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Automobilbranche geht pessimistisch ins neue Jahr - KPMG: "Überkapazitäten nach wie vor großes Problem"

06.01.2005


Die Automobilbranche geht pessimistisch ins neue Jahr. So befürchten inzwischen drei Mal so viele Unternehmen wie im Vorjahr, dass sich 2005 als schwächstes Geschäftsjahr der Periode 2003-2008 entpuppen wird (22 Prozent gegenüber acht Prozent). Zwar sind immer noch 27 Prozent der Meinung, dass 2003 das schlimmste Jahr für die Branche war, aber im Vergleich zum Vorjahr (56 Prozent) sind das weniger als die Hälfte. 23 Prozent der Unternehmen und damit deutlich weniger als bei der letzten Umfrage sind zuversichtlich, im Jahr 2006 zur vollen Profitabilität zurückkehren zu können. 22 Prozent und damit fast doppelt so viele wie im Vorjahr erwarten das erst für 2007. Das ist das Ergebnis einer KPMG-Umfrage unter 110 Top-Managern von internationalen Automobilherstellern und Automobilzulieferern Ende 2004, die aus Anlass der bevorstehenden Detroit Motor Show (9. - 23. Januar 2005) veröffentlicht wird.

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Hans-Dieter Krauss, Segment-Leiter Automotive bei KPMG in Deutschland: "Die Hoffnung der Unternehmen, wonach die Talsohle bereits durchschritten sei, hat sich offenbar nicht erfüllt." Viele Unternehmen seien bereits dabei, ihre Anstrengungen zu verstärken, um über Restrukturierungs- und Rationalisierungsmaßnahmen die gestiegenen Lohn-, Material- und Energiekosten zu kompensieren. Krauss weiter: "Auch für den deutschen Markt sind die Prognosen für die nächsten zwölf Monate wesentlich zurückhaltender als in der jüngeren Vergangenheit. In einem Marktumfeld, das von einem zunehmend härter werdenden Wettbewerb geprägt ist, sind Absatzsteigerungen - wenn überhaupt - nur durch neue attraktive Modelle, kostengünstige Fertigung und weiterhin hohe Rabatte zu erzielen."

KPMG: Branche unterschätzt Problem der Überkapazitäten


Eine deutliche Veränderung zum Vorjahr ergab sich auch bei der Frage nach globalen Überkapazitäten. Heute glauben rund drei Viertel der Befragten und damit erheblich mehr als früher, dass die globalen Überkapazitäten unter 20 Prozent liegen. Noch auffälliger ist die Beurteilung des chinesischen Automarkts: 37 Prozent der Führungskräfte im Automobilsektor weltweit sagen, dass es in China überhaupt keine Überkapazitäten gebe. Weitere 28 Prozent schätzen diese auf unter zehn Prozent.

Hans-Dieter Krauss: "Das ist eine Aussage, die dramatisch von unseren Marktanalysen abweicht. Aus unserer Sicht ist das Thema der globalen Überkapazitäten nach wie vor ein großes Problem. Es zu unterschätzen, könnte für die Automobilindustrie fatale Folgen haben." Die Höhe der globalen Überkapazitäten bewegt sich nach Beobachtung von KPMG um die 25 Prozent. Um diese auf 20 Prozent zu reduzieren, müssten bereits die heutigen Produktionskapazitäten um mehr als 4 Mio. Einheiten abgebaut werden. Krauss weiter: "Und was den chinesischen Markt angeht: Hier gibt es vor allem bei den Pkw schon jetzt deutliche Überkapazitäten, und dieser Trend wird sich nach unserer Überzeugung eher noch verstärken."

Gute Aussichten für US-Marken

Die KPMG-Umfrage hat ferner ergeben, dass die Aussichten für die nordamerikanischen Marken langsam besser eingeschätzt werden. Inzwischen erwarten schon deutlich mehr als die Hälfte (55 Prozent) der befragten Führungskräfte, dass diese ihren Marktanteil über die nächsten fünf Jahre halten oder sogar ausbauen können (Vorjahr: 42 Prozent).

Krauss: "Die nordamerikanischen Hersteller haben sich in den letzten Jahren ganz klar auf das Produkt konzentriert und eine breite Palette von neuen und attraktiven Modellen auf den Markt gebracht. Das hat zu einem intensiveren Wettbewerb und besseren Angeboten bezüglich Auswahl, Produktqualität und Preisniveau geführt."

Sinkender Marktanteil für europäische Hersteller erwartet

Inzwischen geht jeder vierte Top-Manager (25 Prozent) davon aus, dass der Marktanteil europäischer Marken sinken wird, doppelt so viele wie im Vorjahr (12 Prozent). Nur bei asiatischen Marken rechnen fast alle Befragten mit Wachstumsraten: 87 Prozent sind überzeugt, asiatische Marken würden über die nächsten fünf Jahre zulegen (Vorjahr: 80 Prozent). 83 Prozent der Unternehmen sagen, sie würden in den nächsten fünf Jahren eine Zunahme der Produktionsstätten in Asien erwarten. Dem gegenüber sehen nur 20 Prozent eine Zunahme der Produktionsstätten in Nordamerika bzw. 16 Prozent in Europa.

"Eine Präsenz in China ist für Hersteller im globalen Wettbewerb zu einer notwendigen Strategie geworden, allerdings ist von einer deutlichen Marktbereinigung in den nächsten Jahren auszugehen", so Hans-Dieter Krauss von KPMG.

Comeback des Pkw

Deutlich mehr Führungskräfte als in den Vorjahren, nämlich 56 Prozent, setzen auf wachsende Marktanteile beim klassischen Pkw in den nächsten fünf Jahren. Anders sieht es bei den Luxus-Modellen aus. Nur noch 40 Prozent rechnen hier mit einem Anstieg (Vorjahr: 48 Prozent). Ähnlich wie im Vorjahr sehen 74 Prozent der Automanager Wachstumspotenzial vor allem bei Hybrid-Fahrzeugen, 48 Prozent bei Crossover-Fahrzeugen, 42 Prozent bei Geländewagen, 40 Prozent bei Minivans und 25 Prozent bei Pickup Trucks.

Qualität bleibt wichtigster Kauffaktor

Die befragten Top-Manager sind überzeugt, dass die Kaufentscheidung der Kunden in den nächsten fünf Jahren hauptsächlich von der Qualität beeinflusst wird (82 Prozent). Weitere wichtige Faktoren sind der Benzinverbrauch (77 Prozent), die Sicherheit (75 Prozent) und der Preis (67 Prozent).

Marita Reuter | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.kpmg.de

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