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Chemische Industrie kommt nur langsam aus dem Konjunkturtal

08.09.2004


Die chemische Industrie in Deutschland kommt nur langsam aus dem Konjunkturtal. «Die Erholung hat zwar eingesetzt, allerdings ist das Tempo der Belebung im Vergleich zur dynamisch wachsenden Weltwirtschaft äußerst schwach», berichtete der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Dienstag in Frankfurt. Die Belebung der Chemiekonjunktur, die als Vorreiter für andere Branchen gilt, sei vor allem der Auslandsnachfrage zu verdanken. Insgesamt sei die Chemieproduktion aber immer noch ohne Schwung.



Für das Gesamtjahr 2004 bleibt der VCI bei seiner Prognose eines Produktionswachstums von 1,0 bis 1,5 Prozent. Der Umsatz werde bei nahezu konstanten Preisen um 1,5 Prozent steigen. Der Prognose liegt ein Ölpreis von 33 bis 36 US-Dollar pro Barrel im Jahresdurchschnitt zugrunde. Viele Rohstoffe für die Chemieproduktion werden aus Rohöl gewonnen. Es sei zu erwarten, dass der Ölpreis vorerst auf hohem Niveau bleiben werde. Sollte er auf durchschnittlich 40 US-Dollar klettern, werde das Wachstum am unteren Ende der Erwartungen liegen.



Nach einem bescheidenen Jahresbeginn verlief auch das zweite Quartal aus Sicht des VCI enttäuschend. Die Produktion verharrte auf dem Niveau des Vorquartals und stieg nur um ein Prozent über den schwachen Vorjahreswert. «Ein deutlicher Aufwärtstrend blieb aus», stellte der Verband fest. Von April bis Juni erwirtschafteten die Chemieunternehmen einen Umsatz von 35,6 Milliarden Euro. Das waren 2,7 Prozent mehr als im Vorquartal und 4,6 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

«Nach langer Zeit hat endlich auch wieder der Inlandsumsatz zum Wachstum beigetragen», stellte der VCI fest. In Deutschland wuchs der Umsatz im Quartalsvergleich um 3,4 Prozent auf 16,6 Milliarden Euro und lag 1,5 Prozent über dem Vorjahr. Die Binnenkonjunktur habe damit «erste Anzeichen einer leichten Erholung» gezeigt. Für die größten Impulse sorgte aber weiter der Export, vor allem in die USA und nach Asien. Der Auslandsumsatz von insgesamt 19,1 Milliarden Euro sei «der höchste Quartalswert, der je erreicht wurde». Im Quartalsvergleich stiegen die Auslandsumsätze um 2,1 Prozent, gegenüber dem Vorjahr gab es ein Plus von 7,5 Prozent.

In der chemischen Industrie waren Ende Juni noch 445 000 Menschen beschäftigt, 4,1 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Der Rückgang beruhe vor allem auf der Ausgliederung von Dienstleistungen. Zudem hätten die Unternehmen in den vergangenen Jahren ihre Kapazitäten an die wirtschaftliche Situation angepasst. Die Auslastung lag im zweiten Quartal trotz leicht gesunkener Produktion unverändert bei 85 Prozent.

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