Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bundesregierung setzt große Reform des "Meister-BAföGs" um

29.05.2001


"Verbesserung für künftige Meister ist ein Beitrag zur Mittelstandsförderung im Bereich der beruflichen Qualifizierung"

Die Bundesregierung wird noch in dieser Legislaturperiode die große Reform des Aufstiegs-fortbildungsförderungsgesetzes ("Meister-BAföG") umsetzen. "Mit dieser Novellierung wollen wir den Kreis der Geförderten und den Anwendungsbereich der Förderung erweitern und insgesamt die Leistungen erheblich verbessern. Die Familien- und Existenzgründerkomponente wird verstärkt und eine größere Teilhabe von ausländischen Fachkräften soll erreicht werden", erklärten Bundesminister Müller und Bundesministerin Bulmahn.

Die Finanzierung der Novelle des "Meister-BAföGs" ist perfekt: BMBF und BMWi werden sich die Kosten (Bundesanteil bis 2005 rund 340 Millionen Mark) zu 2/3 (66 %) bzw. 1/3 (34 %) teilen. Bereits im kommenden Jahr werden zusätzlich rund 90 Millionen Mark für das "Meister-BAföG" bereitgestellt. Die Gesetzesnovelle wird in den nächsten Wochen vom Kabinett verabschiedet. Damit wird der berufliche Aufstieg durch Fortbildung auf eine neue Basis gestellt.

Die Förderung wird ausgeweitet und in wesentlichen Punkten verbessert. Denn eine vernünftige Finanzierungsgrundlage für den Lebensunterhalt sowie die Lehrgangsgebühren für die Fort-bildungskurse sind nur über das "Meister-BAföG" aufzubringen. Um potentiellen Existenz-gründerInnen den Schritt in die Selbständigkeit zu erleichtern, werden die Fristen für die Existenzgründung und zur Einstellung von zwei Beschäftigten von einem auf zwei Jahre - als Voraussetzung für den Darlehenserlass - verlängert. Der Darlehenserlass wird auf 75 % angehoben. Vorgezogene Existenzgründungen sollen künftig beim Darlehenserlass berück-sichtigt werden. Der Vermögensfreibetrag wird deutlich auf 50.000 DM erhöht, um für die Existenzgründung angespartes Vermögen zu schonen.

Die Bundesregierung setzt mit der Novellierung einen deutlichen Akzent bei der Existenz-gründungsförderung im Mittelstand. Damit wird eine Basis für neue Arbeits- und Ausbildungs-plätze in kleinen und mittleren Unternehmen geschaffen.

Weitere Inhalte der Reform sind: · Familien und Alleinerziehende sollen künftig bessere Konditionen bei der Unterhalts-förderung im Rahmen von Vollzeitfortbildungen erhalten. Hierzu wird der Kinderzuschlag beim "Unterhaltsbeitrag" von 250 auf 350 DM angehoben und der Kinderbetreuungs-zuschuss auf 250 DM. Kindererziehung wird stärker als bisher berücksichtigt. In Härtefällen wird das Darlehen für Alleinerziehende gestundet oder sogar erlassen. · Kindergeld wird nicht mehr auf das Einkommen angerechnet. · Wer sich auf Vollzeit weiterbilden lässt, erhält beim Spitzensatz schon durch die BAföG-Reform rund 110 DM. Damit erhöht sich der maximale Unterhaltsbeitrag für allein-stehende Fortbildungsteilnehmer um rund 10 % von 1.085 auf 1.195 DM. · Wer sich neben dem Beruf zum Meister ausbilden lässt, erhält künftig einen Zuschuss von 35 % zur Förderung der Kurskosten ("Maßnahmenbeitrag"). Bislang musste er den gewährten Kredit voll zurückzahlen. Den gleichen Zuschuss gibt es auch für die Vollzeitfortbildung. · Die Kosten des Meisterstücks werden künftig als Darlehen bis maximal 3.000 DM in die Förderung einbezogen. · Alle staatlich anerkannten Fortbildungen in Gesundheits- und Pflegeberufen und an Ergänzungsschulen werden ins "Meister-BAföG" einbezogen. Bisher galt das nur für öffentlich-rechtlich geregelte Abschlüsse. · In Deutschland lebende Ausländer sollen bereits nach dreijähriger Erwerbstätigkeit (bisher fünf Jahre) und analog zu den Voraussetzungen der Handwerksordnung gefördert werden können. Damit wird ein entscheidender Beitrag zur Integration junger Ausländer geleistet. · Die zins- und tilgungsfreie Karenzzeit für die Rückzahlung der Darlehen wird auf maximal sechs Jahre erhöht.

Bundesministerin Bulmahn: "Die Reform stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Sie ist familienfreundlich und sozial. Im Ergebnis fördert sie Qualifizierung, die Gründung neuer Unter-nehmen und die Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen. Das ist vor dem Hintergrund des bestehenden Fachkräftemangels wichtig und notwendig."

Bundesminister Müller: "In unserer schnelllebigen neuen Ökonomie müssen Fach-qualifikationen durch lebensbegleitendes Lernen ständig und immer wieder auf den neuesten Stand gebracht werden. Berufliche Fortbildungen sind auch Voraussetzung für die Übernahme einer qualifizierten Tätigkeit als Fach- oder Führungskraft und zur Gründung einer selbständigen beruflichen Existenz. Das Gesetz ist damit ein wichtiger Beitrag, dass der Mittelstand die wirtschaftliche Entwicklung in Ost und West weiterhin anführt. Angesichts einer sehr großen Zahl von anstehenden Betriebsübernahmen und der zunehmenden Qualifikations-erfordernisse im Wettbewerb ist der Mittelstand auf Unternehmernachwuchs und Fachkräfte angewiesen, deren Chance auf Qualifikation nicht an einer mangelnden Fortbildungsförderung scheitern darf. Die Novellierung des "Meister-BAföGs" leistet hierzu einen wesentlichen Beitrag."

Gemeinsame Pressemitteilung | BMWi NEWSLETTER <postmaster@bmwi

Weitere Berichte zu: Darlehenserlass Existenzgründung Novellierung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB: Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter positiv
22.09.2016 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht Auslandsaufträge geben positive Impulse - IMK: Rezessionsrisiko sinkt geringfügig
16.09.2016 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Synthese-chemischer Meilenstein: Neues Ferrocenium-Molekül entdeckt

Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben zusammen mit Kollegen der Freien Universität Berlin ein neues Molekül entdeckt: Die Eisenverbindung in der seltenen Oxidationsstufe +4 gehört zu den Ferrocenen und ist äußerst schwierig zu synthetisieren.

Metallocene werden umgangssprachlich auch als Sandwichverbindungen bezeichnet. Sie bestehen aus zwei organischen ringförmigen Verbindungen, den...

Im Focus: Neue Entwicklungen in der Asphären-Messtechnik

Kompetenzzentrum Ultrapräzise Oberflächenbearbeitung (CC UPOB) lädt zum Expertentreffen im März 2017 ein

Ob in Weltraumteleskopen, deren Optiken trotz großer Abmessungen nanometergenau gefertigt sein müssen, in Handykameras oder in Endoskopen − Asphären kommen in...

Im Focus: Mit OLED Mikrodisplays in Datenbrillen zur verbesserten Mensch-Maschine-Interaktion

Das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP arbeitet seit Jahren an verschiedenen Entwicklungen zu OLED-Mikrodisplays, die auf organischen Halbleitern basieren. Durch die Integration einer Bildsensorfunktion direkt im Mikrodisplay, lässt sich u.a. die Augenbewegung in Datenbrillen aufnehmen und zur Steuerung von Display-Inhalten nutzen. Das verbesserte Konzept wird erstmals auf der Augmented World Expo Europe (AWE), vom 18. – 19. Oktober 2016, in Berlin, Stand B25 vorgestellt.

„Augmented Reality“ (erweiterte Realität) und „Wearable Displays“ (tragbare Displays) sind Schlagworte, denen man mittlerweile fast täglich begegnet. Beide...

Im Focus: OLED microdisplays in data glasses for improved human-machine interaction

The Fraunhofer Institute for Organic Electronics, Electron Beam and Plasma Technology FEP has been developing various applications for OLED microdisplays based on organic semiconductors. By integrating the capabilities of an image sensor directly into the microdisplay, eye movements can be recorded by the smart glasses and utilized for guidance and control functions, as one example. The new design will be debuted at Augmented World Expo Europe (AWE) in Berlin at Booth B25, October 18th – 19th.

“Augmented-reality” and “wearables” have become terms we encounter almost daily. Both can make daily life a little simpler and provide valuable assistance for...

Im Focus: Künstliche Intelligenz ermöglicht die Entdeckung neuer Materialien

Mit Methoden der künstlichen Intelligenz haben Chemiker der Universität Basel die Eigenschaften von rund 2 Millionen Kristallen berechnet, die aus vier verschiedenen chemischen Elementen zusammengesetzt sind. Dabei konnten die Forscher 90 bisher unbekannte Kristalle identifizieren, die thermodynamisch stabil sind und als neuartige Werkstoffe in Betracht kommen. Das berichten sie in der Fachzeitschrift «Physical Review Letters».

Elpasolith ist ein glasiges, transparentes, glänzendes und weiches Mineral mit kubischer Kristallstruktur. Erstmals entdeckt im El Paso County (USA), kann man...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einsteins Geburtsstadt wird für eine Woche Hauptstadt der Physik

23.09.2016 | Veranstaltungen

Industrie und Wissenschaft diskutieren künftigen Mobilfunk-Standard 5G auf Tagung in Kassel

23.09.2016 | Veranstaltungen

Fachgespräch Feste Biomasse diskutiert Fragen zum Thema "Qualitätshackschnitzel"

23.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Korallenthermometer muss neu justiert werden

23.09.2016 | Biowissenschaften Chemie

Doppel-Infektion macht Erreger aggressiver

23.09.2016 | Biowissenschaften Chemie

Synthese-chemischer Meilenstein: Neues Ferrocenium-Molekül entdeckt

23.09.2016 | Biowissenschaften Chemie