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Teure Konten-Überwachung: viele Banken scheuen den Aufwand

20.10.2004


Das Aufdecken der Finanzen potenzieller Terroristen ist ein wichtiger Bestandteil des Kampfes gegen den Terrorismus. Innerhalb der Europäischen Union sind Kreditinstitute verpflichtet, alle Kundenbestände und Finanztransaktionen zu überprüfen. Das Scannen der Finanztransaktionen muss dabei in Echtzeit erfolgen, das heißt, eine Zahlung darf erst nach der Überprüfung ausgeführt werden. Obwohl die Vorschriften schon seit Juni 2002 gelten, scheuen viele Kreditinstitute die Investitionen in ein gesetzliches Überwachungssystem und prüfen jede Transaktion manuell. Doch dies ist etwa viermal teurer als ein elektronisches Kontrollsystem, so die Einschätzung von Mummert Consulting. Darüber hinaus kommt es unnötig zu Verzögerungen bei der Zahlungsabwicklung. Die Mummert Consulting AG und der IT-Dienstleister TietoEnator haben daher ein System zur automatischen Kontrolle der Kundenbestände und Geldströme entwickelt.



Die internationalen und nationalen Finanzsanktionen im Kampf gegen den Terror verpflichten Banken zu umfassenden Maßnahmen, um Finanztransaktionen potenzieller Terroristen aufzudecken. Wie die Überwachung in der Praxis aussieht, bleibt daher den Instituten überlassen. Doch wer die Kontrolle vernachlässigt, muss mit drakonischen Geld- oder Gefängnisstrafen und einem erheblichen Imageschaden rechnen. In Deutschland nehmen die Bundesbank und das Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) inzwischen die Maßnahmen der Banken zunehmend unter die Lupe.



Eine zuverlässige Überwachung der Geldgeschäfte ist nur mit einer automatischen Echtzeit-Kontrolle vor der Ausführung der Finanztransaktionen möglich. Eingang, Herkunft, Ausgang und Ziel jedes Überweisungsauftrages müssen nach Hinweisen auf terroristische Verbindungen überwacht und mit den offiziellen Fahndungslisten der Europäischen Kommission und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit verglichen werden. In Verdachtsfällen müssen Banken die Transaktion manuell untersuchen, sie einfrieren und gegebenenfalls die Bundesbank alarmieren. Bei Geschäftskontakten zu den USA sind Kreditinstitute gezwungen, die Listen des Office of Foreign Assets Control des US Department of Treasury vorab zu überprüfen.

Auf diese Anforderungen haben der IT-Dienstleister TietoEnator und die Unternehmensberatung Mummert Consulting reagiert. Gemeinsam haben sie eine Software und die notwendigen fachlichen Prozesse zur automatischen Kontrolle der Kundenbestände und Geldströme entwickelt. Ziel: Den engen gesetzlichen Richtlinien sollte in einem zuverlässigen, aber auch wirtschaftlichen Prüfverfahren Rechnung getragen werden. Somit gehörten nicht nur die hohe Prüfdichte, sondern ein ebenso hoher Automatisierungsgrad sowie der ungestörte Geschäftsbetrieb zu den Vorbedingungen bei der Entwicklung dieses Prüftools. Die Grundlage dafür waren die fundierten IT-Kenntnisse von TietoEnator im Zahlungsverkehr sowie das fachliche Know-how zum Thema Finanzsanktionen von Mummert Consulting.

Joerg Forthmann | Mummert Consulting
Weitere Informationen:
http://www.mummert.de

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