Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Privatwirtschaft als Entwicklungsförderer

09.12.2004


Bundesentwicklungsministerin und DEG - Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft stellen Evaluierungsergebnisse vor

... mehr zu:
»KfW »Privatwirtschaft

"Die Privatwirtschaft tätigt fünfmal mehr Investitionen in Entwicklungsländern als die gesamte weltweite öffentliche Entwicklungszusammenarbeit. Das zeigt: Eine gezielte Förderung der Privatwirtschaft ist ein wichtiger Hebel zur Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Lage der Menschen. Denn ohne funktionierende Unternehmen gibt es keine Arbeit, und wir müssen dafür sorgen, dass mehr Menschen in den Entwicklungsländern eine Arbeit haben, die sie und ihre Familien ernähren kann", erklärte Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul anlässlich der Vorstellung einer Evaluierungsstudie, die unabhängige Gutachterinnen und Gutachter im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums für Projekte der DEG erstellt haben. Die DEG - Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft finanziert im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums private Unternehmen in Entwicklungs- und Reformländern mit dem Ziel, die Privatwirtschaft zu stärken.

"Das Ergebnis dieser Studie ist außerordentlich zufrieden stellend: Die untersuchten Vorhaben sind in der Regel nicht nur rentabel, sondern erfüllen auch durchgängig ökologische und soziale Standards - wie Weltbankstandards und ILO-Kernarbeitsnormen", betonte Wieczorek-Zeul. "Besonders wichtig ist mir, dass die geförderten Betriebe für ihre Beschäftigten auch vorbildliche Weiterbildungs- und Sozialleistungen erbringen."


Die DEG wurde im Jahr 2001 im Auftrag der Bundesregierung an die KfW Bankengruppe übertragen. Dadurch hat sich das verfügbare Finanzvolumen der DEG von 412 Millionen Euro auf für das Jahr 2005 geplante 600 Millionen Euro erhöht. "Das zeigt, dass unsere Entscheidung richtig war", sagte Wieczorek-Zeul. "Mit der Übertragung an die KfW haben wir die DEG gestärkt, die nun mehr Finanzmittel zur Verfügung hat, um nachhaltige und sozial gerechte Projekte mit der Privatwirtschaft zu fördern. Das ist ein Beitrag zu moderner Entwicklungspolitik."

"Die Bewertung durch die unabhängigen Gutachter bestätigt die Bedeutung privater Investitionen für den Entwicklungsprozess und in exemplarischer Weise die positiven entwicklungspolitischen Effekte und Wirkungen von DEG-Vorhaben", betonte Dr. Winfried Polte, Geschäftsführer der DEG. Auch Wolfgang Kroh als Vertreter der KfW Bankengruppe, zu der die DEG gehört, zeigte sich erfreut über das positive Evaluierungsergebnis.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie sind: Die drei bedeutsamsten entwicklungspolitischen Effekte und Wirkungen von Finanzierungsvorhaben der DEG sind starke direkte und indirekte Beschäftigungseffekte, Staatseinnahmen durch Steuerzahlungen und hohe Sozialleistungen. Sechs unabhängige externe Gutachter und Gutachterinnen untersuchten und bewerteten 21 DEG-Projekte in verschiedenen Kontinenten sowie Sektoren und deckten dabei alle wesentlichen sektoralen und regionalen Bereiche ab. Aus den entwicklungspolitischen Wirkungen der evaluierten DEG-Vorhaben konnten die Gutachter länder- und sektorübergreifende allgemeine Schlussfolgerungen ableiten. So tragen die Vorhaben zur Armutsminderung bei über positive Wachstums-, Beschäftigungs- und Einkommenseffekte bei den geförderten Unternehmen sowie über Netzwerkeffekte bei vor- und nachgelagerten Unternehmen. "Damit leisten auch wir einen zwar indirekten, aber nicht unwesentlichen Beitrag zur Erreichung der Millennium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen und der Bundesregierung", betonte Polte.

Am Beispiel der Engagements in Indonesien und Argentinien haben die Gutachter auch die DEG-Rolle in ihrer Krisenbeistandsfunktion gewürdigt. "Hier erfüllt die DEG ihren Auftrag der Subsidiarität, d.h. überall dort tätig zu sein, wo die privaten Banken aus Risikogründen nicht aktiv sind", sagte Polte.

Gutachter Dr. Peter Lindlein veranschaulichte die Ergebnisse anhand von zwei evaluierten Projekten. Am Beispiel des argentinischen Avocadoprozenten Guayal schilderte er die Begleitung eines lokalen Produzenten zum Unternehmen mit Weltmarktniveau. Die DEG-Finanzierung habe es dem Unternehmen ermöglicht, den professionellen Avocadoanbau in Argentinien einzuführen, den lokalen Markt zu erschließen und technologisch auf Weltmarktniveau zu produzieren. Lindlein stellte außerdem das südafrikanische Unternehmen Edu-Loan vor, ein Anbieter privater Bildungsfinanzierung, der auch armen Studenten ein Hochschulstudium ermöglicht. "Die DEG unterstützt hier einen innovativen, für Südafrika neuen Ansatz, der in weiteren Ländern Afrikas etabliert werden kann." An diesem Beispiel zeige sich auch die entwicklungspolitische Bedeutung des Ankerlandes Südafrika für seine Nachbarländer.

Die DEG prüft jetzt die Anregungen der Gutachter auf ihre interne Umsetzbarkeit. "Das entwicklungspolitische Engagement der DEG mit eigenem Risiko werden wir durch ein moderates Wachstum und eine stetige Verbesserung unserer Projektqualität weiter ausbauen", sagte Polte.

Anja Strautz | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.deginvest.de

Weitere Berichte zu: KfW Privatwirtschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht RWI erhöht Konjunkturprognose für 2017 leicht auf 1,3 Prozent
15.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise