Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Positive Aussichten für die Zukunft der Mittelstandsfinanzierung

28.06.2001


Die Arbeitsgruppe "Finanzierung mittelständischer Unternehmen" beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) hat unter Vorsitz von Ministerialdirektor Dr. Homann in Berlin getagt.

In dieser Arbeitsgruppe sind als kreditwirtschaftliche Verbände der Bundesverband Deutscher Banken (BDB), der Bundesverband der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR), der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) und der Verband der Bürgschaftsbanken (VDB), als weitere Spitzenverbände der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHT) sowie der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZdH), und auch die beiden Förderbanken des Bundes, die Deutsche Ausgleichsbank (DtA) bzw. die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), vertreten. Grundlage ist die im November des vergangenen Jahres abgegebene "Gemeinsame Erklärung" des Bundesministers für Wirtschaft und Technologie, der Präsidenten kreditwirtschaftlicher Verbände und der Vorstandssprecher von DtA und KfW. Ziel der Arbeitsgruppe ist es vor dem Hintergrund der zu erwartenden Baseler Eigenkapitalrichtlinien, den für die Entfaltungsmöglichkeiten mittelständischer Unternehmen wichtigen Zugang zu Krediten und zunehmend zu Eigenkapital auch in Zukunft offen zu halten und dabei die Fördermöglichkeiten des Bundes den neuen Gegebenheiten anzupassen.

Die Arbeitsgruppe begrüßt die Fortschritte, die durch den Einsatz der Bundesregierung, der Kreditwirtschaft und von Wirtschaftsverbänden bei den neuen Regeln des Baselers Ausschusses für Bankenaufsicht zur Eigenkapitalausstattung von Kreditinstituten erreicht worden sind. Die neuen Vorschriften, nach denen Banken nun wohl zwingend ab 2005 die Risiken bei der Kreditvergabe stärker berücksichtigen müssen, werden die Konditionen von Mittelstandskrediten unmittelbar beeinflussen. Gegenüber dem zweiten Baseler Konsultationspapier vom Januar 2001, bei dem das interne Rating und auch mittelständisch strukturierte Kreditportfolios berücksichtigt sind, besteht allerdings noch weiterer Verbesserungsbedarf. Die Verhandlungsführer des Bundes werden gebeten darauf hinzuwirken, dass die Eigenkapitalunterlegung gegenüber den heute bestehenden Regelungen insgesamt nicht zunimmt, dass bankübliche Sicherheiten umfassender angerechnet werden, dass der Langfristkredit nicht diskriminiert wird und dass das jetzt zulässige Retailportfolio die Mittelstandskredite in größtmöglichem Umfang einschließt.

Das BMWi hat angeregt, dass Kreditwirtschaft und Wirtschaftsverbände dem Mittelstand verstärkt die konkreten Auswirkungen der Baseler Vorschriften auf die künftigen Kundenbeziehungen deutlich machen, um ihn darauf vorzubereiten, was er selbst zu einem zutreffenden Rating beitragen kann. Bisherige Informationsveranstaltungen, wie z.B. die von der Hamburger Sparkasse gemeinsam mit der Hamburger Handwerkskammer durchgeführte, waren sehr erfolgreich.

Unter den Beteiligten bestand Einvernehmen, dass die finanziellen Förderaktivitäten des Bundes und seiner Förderbanken fortgesetzt werden müssen und diese den Gegebenheiten von Basel II anzupassen sind. Positiv wurde begrüßt, dass Vereinfachungen beim Nachweis der Verwendung von Förderkrediten bereits erfolgt sind. Die Ausgestaltung der Margen wird der künftig größeren Risikodifferenzierung, aber auch den besonderen Erfordernissen gerade kleiner Kreditvolumina folgen. Endgültige Regelungen sind aber erst möglich, wenn Rating-Systeme bei der Kreditwirtschaft vollständig etabliert sind.

Die Arbeitsgruppe sieht in der Zukunft eine zunehmende Bedeutung von direkten Risikoentlastungen, wie Bürgschaften oder Haftungsfreistellungen. Dabei behalten beide Instrumente ihren Platz. Die Bürgschaftsbanken werden ihre Angebote kundenfreundlicher und flexibler ausgestalten und sich auch für mehr Kombinationsmöglichkeiten öffnen. Die Gewichtung von Risikoentlastungen und Zinsverbilligungen bei Förderkrediten muss noch weiter intensiv beleuchtet werden. Das Angebot der KfW, den Banken durch den Handel von verbrieften Kreditrisiken zusätzliche Handlungsspielräume für Mittelstandskredite zu ermöglichen, wurde begrüßt. Weitergehende Überlegungen werden Wettbewerbsgesichtspunkte und das Zusammenwirken mit bestehenden Förderinstrumenten berücksichtigen.

Für alle Beteiligten ist es wichtig, dass in Zukunft die Finanzierung des Mittelstandes auf einer noch breiteren Basis steht. Dem verstärkten Einsatz von Eigenkapital bzw. eigenkapitalähnlichen Mitteln, wie z.B. Genussrechten oder Nachrangdarlehen, müsse von den kleinen und mittleren Unternehmen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Hier müsse in den Unternehmen ein deutliches Umdenken, d.h. eine Verabschiedung vom "Herr im Hause Standpunkt" einsetzen. Die Arbeitsgruppe sieht in ersten Überlegungen des BGA-Präsidenten Börner auf Vorarbeiten des Bundesverbandes Deutscher Banken einen wichtigen Ansatz. Die Arbeitsgruppe wird sich in die hierzu laufende Diskussion aktiv einbringen. Ziel ist es, möglichst bald standardisierte Verfahren und marktgängige Instrumente zu schaffen.

| BMWi NEWSLETTER

Weitere Berichte zu: DtA KfW Kreditwirtschaft Mittelstandskredit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index sinkt nach März-Hoch
23.05.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr bleibt niedrig
19.05.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften