Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KfW Bankengruppe stellt Förderergebnisse 2004 vor und plant 2005 Einführung eines bundesweiten Studienkreditangebots

31.01.2005


Die KfW Bankengruppe hat am Montag in Frankfurt ihr Förderergebnis für das Jahr 2004 präsentiert und bei diesem Anlass ihre Vorstellungen zur Einführung eines bundesweiten Studienkreditangebots erläutert. KfW-Vorstandssprecher Hans W. Reich begründete bei der Jahresauftakt-Pressekonferenz das Engagement der Bank: "In einer wissensbasierten Dienstleistungsgesellschaft ist Bildung ein wesentlicher Schlüssel für wirtschaftlichen Erfolg. Wirtschaftsförderung in Deutschland heißt in Zukunft vor allem auch Bildungsförderung."

Die KfW arbeitet zurzeit an der Einführung eines flächendeckenden Studienkreditangebots und will es möglichst zum Wintersemester 2005/2006 auf den Markt bringen. Hierfür sind in den nächsten Monaten noch wichtige offene Fragen, u. a. mit der Politik sowie dem universitären Bereich zu klären. Ziel der KfW ist ein bundesweites Kreditangebot an alle Studierenden, unabhängig von Studienfach, Einkommen und Vermögen der Eltern oder vorhandenen Sicherheiten. Studierende sollen so ihren Lebensunterhalt bestreiten und sich voll aufs Studium konzentrieren können. Die KfW will den Studienkredit unabhängig von der Einführung von Studiengebühren anbieten. Das Produkt soll so konzipiert sein, dass die Rückzahlungen einkommensabhängig und Belastungen vertretbar sind. Zusätzlich will die KfW eine mögliche soziale Flankierung für Härtefälle sowie Anreize für überdurchschnittliche Studienleistungen integrieren.

Die KfW (bzw. vormals die auf die KfW fusionierte DtA) finanziert seit rund 10 Jahren Investitionen in Aus- und Weiterbildung junger Menschen. Allein im Jahr 2004 sagte sie in diesem Geschäftsfeld Kredite über rund 812 Mio. EUR zu. Ihr Angebot im Bereich Bildung will sie mit dem neuen Studienkreditangebot ausweiten.

Bei der Jahresauftakt-Pressekonferenz legte die KfW Bankengruppe Zahlen zum Geschäftsjahr 2004 vor. Die Bilanzsumme stieg um 5 % auf 329 Mrd. EUR. Das Gesamtfördervolumen erreichte mit 62,9 Mrd. EUR nicht das Rekord-Niveau des Vorjahrs (72,2 Mrd. EUR). Die verschiedenen Marken der Bankengruppe entwickelten sich dabei unterschiedlich: Das Fördervolumen der KfW Mittelstandsbank lag mit 14 Mrd. EUR leicht über dem Ergebnis des Jahres 2003 (13,8 Mrd. EUR). "Das ist ein Erfolg", kommentiere KfW-Vorstandssprecher Reich.

"Unser Fördervolumen hat sich gegen den Trend einer allgemeinen Investitionszurückhaltung positiv entwickelt." Der "Unternehmerkredit", das KfW-Basisangebot der Fremdkapital-Finanzierung, erzielte ein Zusage-Plus von 22 % ggü. dem Vorjahr auf 5,7 Mrd. EUR. Für 2005 erwartet die KfW eine weiterhin gute Entwicklung. Insbesondere von der Einführung risikogerechter Zinsen in den Fremdkapitalprogrammen zum 1. April 2005 erwartet sich die KfW eine größere Bereitschaft von Banken und Sparkassen, Förderdarlehen an mittelständische Unternehmen zu vergeben. In diesem Jahr wird die KfW gemeinsam mit der Kreditwirtschaft am Thema Standardisierung der Kreditprodukte und Reduktion der Kreditstückkosten arbeiten.

Deutlich unter dem Vorjahresergebnis (44,9 Mrd. EUR) blieb in 2004 mit 34,5 Mrd. EUR das Fördervolumen der KfW Förderbank. Im langjährigen Vergleich betrachtet ist der Rückgang als eine "Normalisierung" anzusehen: Im Jahr 2003 hatte das Volumen der Förderbank durch mehrere Sonderfaktoren ggü. dem Jahr 2002 (31,6 Mrd. EUR) ein Plus von 35 % auf 44,9 Mrd. EUR erzielt. Gründe für den Rückgang im Jahr 2004 ggü. 2003 waren ein niedrigeres Verbriefungsvolumen, das Auslaufen von Programmen (z. B. 100.000 Dächer-Programm, das nur bis Ende 2003 angeboten wurde) sowie eine geringere Nachfrage im Wohneigentums- und Umweltprogramm.

Zum Jahresbeginn 2005 hat die KfW ihre Förderprogramme im "Bereich Bauen, Wohnen und Energie" sparen neu aufgestellt, um mehr Transparenz in der Förderlandschaft zu erreichen. Sie sind nun gebündelt in den drei Produkten "Wohnraum Modernisieren", "Solarstrom Erzeugen" und "Ökologisch Bauen".

Die KfW IPEX-Bank hat mit Zusagen über rund 12 Mrd. EUR ihre Erwartungen an das Neugeschäft des Jahres deutlich übertroffen und erzielte ein Plus gegenüber dem Vorjahr (11,5 Mrd. EUR). Einige noch im Dezember 2004 abgeschlossene Großprojekte sorgten dafür, dass die Zusagen klar oberhalb des Zielkorridors von 8 - 10 Mrd. EUR lagen. 5,8 Mrd. EUR der Zusagen beliefen sich auf Projekt- und Unternehmensfinanzierungen in Deutschland, 6,1 Mrd. EUR auf Auslandsprojekte.

Nach der Flutkatastrophe in Südostasien ist die KfW Entwicklungsbank zurzeit damit befasst, Hilfsmaßnahmen zu eruieren und Wiederaufbauprojekte vorzubereiten. Bereits in den ersten Januartagen wurden Expertenteams in die betroffene Region entsandt; die KfW wird nun ihre Präsenz vor Ort mit der Eröffnung eines Büros in Sri Lanka verstärken. In Indonesien unterhält sie bereits ein Auslandsbüro. Die Zielrichtung des Einsatzes der KfW Entwicklungsbank ist festgelegt: In Sri Lanka werden sich Wiederaufbaumaßnahmen vor allem auf Wasserversorgung und Wohnungsbau konzentrieren. In Indonesien bereitet die Bank Hilfen in den Bereichen Wohnungsbau, Straßen, Brücken und Häfen sowie zum Wiederaufbau von Krankenhäusern und Gesundheitsstationen vor. Im Jahr 2004 hat die KfW Entwicklungsbank Finanzierungen über insgesamt 1,9 Mrd. EUR zugesagt, 22 % mehr als im Vorjahr (1,6 Mrd. EUR). Rund 600 Mio. EUR davon hat die KfW aus eigenen Mitteln beigesteuert, 1,3 Mrd. EUR sind Mittel aus dem Bundeshaushalt. Die KfW-Tochter DEG hat zusätzlich rund 0,6 Mrd. EUR (2003: 0,5 Mrd. EUR) für private Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern bereitgestellt.

Christine Volk | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.kfw.de

Weitere Berichte zu: Entwicklungsbank Fördervolumen Studienkreditangebot

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Rezessionsgefahr nahe null - IMK-Indikator: Deutsche Wirtschaft auf dem Weg in die Hochkonjunktur
16.01.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Mit Schwung ins neue Jahr
28.12.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie