Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gesundheitswirtschaft als Motor für Arbeit und Beschäftigung

23.06.2004


Ministerin Fischer: 10 000 neue Arbeitsplätze in Emscher-Lippe - Fachtagung am Institut Arbeit und Technik zum Abschluss des Bundesforschungsprojektes "Warenwirtschaft in Krankenhäusern"



Trotz Kostendruck und Sparzwängen bleibt die Gesundheitswirtschaft ein Motor für Arbeit und Beschäftigung. Die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen sowie das Know how für eine bessere Ausschöpfung von Ressourcen bringen Innovationsimpulse, die gerade die Emscher-Lippe-Region für sich nutzen kann. "Hier ist in den nächsten fünf bis zehn Jahren eine Steigerung der Beschäftigung in der Gesundheitswirtschaft um 10 000 auf über 50 000 Beschäftigte möglich", sagte NRW-Gesundheitsministerin Birgit Fischer heute (22. Juni) auf der Abschlussveranstaltung zum Bundesforschungsprojekt "Warenwirtschaft in Krankenhäusern" im Institut Arbeit und Technik (IAT) in Gelsenkirchen. Die Ministerin sicherte zu, dass im Masterplan Gesundheitswirtschaft des Landes NRW die Emscher-Lippe-Region ein Schwerpunkt sein werde.



PD Dr. Josef Hilbert, Leiter des IAT-Foschungsschwerpunktes Gesundheitswirtschaft und Lebensqualität, hob hervor, dass das Ruhrgebiet, wenn es sich jetzt als Region der Gesundheitswirtschaft aufstellt, nicht zuletzt wegen seiner Ausstattung von der Prävention über Therapie und Pflege bis zur Rehabilitation sehr gute Karten habe. "Hier gibt es Innovationsbiss und den notwendigen Konsens der Akteure der Gesundheitswirtschaft". Die Kompetenzen der Branche wirken inzwischen weit über die Region hinaus: Von den über 250 000 in den Krankenhäusern an Emscher und Lippe behandelten Patienten kommen 60 000 aus anderen Regionen und sorgen damit für rund 3500 zusätzliche Arbeitsplätze. Insgesamt arbeiten in der Region 42 000 Menschen in der Gesundheitswirtschaft. Den Kernbereich bilden 27 Krankenhäuser, 146 ambulante Pflegedienste und 94 stationäre Pflegestationen.

Beispiele für innovative Arbeitsgestaltung im Gesundheitswesen - und damit bessere Ressourcenausschöpfung und Kosteneinsparung - liefert das Pilotprojekt "Warenwirtschaft in Krankenhäusern", dessen Ergebnisse auf der Tagung vorgestellt wurden. Das Sozial- und Seniorenwirtschaftszentrum (SWZ/Gelsenkirchen) hat zusammen mit deutschlandweit 12 Krankenhäusern und Kliniken Instrumente und Vorgehensweisen entwickelt, die den Häusern dabei helfen, ihre Prozesse bei gleichbleibend hoher Qualität effizient und patientenorientiert auszurichten. Die Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen macht ungefähr ein Drittel der Kosten der Krankenhäuser aus. Wie SWZ-Geschäftsführer Michael Hübner erläuterte, konnten bei allen teilnehmenden Krankenhäusern erhebliche Effizienzreserven in der Arbeitsorganisation der Warenwirtschaft erschlossen werden in Größenordungen von 15 bis 40 Prozent je Prozess. Optimiert wurden Bereiche von der internen Arzneimittellogistik über die Wäscheversorgung, Büroartikel und Formularwesen bis hin zur Versorgung der Stationen mit Verbrauchsartikeln wie Kanülen und Verbandsmaterialien. Die Ergebnisse des Bundesforschungsprojektes sind in Kürze auch im Internet verfügbar.

Prof. Dr. Franz Lehner, Präsident des Instituts Arbeit und Technik im Wissenschaftszentrum NRW, zeigte in seinem Fachvortrag auf, wie die Gesundheitswirtschaft von der Industrie lernen kann: "Wenn ein Unternehmen sich reorganisiert, darf es nicht bloß rationalisieren - im Mittelpunkt muss die Steigerung der Produktivität stehen und nicht allein eine Senkung der Kosten". Von der Industrie lasse sich auch lernen, wie Qualitätssicherung systematisch in die Unternehmensorganisation eingebaut und Reorganisationsprozesse sinnvoll und zielführend gestaltet werden können.

Die Akteure der Gesundheitswirtschaft in der Emscher-Lippe-Region wollen die Kompetenzen in den Bereichen Wissensmanagement und Qualifizierung, integrierter Versorgungskonzepte und Organisation der logistischen Warenströme weiter ausbauen. Geplant sind der Aufbau einer Managementakademie für Führungskräfte, der Ausbau der Logistikkompetenz im Rahmen des Projektes MedEcon Ruhr und die Entwicklung integrierter Versorgungskonzepte z.B. mit dem Institut für Prävention und Telemedizin im Wissenschaftspark Gelsenkirchen.

Für weitere Fragen stehen Ihnen zur Verfügung:

Stephan von Bandemer, Durchwahl: 0209/1707-115
SWZ: Michael Hübner, Durchwahl: 0209/167-1364

Claudia Braczko | idw
Weitere Informationen:
http://iat-info.iatge.de
http://www.swz-net.de

Weitere Berichte zu: Gesundheitswirtschaft Prävention

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index setzt Anstieg fort
22.06.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Beschäftigung legt weiter zu
29.05.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften