Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausländische IT-Fachkräfte schaffen Arbeitsplätze

02.07.2001


Das IT-Sofortprogramm hat wesentliche Impulse gegeben, um den Arbeitsmarkt in diesem Bereich anzukurbeln. "Von der Green Card profitieren viele", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, Gerd Andres, anlässlich der Präsentation des ersten Zwischenberichts zum Stand des "Sofortprogramms von Bundesregierung und Information und Kommunikations- (IuK)-Wirtschaft zur Deckung des IT-Fachkräftebedarfs in Deutschland." Die Nutznießer sind Unternehmen, die ausländische Spitzenkräfte einstellen, Arbeitssuchende im IT-Bereich, die durch ausländische Computerspezialisten einen Arbeitsplatz bekommen, Arbeitslose, die mit Unterstützung der Bundesanstalt für Arbeit (BA) qualifiziert werden, Studenten, die gut ausgebildet werden und nicht zuletzt die über 50.000 Jugendlichen, die bereits einen Ausbildungsplatz in der Kommunikations-Branche erhalten haben, so Andres weiter.

Auch die Green Card-Inhaber selbst schaffen neue Arbeitsplätze in Deutschland. Mit einer eingestellten IT-Kraft entstehen - laut einer in München vorgelegten Studie - durchschnittlich zwei bis drei zusätzliche Arbeitsplätze. Sowohl Arbeitgeber als auch IT-Bewerber äußerten sich sehr zufrieden mit der Regelung. Über 80 Prozent der in der Studie befragten Greencard-Unternehmen rechnen mit einer Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit.

Der Zwischenbericht wurde von einer Arbeitsgruppe aus Vertretern der betroffenen Bundesressorts, vor allem Bundesarbeits- und Bundesbildungsministerium, der Sozialpartner und der Bundesanstalt für Arbeit erstellt. Er gibt auch Aufschluss über die vereinbarte Aus- und Fortbildungsinitiative, beispielsweise über die Zusage der IT-Branche zusätzliche Ausbildungsplätze anzubieten.

In den ersten 11 Monaten (Stand 22. Juni 2001) wurden über 8.000 Arbeitserlaubnisse für IT-Fachkräfte erteilt. Darunter 20,7 Prozent der Erlaubnisse für indische Bewerber und 14 Prozent für Bewerber aus Russland, Weissrussland, der Ukraine und den Baltischen Staaten.

Für Gerd Andres ist die Green Card-Regelung ein hervorragendes Beispiel für die schnelle und unbürokratische Reaktion der Bundesregierung. "Aber die Green Card ist nur ein Baustein. Vorrangig geht es darum, das inländische Arbeitskräftepotenzial im IT-Bereich zu vergrößern und über Aus- und Weiterbildung zu verbessern", betonte er. Schwerpunkt der Vereinbarungen zur Green Card sind deshalb Anstrengungen der Wirtschaft, des Bundes und der Länder sowie der Bundesanstalt für Arbeit zur Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie zur Vermittlung inländischer Bewerber. Die kurzfristige und im Verfahren erheblich vereinfachte Zulassung von IT-Experten aus Ländern außerhalb der EU unterstützt und flankiert die Maßnahmen hierzulande.

Die im Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit vereinbarte Aus- und Weiterbildungsoffensive der Wirtschaft hat bereits wichtige Ziele bzw. Etappen erreicht: Von den bis 2003 zugesagten 60.000 Ausbildungsplätzen wurden bis Ende 2000 rund 54.000 besetzt. Ein neues System der IT-Weiterbildung ist auf den Weg gebracht.

Gerd Andres lobte auch die engagierte Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundesanstalt für Arbeit. Die BA hat die angestrebte Zielmarke von 40.000 Teilnehmern in IT-Weiterbildungen im Jahre 2000 mit 46.000 Teilnehmern bereits deutlich übertroffen. Hier wurden ca. 1,9 Mrd. DM investiert. Qualifizierte im Bereich der Software-Entwicklung und der Netzwerk-Administration haben gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Ihre Vermittlungsquote liegt regelmäßig über der Vergleichsquote von 70 Prozent. In den Bereichen Software-Entwicklung und Netzwerk-Administration sind Vermittlungsquoten von über 90 Prozent keine Seltenheit.

Im Juni 2000 startete auf Initiative von Bund und Ländern das "Sofortprogramm zur Weiterentwicklung des Informatikstudiums an den Hochschulen in Deutschland (WIS)". Damit soll das Interesse an IT-Studiengängen erhöht werden, neue Studiengänge entwickelt und letztlich auch die Zahl der Studienplätze verdoppelt werden. Schon im Wintersemester 2000 wurde das Programm mit 11,3 Mio. DM gefördert. Für fünf Jahre werden auf diesem Wege 100 Mio. DM je zur Hälfte von Bund und Ländern zur Verfügung gestellt.

In Berufsschulen laufen Programme im Bereich Computer und neue Medien. Dafür hat das Bundesbildungsministerium ein Programm aufgelegt, das im Jahr 2001 mit 175 Mio. DM und im Jahre 2002 mit 80 Mio. DM aus den UMTS-Zinsersparnissen finanziert wird. Damit können Schulen den neuen Herausforderungen im IT-Bereich besser gerecht werden.

Bundesregierung und Wirtschaft vereinbarten im März 2000, angeregt durch Bundeskanzler Gerhard Schröder und den Vorsitzenden der Initiative D21 Erwin Staudt, das IT-Sofortprogramm im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie. Unter dem Stichwort "Green Card" wurde entschieden, bis zu 20.000 hochqualifizierte IT-Fachkräfte aus Ländern außerhalb der Europäischen Union zuzulassen. Diese Entscheidung gab den Anstoß, den Beitrag qualifizierter ausländischer Arbeitnehmer für Wirtschaftswachstum und internationale Wettbewerbsfähigkeit zu überdenken. Erst dadurch wurde die gegenwärtige Zuwanderungsdiskussion möglich. Das Monitoring wird mit dem Ziel fortgesetzt, bis zum Frühjahr 2002 einen weiteren Bericht zu erarbeiten.

Den Vollständigen Bericht finden sie hier.

| BMA-Pressestelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Indikator: Konjunkturampel schaltet von „gelb“ auf „grün“
16.05.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Ergebnisse der IAB-Stellenerhebung für das erste Quartal 2018
30.04.2018 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics