Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Grüne" Innovation kann die Wettbewerbsfähigkeit der EU ankurbeln

20.07.2004


Die EU-Umweltminister kamen bei einer inoffiziellen Sitzung des Umweltrates in Maastricht, Niederlande, am 18. Juli zu dem Schluss, dass Europa seine Wettbewerbsfähigkeit verbessern und zum Erreichen des Zieles von Lissabon beitragen könne, indem es umweltfreundliche Innovationen fördert und annimmt.

... mehr zu:
»Wettbewerbsfähigkeit

Der Rat war sich einig, dass durch die Einführung "grüner" Innovationen die EU nicht nur die hohen sozialen und Umweltkosten, die durch Untätigkeit entstehen, vermeiden, sondern auch Kapital aus den wirtschaftlichen Vorteilen dieser Kosteneinsparungen schlagen werde. Dadurch würden neue Märkte geschaffen und die Produktqualität verbessert, so dass Europa einen größeren Wettbewerbsvorteil erhalte.

"Diese Botschaft sollte ein wesentlicher Bestandteil des fokussierten und ansprechenden Beitrags des Umweltrats zur Prüfung des Prozesses von Lissabon sein", führten die Minister in ihren Schlussfolgerungen an. Der ehemalige niederländische Premierminister Wim Kok, der den Vorsitz bei der Ausarbeitung der Zwischenbilanz zur Agenda von Lissabon führt, nahm gemeinsam mit Vertretern europäischer Wirtschafts- und Umweltorganisationen an der Sitzung teil, um den Diskussionen zuzuhören.


Der Rat wies darauf hin, dass Europa bereits weltweit führend bei den ökologisch effizienten Produkten sei, warnte jedoch, dass "derzeit immer noch zu wenige Innovationen auf den Markt gebracht werden". Das größte Hindernis für solche Produkte sei die unzureichende Marktdurchdringung grüner Technologien. Die Minister argumentierten, dass nationale und EU-weite Maßnahmen entwickelt werden müssen, um umweltfreundlichen Innovationen eine "faire und wettbewerbsfähige Marktperspektive" zu geben.

Die vom Umweltrat vorgeschlagenen Maßnahmen umfassen Vorschriften zum öffentlichen Auftragswesen, mit denen der Markt für Umweltprodukte und -technologien angekurbelt werden soll. "Im Durchschnitt entstehen 14 Prozent der Ausgaben in den EU-Mitgliedstaaten von den Regierungsbehörden getätigt. Die Regierung ist also ein wichtiger Marktteilnehmer und kann neue umweltfreundliche Tendenzen durch ihre Ausgabenpolitik fördern", schlossen die Minister.

Der Rat nannte als Beispiel die Niederlande, wo für Regierungsgebäude nur Farben auf Wasserbasis verwendet werden, und schlug vor, dass auch eine beträchtliche Menge an Energie eingespart werden könne, wenn die Behörden LED-Lampen und LCD-Computermonitore anschaffen würden.

Weitere mögliche politische Maßnahmen umfassen die Einführung von Steueranreizen sowie grünen Investitionskriterien, um die Privatwirtschaft zu motivieren, umweltfreundliche Produkte zu erwerben. Die Internalisierung externer Kosten für umweltschädliche Produkte und die Neuordnung von Fördermitteln, die heute noch für umweltschädliche Produkte vergeben werden, seien ebenfalls wichtig, um die richtigen Preissignale zu setzen, fügte der Rat hinzu.

Neben diesen politischen Maßnahmen bestätigte der Umweltrat auch, dass "fokussierte langfristige Forschungs- und Entwicklungsbemühungen von wesentlicher Bedeutung für die Weiterentwicklung neuer Innovationen sind". Die Minister forderten klare und ehrgeizige langfristige Ziele, um die Innovation voranzutreiben.

Schließlich betonten die Minister aus den 25 EU-Mitgliedstaaten, dass diese Bemühungen gemeinsam mit dem Privatsektor erfolgen müssen, um so die Vorteile umweltfreundlicher Innovationen voll nutzen zu können. Es sei eine starke Unterstützung der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) durch die Bereitstellung von Risikokapital und den Aufbau von Kapazitäten erforderlich, um ihre Rolle im Innovationsprozess zu festigen. Zudem solle die Aktivität der Unternehmen durch die Belohnung von Vorreitern und das Benchmarking umweltfreundlicher Leistung gestärkt werden.

| cn
Weitere Informationen:
http://www.europarl.eu.int
http://www.eu2004.nl

Weitere Berichte zu: Wettbewerbsfähigkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index dreht wieder leicht ins Plus
23.05.2018 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IMK-Indikator: Konjunkturampel schaltet von „gelb“ auf „grün“
16.05.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Im Focus: Achema 2018: Neues Kamerasystem überwacht Destillation und hilft beim Energiesparen

Um chemische Gemische in ihre Einzelbestandteile aufzutrennen, ist in der Industrie die energieaufwendige Destillation gängig, etwa bei der Raffinerie von Rohöl. Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) entwickeln ein Kamerasystem, das diesen Prozess überwacht. Dabei misst es, ob es zu einer starken Tropfenbildung kommt, was sich negativ auf die Trennung der Komponenten auswirken kann. Die Technik könnte hier künftig automatisch gegensteuern, wenn sich Messwerte ändern. So ließe sich auch Energie einsparen. Auf der Prozesstechnik-Messe Achema in Frankfurt stellen sie die Technik vom 11. bis 15. Juni am Forschungsstand des Landes Rheinland-Pfalz (Halle 9.2, Stand A86a) vor.

Bei der Destillation werden Flüssigkeiten durch Verdampfen und darauffolgende Kondensation des Dampfes in ihre Bestandteile getrennt. Ein bekanntes Beispiel...

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Rotierende Rugbybälle unter den massereichsten Galaxien

23.05.2018 | Physik Astronomie

Invasive Quallen: Strömungen als Ausbreitungsmotor

23.05.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Matrix-Theorie als Ursprung von Raumzeit und Kosmologie

23.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics