter geworden", erklärte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. Weise.

Arbeitslosenzahl im Januar: +573.000 auf 5.037.000 Arbeitslosenquote im Januar: +1,1 Prozentpunkte auf 12,1 Prozent



Die registrierte Arbeitslosigkeit hat sich im Januar um 573.000 auf 5.037.000 erhöht (West: +406.000 auf 3.266.000; Ost: + 167.000 auf 1.771.000). Der größte Teil der Zunahme ist jahreszeitlich normal. Er beruht auf der üblichen Winterpause. Saisonbereinigt ist die Zahl der Arbeitslosen um 227.000 gestiegen. Dieser außergewöhnlich starke Anstieg spiegelt aber keine Verschlechterung des Arbeitsmarktes wider, sondern ist fast vollständig auf die statistischen Effekte der Einführung des SGB II zurückzuführen: Im Januar sind mindestens 222.000 Personen infolge der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusätzlich in die Arbeitslosenstatistik aufgenommen worden. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die registrierte Arbeitslosigkeit - bereinigt um den SGB II-Effekt - um ca. 218.000.

Die hohe Zahl der Arbeitslosen im Januar vermittelt ein realistischeres Bild über das Ausmaß der Arbeitslosigkeit. "Wir alle wissen, dass in Deutschland mehr Menschen eine Arbeit suchen, als bisher in der Statistik aufgetaucht sind", sagte Weise. "Wie viele Sozialhilfeempfänger aber eine Arbeit suchten, war bislang unklar. Die neue Transparenz ist auch eine Chance - die Chance, erwerbsfähige Hilfebedürftige in den Arbeitsgemeinschaften aus einer Hand zu betreuen und damit erfolgreicher zu integrieren als bisher."

Die BA schafft dazu die Voraussetzungen, indem sie in diesem Jahr alle Agenturen für Arbeit in Kundenzentren umwandelt. Zusätzlich erhöhen gezielte Handlungsprogramme die Qualität der Arbeitsmarktdienstleistungen. In den Arbeitsgemeinschaften sind zur Betreuung der Arbeitslosengeld II-Bezieher die Betreuungsrelationen deutlich verbessert worden. Geschulte Fallmanager werden die besonderen Probleme der Arbeitsuchenden erfassen, individuell zugeschnittene Angebote planen und deren Durchführung überwachen.
Die Angaben zur Arbeitslosigkeit beruhen im Januar 2005 allein auf Daten, die aus den IT-Systemen der Agenturen für Arbeit gewonnen wurden. In ihnen enthalten sind die ehemaligen Arbeitslosenhilfebezieher, die nun Arbeitslosengeld II erhalten, aber in die Zuständigkeit der zugelassenen kommunalen Träger übergehen (optierende Kommunen). Dagegen sind ca. 30.000 bis 40.000 ehemalige Sozialhilfebezieher der optierenden Kommunen, die bisher nicht arbeitslos gezählt wurden, noch nicht berücksichtigt.

Nicht saisonbereinigt nahm die Erwerbstätigkeit im November nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes um 16.000 auf 38,96 Millionen zu. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 271.000 Erwerbstätige mehr. Der Anstieg beruht wie bisher auf einer Ausweitung von geringfügig entlohnter Beschäftigung und Existenzgründungen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag dagegen nach wie vor spürbar unter dem Vorjahresniveau. Nach ersten Hochrechnungen gab es im November 26,75 Millionen Beschäftigte, 337.000 weniger als vor einem Jahr. Saisonbereinigt nahm die Erwerbstätigkeit im November um 30.000 zu.

Erstmals legt die BA auch Daten über die Empfänger der neuen Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende ("Arbeitslosengeld II") vor. Diese Zahlen beruhen auf Auswertungen des IT-Verfahrens der BA und auf Schätzungen für Landkreise, die dieses Verfahren nicht genutzt haben. Im Januar 2005 erhielten 4,09 Millionen Menschen Arbeitslosengeld II. Die Leistungen wurden an 2,94 Millionen Bedarfsgemeinschaften überwiesen, in denen 5,61 Millionen Menschen leben. Darunter sind 1,52 Millionen nicht erwerbsfähig - vor allem Kinder. 1,66 Millionen erwerbsfähige Hilfebedürftige erhielten Arbeitslosengeld II, ohne als arbeitslos registriert zu sein, weil sie beispielsweise in einer Arbeitsgelegenheit beschäftigt sind, noch die Schule besuchen, an einer Qualifizierungsmaßnahme teilnehmen, Leistungen ergänzend zum Lohn bekommen oder wegen besonderer Umstände, z.B. der Betreuung kleiner Kinder, dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen oder in einer Arbeitsgelegenheit beschäftigt sind.

| presseportal
Weitere Informationen:
http://www.arbeitsagentur.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr nahe Null
18.01.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht WSI-Tarifarchiv: Tariflöhne und -gehälter 2016: Reale Steigerungen von 1,9 Prozent
05.01.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise