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Energiebranche kämpft mit dem Zerschlagen alter Strukturen

14.06.2004


Unbundling, Energiehandel und der neue Regulierer auf dem Strom- und Gasmarkt sind derzeit die größten Herausforderungen für die Energiebranche. Das ergab eine Trendumfrage der Mummert Consulting AG unter Fach- und Führungskräften. Für mehr als 40 Prozent der Befragten ist Unbundling – die Entflechtung von Energieerzeugung, Netzbetrieb und Vertrieb – das wichtigste Marktthema. Auf dem zweiten Platz liegt mit 29 Prozent der Energiehandel. Die Regulierung des Strom- und Gasmarktes durch die „Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post“ (Reg TP) beschäftigt mehr als 14 Prozent der Fach- und Führungskräfte und belegt den dritten Platz im Themenranking.



Die Neuordnung der Energiewirtschaft durch die „Beschleunigungsrichtlinien für den Elektrizitäts- und Gasmarkt“ der EU bereitet der Energiebranche Kopfzerbrechen. Die Unternehmen müssen Organisation, Prozesse und IT anhand der neuen Anforderungen umstrukturieren. Dieses birgt Chancen, aber auch erhebliche Risiken. Eine weitere Herausforderung ist der Energiehandel: Seit der Öffnung der Energiemärkte in Europa sanken die Großhandelspreise für Strom durch den entstandenen Wettbewerb um mehr als 40 Prozent. Die EU fordert zudem eine Überwachung des Wettbewerbs. Dieses soll künftig die Reg TP übernehmen, da sie schon Erfahrung mit Ex-Monopolisten gesammelt hat. Trotzdem sind sich die Fach- und Führungskräfte unsicher, wie der Regulierer den Markt beeinflussen wird. Mehr als jeden Achten beschäftigt das Thema.



Die Top-Themen der Energiebranche:

1. Unbundling (40,3 Prozent der Befragten)
2. Energiehandel (28,6 Prozent)
3. Regulierer (14,3 Prozent)
4. Emissionshandel (9,1 Prozent)
5. Digitale Betriebsprüfung (3,9 Prozent)
6. Sonstiges (3,8 Prozent)

Doch nicht nur die Probleme im operativen Wettbewerb beschäftigen die Branche. Auch im eigenen Unternehmen sehen die Fach- und Führungskräfte konkreten Handlungsbedarf. Ein großes Problem sind für jeden vierten Befragten die Reorganisation des eigenen Unternehmens und die zukünftige Gestaltung der Kernprozesse Netz und Vertrieb. Auf den Plätzen zwei und drei stehen Abrechnungs-management (20 Prozent) und Kosteneffizienz (18 Prozent). Dabei ist externe Hilfe durchaus willkommen: Knapp 40 Prozent wünschen sich in diesem Jahr Beratungsleistungen zur Prozessoptimierung. Zudem möchte sich jeder fünfte Befragte bei der Entwicklung der IT-Strategie unterstützen lassen. Externe Hilfe bei Risikomanagement und Unternehmenscontrolling wünschen sich je 14 Prozent der Fach- und Führungskräfte.

Mummert Consulting befragte 134 Fach- und Führungskräfte der Energiebranche auf der Fachmesse „E-world energy & water 2004“ in Essen. Die Veranstalter zählten rund 10.500 Fachbesucher auf der europäischen Leitmesse für die Energie- und Wasserbranche.

| Mummert Consulting
Weitere Informationen:
http://www.mummert-consulting.de

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