Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umweltschutz gibt 1,3 Millionen Menschen Arbeit

22.06.2001


Jahresbericht 2000 des Umweltbundesamtes auch zum Herunterladen im Internet unter http://www.umweltbundesamt.de

In Deutschland arbeiten rund 1,3 Millionen Menschen im Umweltschutz, das sind fast 4 Prozent der Beschäftigten. Das geht aus dem Jahresbericht 2000 des Umweltbundesamtes (UBA) hervor, den Bundesumweltminister Jürgen Trittin heute der Öffentlichkeit vorstellte. "Umweltschutz hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einem wichtigen positiven Wirtschafts- und Standortfaktor in Deutschland entwickelt. Das ist nicht zuletzt auf eine anspruchsvolle Umweltpolitik zurückzuführen, die auch positive Impulse für den Arbeitsmarkt gegeben hat", sagte der Minister. Der UBA-Jahresbericht weist auch auf wichtige Umweltthemen der Zukunft hin. Der Präsident des UBA, Prof. Dr. Andreas Troge, machte auf das Problem der Stoffe und Verbindungen aufmerksam, die in die Umwelt gelangen. "Von 100.000 alten Chemikalien sind nur 80 auf ihre Risiken untersucht worden. Das bedeutet: Von einer Vielzahl von Stoffen, die uns tagtäglich umgeben, ist nicht bekannt, wie sie auf Umwelt und Gesundheit wirken. Das muss sich dringend ändern."

Im Auftrag des UBA hat das IFO Institut für Wirtschaftsforschung, München, die neuesten verfügbaren Zahlen der Arbeitsplätze im Umweltschutz von 1998 ausgewertet. Demnach hingen mindestens 1,3 Millionen Arbeitsplätze vom Umweltschutz ab. Bezogen auf 37,5 Millionen Erwerbstätige sind das rund 3,6 Prozent aller Beschäftigten. Damit waren im Umweltschutz mehr Menschen beschäftigt als im Maschinenbau (gut 1,15 Millionen), Fahrzeugbau oder im Ernährungsgewerbe (jeweils knapp unter 1 Million). Die Schätzung von gut 1,3 Millionen liegt dabei an der unteren Grenze der tatsächlichen Beschäftigten.

Bundesumweltminister Trittin: "Eine ambitionierte Klimaschutzpolitik, wie sie von der Bundesregierung konsequent umgesetzt wird, kommt nicht nur der Umwelt zugute, sondern bringt auch kräftige Impulse für den Arbeitsmarkt. Damit wird auch die Behauptung widerlegt, Klimaschutz schade der Wirtschaft." Nach einer Studie der Prognos AG, Basel, ist bis 2005 mit der Entstehung von 155.000 Arbeitsplätzen - vor allem in den Sektoren Bau und Maschinenbau - zu rechnen. Bis 2020 werden sogar 190.000 zusätzliche Arbeitsplätze prognostiziert.
Der Minister wies auf die von der Bundesregierung ergriffenen Maßnahmen hin, die Impulse für neue Arbeitsplätze im Umweltschutz geben. Trittin: "Dazu gehören die Energieeinsparverordnung ebenso wie das Programm zur Wärmedämmung von Gebäuden und die Förderung der erneuerbaren Energien. Allein in diesem Bereich sind schon rund 70.000 Arbeitsplätze entstanden. Hier ist die Bundesrepublik international führend." Auch die kürzlich verabschiedete Biomasse-Verordnung werde zur Schaffung neuer Arbeitsplätze im landwirtschaftlichen Bereich beitragen.

Zwei Drittel der Arbeitsplätze im Umweltschutz lassen sich den Dienstleistungen zurechnen (906.500). Besonders hohe Zuwachsraten werden in den Bereichen Energieeinsparung und Wärmeschutz erwartet. Die Beschäftigung wird sich dort bis 2005 gegenüber 1998 laut UBA-Bericht voraussichtlich von 21.000 auf 45.000 mehr als verdoppeln. Eine siebenseitige "Hintergrundinformation: Umweltschutz und Arbeitsplätze" gibt es auch im Internet unter http://www.umweltbundesamt.de.

In der Chemikalienpolitik steht Europa vor einer wichtigen Weichenstellung: Hersteller von Chemikalien sollen zukünftig die Ungefährlichkeit dieser Stoffe für bestimmte Verwendungen belegen. UBA-Präsident Troge wies darauf hin, dass die Europäische Union in ihrem Weißbuch "Strategien für eine zukünftige Chemikalienpolitik" einem langjährigen Vorschlag des UBA gefolgt sei. Dieses zentrale Element der zukünftigen Chemikalienkontrolle fördert ein verantwortungsbewusstes, aktives Handeln seitens der chemischen Industrie (Seite 81 ff., 168 ff. des Jahresberichts). Vorrangig sei es, so Troge, die Risiken von besonders gefährlichen Stoffen zu bewerten und Maßnahmen zur Risikominderung zu erarbeiten. Dazu gehören Stoffe, die langlebig sind und sich in Lebewesen anreichern, sowie hormonell wirksame Stoffe.
In Deutschland bewertet das UBA die Umweltrisiken neuer Stoffe, die nach dem Chemikaliengesetz vom Hersteller oder Importeur anzumelden sind. Im Jahr 2000 wurden in Deutschland 108 Stoffe angemeldet. Davon wurden 37 als "umweltgefährlich" eingestuft und müssen gekennzeichnet werden.

Weitere zentrale Themen des Jahresberichts: der Straßenverkehr (Seite 57 ff.), die Ökologische Steuerreform (Seite 60, 104 f.) sowie der Verbraucherschutz bei der Produktsicherheit (Seite 55 ff., 151 ff.) und bei der Trinkwasserversorgung (Seite 69 ff.).

Der "Jahresbericht 2000" des Umweltbundesamtes ist als gedruckte Fassung kostenlos beim Zentralen Antwortdienst des UBA, Telefon (030) 89 03-2400, -2422, -2304 erhältlich, Fax (030) 89 03-2912, E-Mail: renate.hardt@uba.de. In Kürze wird er auch als CD-ROM verfügbar sein. Er steht außerdem im Internet als PDF-Dokument zum Herunterladen unter der Adresse http://www.umweltbundesamt.de bereit.

Karsten Klenner | idw
Weitere Informationen:
http://www.umweltbundesamt.de/

Weitere Berichte zu: Chemikalienpolitik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Positiv für die Volkswirtschaft: Die Zahl der Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen steigt weiter
12.10.2017 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

nachricht Unternehmen sehen Kostenersparnisse durch Einsatz von Virtual- und Augmented Reality
10.10.2017 | Rheinische Fachhochschule Köln

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Im Focus: Kalte Moleküle auf Kollisionskurs

Mit einer neuen Kühlmethode gelingt Wissenschaftlern am MPQ die Beobachtung von Stößen in einem dichten Strahl aus kalten und langsamen dipolaren Molekülen.

Wie verlaufen chemische Reaktionen bei extrem tiefen Temperaturen? Um diese Frage zu beantworten, benötigt man molekulare Proben, die gleichzeitig kalt, dicht...

Im Focus: Astronomen entdecken ungewöhnliche spindelförmige Galaxien

Galaxien als majestätische, rotierende Sternscheiben? Nicht bei den spindelförmigen Galaxien, die von Athanasia Tsatsi (Max-Planck-Institut für Astronomie) und ihren Kollegen untersucht wurden. Mit Hilfe der CALIFA-Umfrage fanden die Astronomen heraus, dass diese schlanken Galaxien, die sich um ihre Längsachse drehen, weitaus häufiger sind als bisher angenommen. Mit den neuen Daten konnten die Astronomen außerdem ein Modell dafür entwickeln, wie die spindelförmigen Galaxien aus einer speziellen Art von Verschmelzung zweier Spiralgalaxien entstehen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Wenn die meisten Menschen an Galaxien denken, dürften sie an majestätische Spiralgalaxien wie die unserer Heimatgalaxie denken, der Milchstraße: Milliarden von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

bionection 2017 erstmals in Thüringen: Biotech-Spitzenforschung trifft in Jena auf Weltmarktführer

13.10.2017 | Veranstaltungen

Tagung „Energieeffiziente Abluftreinigung“ zeigt, wie man durch Luftreinhaltemaßnahmen profitieren kann

13.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ESO-Teleskope beobachten erstes Licht einer Gravitationswellen-Quelle

16.10.2017 | Physik Astronomie

Was läuft schief beim Noonan-Syndrom? – Grundlagen der neuronalen Fehlfunktion entdeckt

16.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren

16.10.2017 | Förderungen Preise