Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Investor Relations Stimmungsbarometer

28.09.2004


Unternehmen beurteilen ihre Lage positiv - Kapitalbedarf bei 22 Prozent aller Unternehmen - Abnehmende Coverage - Herausforderung für IR-Officer

Der Deutsche Investor Relations Kreis (DIRK) e.V. befragt in Zusammenarbeit mit der GfK halbjährlich Investor Relations Officer zur Stimmungslage in ihrem Bereich.

Die Ergebnisse der im Juli/ August 2004 durchgeführten Umfrage zeigen ein positives Bild. Im Vergleich zu der Anfang 2004 durchgeführten Umfrage wird die Unternehmenslage von 66 Prozent besser und nur von gut acht Prozent schlechter eingeschätzt. Besonders positiv gestimmt sind Unternehmen aus dem TecDAX (80 Prozent) und dem MDax (knapp 78 Prozent). Auch der Blick in die Zukunft ist optimistisch: Knapp 70 Prozent aller IR-Officer erwarten in sechs Monaten eine Verbesserung der Unternehmenslage. Erstmals veröffentlicht DIRK/GfK einen hieraus abgeleiteten IR-Stimmungsindikator. (Erläuterungen auf Seite 3 unter "Zur Studie"). Er steigt im Vergleich mit der Frühjahrserhebung 2004 um zwei auf 57 Prozentpunkte. Der entsprechende Indikator für die Zukunft bleibt unverändert bei 65 Prozentpunkten. Beide Indikatoren signalisieren die beschriebene positive Stimmungslage.

Die Mitarbeiterzahl der IR Abteilungen wird jedoch hiervon nicht berührt. Sie bleibt bei 86 Prozent aller Unternehmen gleich.

Die deutschen IR-Officer erwarten einen Anstieg des DAX zum Jahresende auf 4.100. Das entspricht einem moderaten Anstieg von 2,5 Prozent zum aktuellen Stand von knapp 4.000.

IR-Abteilungen sind aus der Finanzmarktkommunikation nicht mehr wegzudenken. Nur vier von 109 Unternehmen haben keine IR-Abteilung und wählen andere Wege der Kommunikation. Am häufigsten übernehmen bis zu zwei Mitarbeiter diese Aufgaben. Je nach Indexzugehörigkeit nimmt die durchschnittliche Größe der IR-Abteilung zu: von bis zu einem Mitarbeiter bei Unternehmen, die keinem Index angehören, einem Mitarbeiter im SDAX, rund zwei Mitarbeitern bei TecDAX und MDAX Unternehmen und 9,3 Mitarbeitern bei DAX Unternehmen. Fünf Unternehmen haben zwischen 11 und 20 Mitarbeiter.

Etwas vorsichtiger wird in der Zukunft die Anzahl der Termine mit Investoren eingeschätzt. Während zu Jahresbeginn noch 60 Prozent optimistisch waren ihre Kontakte zu Fondsmanagern auszubauen, sind dies nun 41 Prozent. Das heißt die Mehrheit erwartet eine unverändert intensive Kommunikation mit dieser Zielgruppe.

In der Finanzmarktkommunikation sind Wertpapieranalysten unabhängiges Bindeglied zwischen Unternehmen und Investoren. Sie sorgen für Transparenz und schaffen so die Grundlage für den Wettbewerb um die beste Anlageentscheidung. Für IR-Officer ist es deshalb wichtig, mehr Analysten für ihr Unternehmen zu gewinnen. Dieses Ziel ist in den letzten eineinhalb Jahren nicht erreicht worden. Ein Grund hierfür sind Einsparungen bei Banken und Brokern, die insgesamt zur Reduzierung der Analystenanzahl geführt hat. So ist die durchschnittliche Zahl der Analysten seit Mitte 2003 von 10 auf 7,3 zurückgegangen. 38 Prozent aller Unternehmen werden von einem bis zu fünf Analysten gecovert, sechs Prozent ziehen keine Aufmerksamkeit auf sich und zwei Prozent werden von mehr als 50 Analysten beobachtet.

Mehrheitlich erwarten die IR-Officer seit der ersten Befragung Mitte 2003 keine Zunahme der Coverage. Nur Unternehmen, die von derzeit mehr als elf und weniger als 20 Analysten beobachtet werden, erwarten, dies in der Zukunft steigern zu können. Die Intensität der Coverage steigt mit der Zugehörigkeit zu einem Index. Unternehmen, die keinem Index angehören, haben im Durchschnitt 2,3 Analysten, gefolgt vom SDAX mit 5,3, TecDAX mit 10,5 und MDAX mit 19,4. Unternehmen im DAX stehen im Rampenlicht. Durchschnittlich 42,5 Analysten bewerten diese 30 Unternehmen, in der Spitze bis zu 80.

In den nächsten 12 Monaten planen die börsennotierten Gesellschaften zu 78 Prozent keine Kapitalmarkttransaktionen durchzuführen. Ein Grund hierfür ist der aktuell zu niedrige Aktienkurs der Unternehmen: 54 Prozent der befragten IR-Officer sind dieser Meinung. Diejenigen, die in den nächsten sechs Monaten eine Kapitalmarkttransaktion erwarten, bevorzugen die Eigenkapitalerhöhung vor dem Corporate Bond, gefolgt von der Wandelanleihe. Diese Instrumente werden auch von denjenigen Unternehmen bevorzugt, die keinen aktuellen Bedarf haben, sich am Kapitalmarkt zu finanzieren.

Das größte Potential liegt bei Unternehmen, die dem DAX oder keinem Index angehören, gefolgt von Vertretern des MDAX, SDAX und TecDax. Dabei stellt der aktuelle Aktienkurs für DAX-Unternehmen kein Hindernis dar. Er ist für sie mehrheitlich (57 Prozent) ausreichend hoch. Eine Kurssteigerung von bis zu 20 Prozent würde die Zustimmung auf 64 Prozent aller Befragten ansteigen lassen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei Unternehmen, die eine positive Geschäftslage in sechs Monaten erwarten. Für 50 Prozent von ihnen ist auch der aktuelle Aktienkurs kein Hindernis. Die vollständige Studie finden Sie im Internet.

Weitere Informationen:

Der Deutsche Investor Relations Kreis (DIRK) e.V. entstand 1990 als informelle Gesprächsrunde von Investor-Relations-Officer einiger deutscher Großunternehmen. Mittlerweile zählen mehr als 200 Unternehmen zu den Mitgliedern, darunter sämtliche im DAX vertretenen Aktiengesellschaften sowie fast alle im MDAX gelisteten Unternehmen. Als unabhängige und nicht gewinnorientierte Organisation steht die kontinuierliche Weiterentwicklung der Investor Relations in Deutschland im Mittelpunkt der Vereinsaktivitäten. Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.dirk.org

Die GfK Gruppe, weltweit die Nummer 5 der Marktforschungsunternehmen, ist in den fünf Geschäftsfeldern Consumer Tracking, HealthCare, Retail and Technology, Medien und Custom Research aktiv. Neben 15 Niederlassungen in Deutschland gehören zur GfK Gruppe weltweit über 120 Unternehmen und Beteiligungen in 57 Ländern. Von den derzeit mehr als 5.200 Beschäftigten arbeiten rund 1.500 in Deutschland. Weitere Informationen erhalten Sie www.gfk.de.

Die Ergebnisse stammen aus der Studie "Investor Relations Stimmungsbarometer", die gemeinsam vom Deutscher Investor Relations Kreis (DIRK) e.V. und der GfK AG herausgegeben wird. Sie basiert auf einer halbjährlichen Befragung von über 200 IR-Abteilungen deutscher Unternehmen, die Mitglied im DIRK sind. Die Rücklaufquote dieser Befragung beträgt knapp 54 Prozent. Die Unternehmen gehören überwiegend (fast 90 Prozent) dem Prime Standard an. Der IR-Stimmungsbarometer ist die Differenz aus den positiven abzüglich der negativen Antworten zur Unternehmenslage. Die Schwankungsbreite beträgt +/- 100.

Kay Bommer | DIRK
Weitere Informationen:
http://www.DIRK.org/sw44.asp

Weitere Berichte zu: DAX GfK MDAX

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index setzt Anstieg fort
22.06.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Beschäftigung legt weiter zu
29.05.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der Form eine Funktion verleihen

23.06.2017 | Informationstechnologie

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Rudolf-Virchow-Preis 2017 – wegweisende Forschung zu einer seltenen Form des Hodgkin-Lymphoms

23.06.2017 | Förderungen Preise