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EUREN-Bericht zu den Konjunkturaussichten für Europa

15.12.2004


Das European Economic Network (EUREN) ist ein Netzwerk von sieben führenden europäischen Wirtschaftsforschungsinstituten, darunter das RWI Essen. Heute präsentiert EUREN in Brüssel seinen sechsten gemeinsamen Bericht zu den wirtschaftlichen Aussichten Europas. Die Institute haben ihre Prognose der wirtschaftlichen Entwicklung im Euro-Raum gegenüber ihrer Prognose vom Sommer deutlich gesenkt und erwarten jetzt für 2005 ein Wirtschaftswachstum von 1,6%.



Die im Forschungsnetzwerk EUREN zusammengeschlossenen Institute haben ihre Prognose der wirtschaftlichen Entwicklung im Euro-Raum gegenüber ihrer Prognose vom Sommer deutlich zurückgenommen. Sie erwarten für 2005 ein Wirtschaftswachstum von 1,6%; im Sommer gingen sie noch von 2,4% aus. Wesentliche Ursache dieser skeptischeren Einschätzung ist das inzwischen deutlich ungünstigere internationale Umfeld. Die preisliche Wettbewerbsfähigkeit des Euro-Raums hat sich aufgrund der deutlichen Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar verschlechtert. Hinzu kommen die dämpfenden Wirkungen, die von den höheren Ölpreisen ausgehen. Einer Modellrechnung zu Folge erklären diese beiden Faktoren die Abwärtsrevision fast vollständig.

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Die Inlandsnachfrage bleibt im Prognosezeitraum schwach und kann nicht die Rolle einer Lokomotive der Konjunktur übernehmen. Dazu trägt auch bei, dass es der Finanzpolitik bislang nicht gelungen ist, die Fehlbeträge in den öffentlichen Haushalten merklich zu reduzieren.

Expansionstempo dürfte sich gegen Ende 2005 wieder beschleunigen

Die außenwirtschaftlichen Belastungen dürften allerdings nur vorübergehender Natur sein. Daher ist die schwächere Expansion 2005 auch noch nicht der Beginn eines neuen Abschwungs, vielmehr dürfte sich das Expansionstempo gegen Ende des kommenden Jahres wieder leicht beschleunigen. Jedoch bleiben große Herausforderungen für die Euro-Länder bestehen. So ist es bisher nicht gelungen, den Produktivitätsfortschritt im Euro-Raum spürbar zu beschleunigen. Hierin liegt aber der Schlüssel für eine höhere Wachstumsdynamik.

Die sieben EUREN-Mitglieder sind:

1) Bureau fédéral du Plan (BfP), Bruxelles, Belgium
2) Centre d’Observation Economique de la Chambre de Commerce et d’Industrie
de Paris (COE), France
3) Centro de Predicción Económica (CEPREDE), Madrid, Spain
4) Centro Studi Confindustria (CSC), Rome, Italy
5) Oxford Economic Forecasting Ltd (OEF), Oxford, United Kingdom
6) Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), Essen, Germany
7) Economic Research, Marketing and Computing (KOPINT-DATORG), Budapest, Hungary

Joachim Schmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.rwi-essen.de

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