Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

M&A-Geschäft bricht im 1. Halbjahr weltweit ein. Deutschland nicht mehr Zielmarkt Nummer 1

26.06.2001


Globale Unternehmensstruktur 1997- 2001Quelle:Computasoft Research/Commscan 2001
Beinhaltet
alle europäischen Transaktionen abgeschlossen zwischen dem 1. Januar 1999
und dem 22. Juni 2001.
Nicht enthalten sind MBOs und
Privatisierungen.


Europäische Unternehmenstransaktionen pro Sektor
1999-1.HJ 2001
Quelle:Computasoft Research/Commscan 2001
Beinhaltet alle
europäischen Transaktionen abgeschlossen zwischen dem 1. Januar 1999 und
dem 22. Juni 2001.
Nicht enthalten sind MBOs und
Privatisierungen.


Weltweit ist der Wert von Unternehmenstransaktionen im ersten Halbjahr 2001 um 58 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesunken. Das entspricht einem Rückgang von 1.906 Milliarden US-Dollar auf 798 Milliarden US-Dollar. Die Anzahl der Transaktionen ging um 35 Prozent zurück (von 14.191 auf 9.210). Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse von KPMG Corporate Finance.

In Deutschland hat sich der Transaktionswert im selben Zeitraum von 305 Milliarden US-Dollar sogar um 70 Prozent auf 91 Milliarden US-Dollar reduziert, was auf die Rekord-Transaktion Mannesmann Vodafone (172 Milliarden US-Dollar) im ersten Halbjahr 2000 zurückzuführen ist.

 

Thomas Ehren, Leiter KPMG Corporate Finance in Deutschland: "Nach dem Boom der Aktienbörsen und der New Economy-Euphorie in den letzten beiden Jahren erfährt der Markt für Unternehmenstransaktionen in diesem Jahr eine dramatische Korrektur. Wir sind jetzt wieder auf dem Niveau des Jahres 1998 angekommen. Das M&A-Geschäft hat sich im ersten Halbjahr praktisch wieder auf Normalmaß eingependelt."

Den stärksten Rückgang erfuhr der westeuropäische Markt, wobei der gesamte Transaktionswert im ersten Halbjahr 2001 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 63 Prozent schrumpfte. In den USA reduzierte sich der Gesamtwert von Unternehmenstransaktionen um 51 Prozent. Eine etwas weichere Landung erlebte der asiatisch-pazifische Markt. Hier gab es einen Rückgang des Gesamttransaktionswertes bei M&A-Aktivitäten um 19 Prozent; allerdings war das Vorjahresniveau relativ niedrig.

Deutschland nicht mehr Zielmarkt Nummer 1

Im ersten Halbjahr 2000 war Deutschland der begehrteste Zielmarkt mit einem Nettoinvestitionswert (Direktinvestitionen nach Deutschland abzüglich der Direktinvestitionen von Deutschland in andere Länder) von 192 Milliarden US-Dollar; davon entfiel der Löwenanteil auf die Mannesmann Vodafone-Transaktion. Im ersten Halbjahr 2001 betrug dieser Wert minus 15,8 Milliarden US-Dollar. Damit ist Deutschland nicht mehr Investitionsstandort Nummer 1. Thomas Ehren: "Abzuwarten bleibt, inwieweit die eingeleiteten Reformmaßnahmen - die Steuerreform und hier vor allem die Senkung des Körperschaftssteuersatzes und die steuerfreien Veräußerungen von Beteiligungen bei Kapitalgesellschaften, das geplante Übernahmegesetz und die Veränderung der Aktienindices - künftig wieder mehr ausländische Investoren zu Unternehmenskäufen in Deutschland anlocken. Aber auch international wettbewerbsfähige arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen spielen für Investitionsentscheidungen aus dem Ausland eine wichtige Rolle."

US-Markt auf inneramerikanische Transaktionen fokussiert

Die zehn weltweit größten Transaktionen zeigen, dass sich der US-Markt im ersten Halbjahr sehr stark auf inneramerikanische Transaktionen fokussiert hat. Hier schlägt insbesondere die Fusion von American Online Inc. und Time Warner Inc. (94,3 Milliarden US-Dollar) zu Buche. Ausnahme: der Kauf von Voicestream durch die Deutsche Telekom AG, zugleich die größte grenzüberschreitende Transaktion (24,6 Milliarden-US Dollar).

Trend zu grenzüberschreitenden Transaktionen im Euromarkt verstärkt sich

Einen wachsenden Anteil am gesamten M&A-Geschäft in Europa machen grenzüberschreitende Transaktionen aus. Sie überflügeln inländische Unternehmenskäufe und Fusionen hinsichtlich des Transaktionswertes und haben einen immer größer werdenden Anteil am Gesamttransaktionswert. Ihr Anteil lag im ersten Halbjahr diesen Jahres bei 79 Prozent (240 Milliarden US-Dollar) gegenüber 65 Prozent (546 Milliarden US-Dollar) im Vorjahreszeitraum. Der gesamte europäisch-grenzüberschreitende Transaktionswert im gleichen Zeitraum hat sich jedoch um 56 Prozent verringert (304 Milliarden US-Dollar).

M&A-Trends in Europa - Telekommunikation wieder stärkster Sektor

Der Abschwung im M&A-Geschäft zieht sich in Europa (und weltweit) durch alle Branchen. Der transaktionsstärkste Sektor ist erneut die Telekommunikation. Auch in Deutschland erzielte der Telekommunikationsbereich das höchste Transaktionsvolumen (38,6 Milliarden US-Dollar). Das entspricht einem Anteil von gut 42 Prozent am Gesamttransaktionswert aller Sektoren (91,5 Milliarden US-Dollar). Rang zwei belegt der Bereich Banken und Versicherungen, in Deutschland mit 14,6 Milliarden US-Dollar. Einen signifikanten Einbruch nach einer kontinuierlichen Zunahme von Transaktionen in den Vorjahren verzeichnen die Bereiche Medien und Software sowie Handel und Nahrungsmittel. Der Rückgang im Pharmabereich ist insbesondere auf die Abnahme von Transaktionen im Biotechnologie-Sektor zurückzuführen.

 

Ausblick

KPMG Corporate Finance geht davon aus, dass die Globalisierung weiter eine starke Triebfeder für Unternehmenstransaktionen sein wird, wobei diese sich sehr unterschiedlich in den einzelnen Branchen entwickeln werden. Thomas Ehren: "Einige Märkte sind bereits stark konsolidiert, so dass aus wettbewerbsrechtlichen Gründen Unternehmenszusammenschlüsse nur noch schwer umgesetzt werden können." Die Untersagung der Fusion General Electric und Honeywell seitens der europäischen Wettbewerbsbehörden - trotz Genehmigung durch die US-Behörden - ist dafür ein Beleg. Ehren: "Wir sind immer stärker in Voruntersuchungen involviert, um die Machbarkeit einer Transaktion bezüglich wettbewerbsrechtlicher Einschränkungen zu überprüfen."

Ein weiterer nachhaltiger Trend sei die Fokussierung auf das Kerngeschäft. "Hier erwarten wir in Deutschland aufgrund der Steuerreform eine Portfolio-Bereinigung im Beteiligungsbereich der Konzerne. Zudem werden im Versicherungs- und Bankenbereich die Überkreuzbeteiligungen aufgelöst. Nach den Portfolio-Bereinigungen, der Einführung des Übernahmegesetzes sowie weiterer Reformen hin zu internationalen Kapitalmarktstrukturen hat Deutschland gute Chancen, wieder ein äußerst begehrter Zielmarkt für Direktinvestitionen zu werden," so Ehren abschließend.

Marita Reuter | Pressemitteilung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Wert fest „im grünen Bereich“ - IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr sinkt auf nur 5,1 Prozent
14.09.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Konjunkturprognose: Deutsche Wirtschaft nähert sich der Hochkonjunktur
07.09.2017 | Institut für Weltwirtschaft (IfW)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops