Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unternehmensgründungen in Deutschland - Strohfeuer durch Ich-AGs?

16.11.2004


Im Jahr 2003 ist die Anzahl der neu gegründeten Unternehmen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent gestiegen. Der wesentliche Grund für die deutliche Zunahme der Unternehmensgründungen ist die Einführung des Existenzgründungszuschusses für Arbeitnehmer (Ich-AG) und die starke Nutzung des Überbrückungsgeldes.



Vor allem in den Branchen Handel, konsumnahe Dienstleister (beispielsweise Gastgewerbe) und Baugewerbe kann von einem hohen Einfluss dieser arbeitspolitischen Maßnahmen ausgegangen werden. Dies ist das Ergebnis der aktuellen halbjährlichen Untersuchung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, zum Gründungsgeschehen in Deutschland (Gründungsreport).



Erstmals seit 1999 ist damit die Anzahl der Unternehmensgründungen nicht weiter zurückgegangen. Ein höheres Gründungsaufkommen ist in allen Branchen zu beobachten. Der Zuwachs an Gründungen ist in Westdeutschland mit neun Prozent deutlich höher als in Ostdeutschland. Dort beträgt der Anstieg rund 4,5 Prozent. Aufgrund der starken Zunahme der arbeitspolitisch geförderten Gründungen ist eine Strukturverschiebung hin zu kleinen, nicht-technologie- und -wissensintensiven Gründungen in der Rechtsform einer Personengesellschaft erkennbar.

Die Zunahme der Anzahl der Gründungen ist mit 13 Prozent im Handel am größten. Sie ist hauptsächlich auf den Versandhandel zurückzuführen, wo die Gründungen um fast 60 Prozent zugenommen haben. Die in absoluten Zahlen meisten Gründungen im Handel gibt es jedoch im Facheinzelhandel für Fotoerzeugnisse und Computer.

Im Sektor der konsumnahen Dienstleister ist die Anzahl der Gründungen im Jahr 2003 im Vergleich zum Vorjahr um etwa fünf Prozent gestiegen. Überdurchschnittlich stärker gestiegen ist dabei die Anzahl der im Grundstücks- und Wohnungswesen gegründeten Unternehmen. Auf dem Gebiet der Erwachsenenbildung haben sich allem Anschein nach die Gründungsbedingungen im vergangenen Jahr ebenfalls verbessert, da auch hier die Anzahl der Unternehmensgründungen stark zunahm.

Im Sektor der unternehmensnahen Dienstleister ist die Anzahl der Unternehmensgründungen um etwa fünf Prozent gestiegen. Dabei konzentriert sich das Interesse der Gründer besonders auf die Geschäftsfelder Datenverarbeitungsdienste und damit verbundene Tätigkeiten. Im produzierenden Gewerbe nahm die Anzahl der Gründungen um rund sieben Prozent zu. Das produzierende Gewerbe ist in vielen Bereichen durch eine hohe Kapitalintensität gekennzeichnet, weshalb es dort - Teile des Baugewerbes ausgenommen - kaum Ich-AG-Gründungen gibt.

Ansprechpartner:
Georg Metzger, Telefon: 0621/1235-185, Fax: -170, E-Mail: metzger@zew.de
Diana Heger, Telefon: 0621/1235-382, Fax: -170, E-Mail: heger@zew.de

Katrin Voss | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de

Weitere Berichte zu: Baugewerbe Ich-AG Unternehmensgründung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Mittelstand 4.0-Kompetenz­zentrum Stuttgart gestartet
29.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten