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Börsenbericht: Aktienmärkte nach Zinsentscheidung unsicher

02.07.2004


Die amerikanische Zentralbank hat die Erwartungen der Märkte erfüllt und den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,25% angehoben. Damit ist - nach mehr als vier Jahren fallender oder konstanter Zinsen - der Beginn eines Zinserhöhungsprozesses eingeläutet, der die Federal Funds Rate bis zum Ende dieses Jahres auf 2,5 steigen lassen kann. Andererseits hat die Fed auch klar gemacht, dass sie die Inflationsgefahren vorerst als gering einschätzt und auf die Finanzmärkte Rücksicht nehmen will. Die internationalen Aktienmärkte reagierten überraschenderweise mit sinkenden Kursen auf die moderate Zinsanhebung, der sich die Europäische Zentralbank - ebenfalls erwartungsgemäß - noch nicht angeschlossen hat.

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Nachdem an der Zinsfront jetzt größere Klarheit herrscht, werden die beginnende Berichtssaison über das 2. Quartal und die fundamentalen Daten verstärkt in das Anlegerinteresse rücken. Trotz des enttäuschenden ifo-Geschäftsklimaindex für den Juni bestätigen die meisten neuen Zahlen das Bild einer fortgesetzten wirtschaftlichen Erholung auch im Euroraum. Nachdem der DAX im 1. Halbjahr um lediglich 3% zugenommen hat, erwarten die Commerzbank-Experten bis zum Jahresende einen deutlicheren Anstieg auf rund 4.300 Punkte. Privatanleger sollten deshalb ihre Aktienbestände selektiv aufstocken und dabei Bank- und Versicherungstitel übergewichten. Zum Kauf bietet sich insbesondere die Münchener Rück an.

An den Rentenmärkten ist der Kurswechsel der Fed gelassen aufgenommen worden. Die nächsten Zinsschritte scheinen ebenfalls schon teilweise "eingepreist", nachdem die Rendite zehnjähriger amerikanischer Staatsanleihen seit Jahresbeginn bereits um 50 Basispunkte auf jetzt 4,75% gestiegen ist. Im Euroraum werden die Kapitalmarktzinsen wie in den vergangenen Monaten den Vorgaben aus den Vereinigten Staaten nur abgeschwächt folgen. Auf Sicht von zwölf Monaten rechnen die Volkswirte der Commerzbank mit einem Anstieg der Renditen zehnjähriger Bundesanleihen auf 4,75%. Anleger sollten weiterhin kurze Laufzeiten oder variabel verzinsliche Anlagen bevorzugen.


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