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Franchising liegt auf ungebremstem Wachstumskurs und findet zunehmendes Interesse bei der Politik

19.06.2001


Der Deutsche Franchise-Verband e.V. (DFV) präsentiert in Düsseldorf die Ergebnisse seiner aktuellen Erhebungen: Danach weist die Franchise-Wirtschaft für das vergangene Jahr erneut ein zweistelliges Wachstum auf. Franchising als Chance für mehr Selbständigkeit und Beschäftigung bekannter machen soll eine Anzeigenkampagne mit dem Slogan "Franchising. Bitte nachmachen.", die im Sommer startet.

"Franchising ist ein Win-Win-Geschäft unter Partnern: Die Franchise-Geber stellen ihr Know-how und eine starke, im Markt etablierte Marke zur Verfügung, die Franchise-Nehmer ihr unternehmerisches Engagement", so Professor Dr. Utho Creusen, Präsident des Deutschen Franchise-Verbandes e.V. (DFV) und Vorstand der OBI AG. Auf der Pressekonferenz des DFV beschreibt Creusen auf der Basis aktueller Umfrageergebnisse den dauerhaften Erfolgskurs der Franchise-Wirtschaft.

Das partnerschaftliche Prinzip des Franchisemodells bestätigt beispielsweise eine aktuelle Untersuchung des Internationalen Centrums für Franchising und Cooperation (F&C) in Münster, in der erstmals auch das Selbstbild der Franchise-Partner untersucht wurde. Danach sind die Franchise-Nehmer äußerst zufrieden mit ihrer Partnerschaft und sehen sich als selbständige Unternehmer. Gleichzeitig ist das Risiko bei einer Existenzgründung innerhalb eines Franchise-Systems deutlich geringer als bei anderen Unternehmensgründungen. Zu diesem Resultat kommt die Deutsche Ausgleichsbank (DtA) bei der Auswertung ihrer langjährigen Fördererfahrung.

Die Ergebnisse der Jahresumfrage des DFV ergänzen das positive Bild: Im Jahr 2000 stieg die Zahl der im Markt tätigen Franchise-Systeme gegenüber dem Vorjahr von 720 auf 810 (plus 12,5 Prozent). Zusammen mit ihren 37.100 Franchise-Nehmern (plus 3.100 oder 9,1 Prozent) und den insgesamt rund 346.500 Beschäftigten (plus 16.500 oder 5,0 Prozent) erwirtschafteten diese im Jahr 2000 einen Gesamtumsatz von etwa 43 Milliarden Mark (plus 5 Milliarden oder 13,2 Prozent). 42 Prozent der Franchise-Systeme waren im Bereich der Dienstleistungen tätig, 37 Prozent im Handel, elf Prozent im Gastgewerbe und zehn Prozent im Handwerk.

Auch für das laufende Jahr erwartet der DFV eine zweistellige Steigerungsrate. Die vom Verband befragten Franchise-Geber suchen dabei nicht nur Existenzgründer als neue Partner, sondern zunehmend auch bestehende Unternehmen. Das so genannte "Business-to-Business-Franchising" wird bereits von über einem Viertel der befragten Mitglieder als bevorzugte Zielrichtung genannt.

Große Anfrage im Deutschen Bundestag zum Franchising

Auch die Politik wird zunehmend auf Franchising aufmerksam. Die SPD veranstaltet im Herbst gemeinsam mit dem DFV ein eigenes Forum zum Franchising. Als weiteres Ergebnis der zahlreichen Gespräche des Verbandes mit den Parteien hat nun die Fraktion der CDU/CSU eine Große Anfrage an die Bundesregierung gestellt - "Unternehmer im Netzwerk - für eine Kultur der Selbständigkeit" lautet der Titel. Sie will "einen Stein für mehr Franchise-Verständnis ins Rollen bringen", so ihr Initiator Wolfgang Börnsen. Ziel der Anfrage ist letztlich, die Rahmenbedingungen für das Franchising zu verbessern. Denn gerade die Franchise-Wirtschaft ist durch die Gründung kleiner und mittelständischer Unternehmen ein Motor der deutschen Wirtschaft.

Start der Kampagne "Franchising. Bitte nachmachen."

Bereits im Sommer startet der DFV eine Anzeigenkampagne mit dem prägnanten Slogan "Franchising. Bitte nachmachen." Sie soll die Bekanntheit des Franchising in der Öffentlichkeit erhöhen. Im Mittelpunkt steht das freiwillige Teilen von Ideen und Wissen. "Deutschland ist gewöhnlich ein Land der Verbote. Beim Franchising hingegen werden Menschen dazu ermutigt, Geschäftsideen zu kopieren", so Verbandspräsident Creusen bei der Vorstellung der Kampagne.

Die Motive überraschen: So tragen zum Beispiel die Schilder am Zaun eines Werksgeländes die Aufschrift "Achtung! Der Werksschutz empfiehlt: Nehmen Sie mit was Sie können." oder: "Testgelände - Vorsicht Ideen nicht gesichert!". Mit Anzeigen in der überregionalen Wirtschafts- und Fachpresse werden besonders Meinungsführer aus Wirtschaft und Politik sowie potenzielle Existenzgründer angesprochen. Entwickelt wurde die Kampagne von der Hamburger Werbeagentur Leagas Delaney.

Bernhard Taubenberger | ots

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