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Postbank Studie: Internet-Handel nimmt weiter zu

09.12.2004


Umsatz-Erwartungen der Händler


Investitionen der einzelnen Branchen in die verschiedenen Vertriebswege


Gute Aussichten für Branchen, die bislang wenig im Online-Handel vertreten sind / Verkauf ins Ausland wichtig auch für kleine Unternehmen / Elektronische Bezahlverfahren gewinnen an Bedeutung

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Deutschlands Händler wollen den Verkauf im Internet weiter ausbauen. 84,4 Prozent der reinen Online-Händler und 69,4 Prozent der Offline-Händler mit zusätzlichem Online-Verkauf werden 2005 in den Vertrieb via Internet investieren. Über die Hälfte der Händler rechnet mit einem wachsenden Anteil des Online-Umsatzes. Zu diesen Ergebnissen kommt die repräsentative Studie „eCommerce 2004“, die die Deutsche Postbank AG im Herbst 2004 in Auftrag gegeben hat.

Händler erwarten Wachstum im Online-Handel – Offline-Vertrieb stagniert

Mit 51 Prozent erwartet mehr als die Hälfte der befragten Händler einen steigenden Online-Anteil am Gesamtumsatz, lediglich sechs Prozent sind der Ansicht, der Online-Anteil werde sinken. Sehr optimistisch sind Händler, die bisher erst einen geringen Teil ihres Gesamtumsatzes im Internet erreichen. Dies trifft in erster Linie auf die größeren Unternehmen zu.

Große Unternehmen sind insgesamt zuversichtlicher als kleine. Bei den Firmen mit einem Umsatz über 2,5 Mio. € erwarten zwei Drittel (66,7 Prozent) einen Anstieg des Internetumsatzes, in der Vergleichsgruppe der kleineren Unternehmen mit weniger als 2,5 Mio. € Umsatz sind es dagegen nur 47,5 Prozent.

In der Betrachtung nach Branchen sind die Anbieter von digitalen Gütern und Services sowie von Gesundheits- und Wellnessprodukten am optimistischsten: 62,5 Prozent bzw. 64,8 Prozent gehen von einer Umsatzsteigerung aus. Dies korreliert mit den Trends der Konsumentenbefragung, die für Medikamente, Bürobedarf sowie Film- und Musikdownloads die höchsten Wachstumspotenziale ergeben hat. Im Segment Touristik / Verkehr ist die Stimmung dagegen gedämpfter: 60 Prozent der Händler erwarten einen Umsatzanstieg, sieben Prozent rechnen mit sinkenden Verkäufen.

Das Internet erschließt auch kleinen Shops ausländische Märkte

Die positive Stimmung unter den Händlern gründet nicht zuletzt auf dem Boom des grenzüberschreitenden Handels: Fast 40 Prozent der Unternehmen erzielen bereits mehr als fünf Prozent des Umsatzes über Verkäufe ins Ausland – ein Potenzial, das sich durch das World Wide Web immer stärker auch den kleinen Shops erschließt.

Die Auslandsaktivitäten spiegeln sich auch in den angebotenen Bezahlverfahren wider: Je größer der Anteil des Auslandsumsatzes, desto häufiger können Kunden mit elektronischen Verfahren bezahlen, vor allem mit der Kreditkarte. 88,9 Prozent der Händler, die mehr als 50 Prozent des Gesamtumsatzes durch internationale Verkäufe erreichen, bieten elektronische Bezahlverfahren an (Gesamtstichprobe: 64,8 Prozent).

Händler investieren stärker – Produktpalette soll ausgebaut werden

72,7 Prozent der befragten Händler planen einen Ausbau ihrer Internetaktivitäten, 23,5 Prozent werden dagegen in den Offline-Vertrieb investieren. Mit den größten Investitionen ist in der Touristik- und Verkehrsbranche zu rechnen: 86,7 Prozent wollen den Internetvertrieb ausbauen. Dagegen planen 45,8 Prozent der Lebensmittel-Anbieter und 41,7 Prozent der Hobby- und Freizeitbranche in nächster Zukunft gar keine Investitionen.

Auf den Offline-Vertrieb setzt insbesondere der Elektro-Handel: 37,5 Prozent hoffen dort auf eine Umsatzsteigerung durch Investitionen in Vertriebswege außerhalb des Internet.

Sehr aktiv geben sich die reinen Online Händler, von denen 77,9 Prozent weitere Investitionen planen. Mit 5,6 Prozent hat sich ein kleiner Teil jedoch vorgenommen, neben dem reinen Online-Vertrieb weitere Vertriebswege zu etablieren.

Diskrepanz zwischen Händler- und Kundenwünschen beim Bezahlen

Beim Bezahlenexistiert nach wie vor eine Diskrepanz zwischen den Anforderungen der Händler und den Wünschen der Kunden. Händler schätzen an einem Bezahlsystem in erster Linie einen niedrigen Zahlungsausfall sowie eine bequeme Handhabung. Kundenfreundlichkeit und niedrige Kosten folgen auf den Plätzen drei und vier.

Auch die Kunden setzen in erster Linie auf Sicherheit beim Bezahlen. Diese muss bei jedem Schritt des Bezahlprozesses klar erkennbar sein. Fast ebenso wichtig ist eine schnelle und unkomplizierte Abwicklung.

Bezahlverfahren, die gleichermaßen Kunden- und Händlerwünsche berücksichtigen, sind rar. So ist die Rechnung aus Sicht der Unternehmen zwar die kundenfreundlichste Abrechnungsart – aufgrund hoher Zahlungsausfälle tendieren die Händler aber dazu, sie nicht anzubieten. Große Akzeptanz auf beiden Seiten genießt die Überweisung. Händler bevorzugen die Abrechnung per Vorkasse und 71,8 Prozent der Online-Shopper (79,3 Prozent der Heavy-Shopper) nutzen die Online-Überweisung oder würden sie gerne beim Einkauf nutzen. Vor allem bei Internet-Auktionen ist die Online-Überweisung das bevorzugte Bezahlverfahren.

Drei Viertel der Händler bieten mehr als drei Bezahlverfahren an

Mehr als die Hälfte der Händler setzt auf eine Mischung herkömmlicher und elektronischer Bezahlverfahren. 74,2 Prozent der Händler stellen ihren Kunden mehr als drei Bezahlverfahren zur Auswahl, 64,8 Prozent haben zumindest ein elektronisches Bezahlverfahren im Portfolio.

Der Trend geht klar in Richtung elektronischer Verfahren. Rechnung und Nachnahme haben im Gegensatz zur Kreditkarte kaum noch Entwicklungspotenzial.

Wachstumsmarkt Deutschland

Die Ergebnisse der Studie stimmen mit der jüngsten Schätzung des European Information Technology Observatory (EITO) überein, die Deutschland ein überproportionales Wachstum im Online-Handel vorhersagt. Nach EITO wird Deutschland im Jahr 2007 über 80 Milliarden Euro im Online-Handel mit Endverbrauchern (B2C) umsetzen und damit der größte Markt Westeuropas sein. 2003 lag Deutschland mit einem Umsatz von 15,4 Milliarden Euro noch knapp hinter Großbritannien (16,8 Mrd.) und vor Frankreich (8,0 Mrd.), Italien (5,9 Mrd.) und Spanien (2,9 Mrd.).

Zur Studie: Stichprobe, statistische Methoden, Veröffentlichung
Die Untersuchung wurde von Europressedienst Research, Bonn, im Auftrag der Postbank im September 2004 durchgeführt. Insgesamt wurden deutschlandweit 264 Online-Händler und 1.020 Privatpersonen befragt. Die Unternehmen wurden nach einer für Internetshops spezifischen Branchenverteilung ausgewählt (vgl. dazu auch die 18. W3B-Studie, Fittkau & Maaß 2004) und telefonisch interviewt. Basis war ein Fragebogen mit standardisierten Fragen und Itemvorgaben. Die Privatpersonen wurden persönlich mittels standardisierter Fragen und Itemvorgaben interviewt. Die Studie steht unter www.postbank.de/presse zum Download bereit.

| Deutsche Postbank AG
Weitere Informationen:
http://www.postbank.de/

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