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Dienstleister der Informationsgesellschaft: Konjunkturelle Nachfrageschwankungen dominieren

17.01.2005


Die Nachfrage nach den Dienstleistungen der Dienstleister der Informationsgesellschaft unterliegt großen Schwankungen. Mehr als 65 Prozent der Unternehmen des Wirtschaftszweigs geben im vierten Quartal 2004 an, stark bis sehr stark von Nachfrageschwankungen betroffen zu sein. Im vierten Quartal 2003 lag dieser Wert noch bei weniger als 47 Prozent.



Dabei sind die Dienstleister der Informationsgesellschaft hauptsächlich konjunkturellen und weniger saisonalen Nachfrageschwankungen unterworfen. Fast 67 Prozent der Unternehmen sind im vierten Quartal 2004 von konjunkturellen Nachfrageschwankungen betroffen, etwas mehr als 27 Prozent der Unternehmen von saisonalen Nachfrageschwankungen.



Dies ist Ergebnis einer Konjunkturumfrage bei Dienstleistern der Informationsgesellschaft, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, in Zusammenarbeit mit dem Verband der Vereine Creditreform, Neuss, im November und Dezember 2004 durchgeführt hat. An der Umfrage beteiligten sich rund 1.000 Unternehmen. Der Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft setzt sich zusammen aus Informations- und Kommunikationstechnologie- (IKT-) Dienstleistern (Unternehmen der Branchen EDV-Dienste und -Vermietung, IKT-Fachhandel sowie Telekommunikationsdienste) und wissensintensiven Dienstleistern (Unternehmen der Branchen Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung, Architekturbüros, technische Beratung und Planung, Forschung und Entwicklung sowie Werbung).

Um auf Nachfrageschwankungen reagieren zu können, stehen den Dienstleistern der Informationsgesellschaft verschiedene Anpassungsmaßnahmen zur Verfügung. Bei einer Beurteilung dieser Möglichkeiten nennen die Unternehmen des Wirtschaftszweigs die Vergabe von befristeten Arbeitsverträgen unter 15 verschiedenen Maßnahmen an erster Stelle. An zweiter und dritter Stelle folgen Überstunden oder Kurzarbeit sowie Weiterbildungsmaßnahmen, die dazu dienen sollen, die Beschäftigten flexibler einzusetzen.

Bei der tatsächlichen Nutzung dieser Instrumente zur Ausweitung oder Verringerung von Betriebskapazitäten sind, wie auch im vergangenen Jahr, Überstunden und Kurzarbeit bei den Unternehmen am beliebtesten. Diese Möglichkeit nutzen etwas mehr als 48 Prozent der Unternehmen. An zweiter Stelle rangiert die Vereinbarung von befristeten Arbeitsverträgen, die knapp 41 Prozent der Unternehmen einsetzen, gefolgt von Weiterbildungsmaßnahmen, die etwa 38 Prozent der Unternehmen nutzen.

Überstunden und Kurzarbeit werden besonders häufig von Architekten, Werbeagenturen sowie von Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern genutzt. Die Vereinbarung von befristeten Arbeitsverträgen wird zahlreich von Werbeagenturen, Architekten sowie dem IKT-Handel in Anspruch genommen. Die Weiterbildung der Mitarbeiter zum flexibleren Einsatz innerhalb des Unternehmens wird besonders häufig von Architekten, Unternehmensberatern und Unternehmen der Forschung und Entwicklung eingesetzt.

Im Vergleich zum Vorjahr entlassen die Unternehmen inzwischen deutlich häufiger Personal. Nutzten 2003 etwa 20 Prozent der Unternehmen das Instrument der Entlassung, um auf Nachfrageschwankungen zu reagieren, so waren dies im vierten Quartal 2004 bereits mehr als 30 Prozent.

Anmerkung zur Hochrechnung:

Um die Repräsentativität der Analysen zu gewährleisten, rechnet das ZEW die Antworten der Umfrageteilnehmer mit dem Umsatzgewicht der Unternehmen am gesamten Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft hoch. Die Formulierung "Anteil der Unternehmen" reflektiert somit den "Umsatzanteil der Unternehmen".

Ansprechpartner:
Jörg Ohnemus, Telefon: 0621/1235-354, Fax: -333, E-Mail: ohnemus@zew.de

Katrin Voss | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de

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